Windbranche.de

Branchenportal für die Windenergie

IWR Reuters News Center RTL 103 0347 1280 256

Bundes-Studie: Windenergie-Flächenpotenzial reicht für über 600.000 MW

Bonn - Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressort-Forschungseinrichtung des Bundesumweltministerium (BMUB). Diese Behörde hat nun festgestellt, dass für die Nutzung der Windenergie an Land in Deutschland genügend Flächen vorhanden sind, um den Anteil der Windenergie am Energiemix deutlich zu steigern.

Bis zu 8,6 Prozent der Landesfläche stehen demnach in Deutschland für die Windenergie zur Verfügung. Das entspricht einer potenziell installierbaren Leistung von rund 610.000 Megawatt (MW). Größere Mindestabstände von Windkraftanlagen zu Wohnhäusern können den Ausbau der Windenergie jedoch stark bremsen, heißt es in einer aktuellen Studie des BBSR.

Mecklenburg-Vorpommern mit dem größten theoretischen Windenergie-Potenzial

Die Wissenschaftler haben mithilfe einer geodatenbasierten Analyse herausgearbeitet, welche Flächen sich in der Bundesrepublik prinzipiell für die Nutzung der Windenergie eignen. Neben naturschutzrechtlichen Vorgaben, der aktuellen Flächennutzung sowie natürlichen Standortfaktoren wie den Windverhältnissen und dem Relief berücksichtigt die Analyse den Einfluss von Festlegungen, welche die Länder in den Regionalplänen treffen.

Das größte theoretische Flächenpotenzial für die Windenergie hat der Auswertung zufolge Mecklenburg-Vorpommern. Dort sind bis zu 20 Prozent der Fläche theoretisch für die Windenergie nutzbar. In Sachsen-Anhalt Brandenburg, Hessen und Thüringen können mindestens zehn Prozent der Fläche genutzt werden. In den bevölkerungsreichen Bundesländern sind die Ausbaupotenziale aufgrund der dichten Besiedlung entsprechend geringer.

Empfehlung: Flexible Fortschreibung der Regionalpläne

Die Wissenschaftler weisen in ihrer Analyse nach, dass große Mindestabstände von Windrädern zu Siedlungsflächen die theoretisch nutzbaren Flächen stark verringern können. „Bei einem Mindestabstand von 2.000 Metern zu Siedlungsflächen würden 99 Prozent der Landesfläche nicht für Windenergieanlagen genutzt werden können“, sagt Studien-Autorin Brigitte Zaspel-Heisters. „Festlegungen in den Regionalplänen können den Ausbaupfad ebenfalls stark einschränken.“

Damit die theoretisch nutzbaren Flächen auch bebaut werden können, empfiehlt die Studie eine flexible Fortschreibung der Regionalpläne. „Bisherige Studien hatten den Einfluss regionalplanerischer Festlegungen auf das Flächenpotenzial für die Windenergie an Land ausgeklammert. Die räumliche Planung ist gefordert, den Neubau auf geeignete Standorte zu lenken“, sagt Expertin Brigitte Zaspel-Heisters.



Quelle: IWR Online, 22.01.2016