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Windmarkt Deutschland: Senvion und Nordex holen auf gegenüber Enercon und Vestas

Münster - Der deutsche Windenergie-Markt ist heiß umkämpft. Insbesondere beim Onshore-Windmarkt holen Windkraftanlagen-Hersteller wie Senvion und Nordex immer weiter gegenüber den Marktführern Enercon und Vestas auf. Ein komplett anderes Bild zeigt sich hingegen im Markt für Offshore-Windenergie.

Während sich die Marktanteile der Onshore-Anlagenhersteller immer weiter angleichen, hat die Konzentration im Bereich der Offshore-Windenergie das größtmögliche Ausmaß angenommen. Nach den Zahlen der UL International GmbH (früher: Deutsches Windenergieinstitut, kurz: DEWI) kommen alle im Jahr 2015 neuinstallierten Offshore-Windkraftanlagen von einem einzigen Hersteller: Siemens.

Siemens verdrängt Wettbewerber aus dem Offshore-Geschäft

UL International, bzw. das DEWI, kalkuliert seit Jahren eigene Zahlen zum Windenergiemarkt Deutschland. Diese weichen etwas von den offiziellen Verbandszahlen ab, da sich das DEWI auf die reinen Installationen und nicht auf den Netzanschluss der Anlagen konzentriert. So kommt UL International für den Bereich Onshore-Windenergie auf einen Bruttozubau von 4.000 Megawatt (MW). Nach Angaben der Deutschen Windguard im Auftrag der Branchenverbände BWE und VDMA betrug der Bruttozubau an Land lediglich 3.731 MW. Im Offshore-Bereich kommt UL auf 1.189 MW. Die Analyse des Offshore-Sektors ist dabei schnell abgehakt. Alle neu im Jahr 2015 neuinstallierten Offshore-Turbinen stammen von Siemens. Der Marktanteil beträgt 100 Prozent. Im Jahr 2014, als laut UL insgesamt 1.437 MW Offshore-Windleistung neu hinzugekommen ist, waren neben Siemens mit einem Marktanteil von 43,6 Prozent immerhin auch noch Areva (jetzt Adwen, Marktanteil 2014: 35,8 Prozent) und Senvion (20,5 Prozent) vertreten.

Enercon verliert im Onshore-Sektor weiter an Dominanz

Deutlich ausgeglichener ist die Marktverteilung im Onshore-Sektor. Hier führt zwar nach wie vor der Auricher Hersteller Enercon mit einem Marktanteil von 37,3 Prozent, doch die Spitzenposition wird dem deutschen Marktführer zunehmend streitig gemacht. In 2014 lag der Marktanteil noch bei 43 Prozent, im Jahr 2013 vereinigte Enercon 49,6 Prozent der neuinstallierten Onshore-Windleistung auf sich. Vestas kommt im Jahr 2015 auf einen Anteil von 21,3 Prozent (2014: 24,1 Prozent) und verliert ebenfalls. Die beiden Top-Hersteller geben ihre Anteile in erster Linie an die beiden nachfolgenden Konkurrenten Senvion mit 18,0 Prozent in 2015 (2014: 14,6 Prozent) und Nordex mit 11,8 Prozent (2014: 8,9 Prozent) ab. GE hat in 2015 seinen Onshore-Marktanteil in Deutschland auf 7,3 Prozent verbessert (2014: 5,5 Prozent). Dahinter folgen Siemens (2015: 1,7 Prozent) und Vensys (2015: 1,1 Prozent).



Quelle: IWR Online, 19.02.2016