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Offshore-Windenergie: Schottland, Irland und Nordirland wollen Aktivitäten bündeln

Glasgow – Die Regierungen von Schottland, Irland und Nordirland wollen die Irische See zum regenerativen Energiefeld ausbauen. Vor allem setzt man dabei auf die Offshore-Windenergie, doch auch Gezeiten- und Wellen-Kraftwerke sind vorgesehen. Zudem sollen die Stromnetze enger miteinander verknüpft werden.

Diese Ideen werden bislang in dem gemeinsamen Projekt „Irish-Scottish Links on Energy Study“ (ISLES) verfolgt. Im Rahmen dieser Initiative sind bislang vor allem Studien mit verschiedenen Schwerpunkten entstanden. Auch die Europäische Union steht dahinter. Die Irische See und die angrenzenden Gewässer haben demnach das Potenzial für eine regenerative Stromerzeugung mit einer Kapazität von über 16.000 Megawatt (MW).

Hindernisse bei Markt- und Rechtsfragen überwinden

Mit der Veröffentlichung von drei Studien ist nun die zweite Phase des ISLES-Projektes abgeschlossen. Vorausgegangen war vor etwa fünf Jahren eine Machbarkeitsstudie. Der schottische Energieminister Fergus Ewing erklärte anlässlich der Veröffentlichung der Studien, dass dieses Projekt ein exzellentes Beispiel für eine gute Zusammenarbeit zwischen Schottland, Irland und Nordirland sei. Die erneuerbaren Energieressourcen in den Gewässern zwischen diesen Ländern seien enorm, doch rechtliche und markttechnische Hindernisse müssten überwunden werden. Dies soll mit den nun vorliegenden Ausarbeitungen besser gelingen.

Potenzial für 12.100 MW Offshore-Windenergie

Wie das Technik-Magazin IEEE Spectrum schreibt, könnten 16.100 MW erneuerbare Erzeugungsleistung in den Gewässern zwischen Irland und Schottland installiert werden. Der größte Teil entfällt dabei mit 12.100 MW auf die Offshore-Windenergie, weitere 4.000 MW können durch Gezeiten- oder Wellen-Kraftwerke genutzt werden. Ziel des ISLES-Projekt sei es demnach, bis zum Jahr 2020 etwa 6.200 Megawatt zu realisieren. Die Vorteile der gemeinsamen Umsetzung lägen in der Aufteilung der Planungskosten. Zudem könnten so die Kapazitäten für den grenzüberschreitenden Stromhandel gesteigert und die Stabilität des Stromnetzes durch den Aufbau zusätzlicher Verbindungen erhöht werden. Die Kosten liegen dem Bericht zufolge bei etwa 5,6 Milliarden britische Pfund (etwa 7,6 Mrd. Euro). Zu den ersten Projekten sollen zwei 100-MW-Gezeiten-Kraftwerke in Nordirland sowie ein weiteres 400-MW-Gezeiten-Kraftwerk in Schottland gehören.

© IWR, 2015

28.09.2015