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Jordanien setzt auf erneuerbare Energien

Berlin – Das Königreich Jordanien ist im großen Stil von Energieimporten abhängig. Nun will der Mittelmeerstaat seine Energieunabhängigkeit erhöhen und setzt dafür auf die erneuerbaren Energien.

Jordanien hat in den vergangenen Jahren etwa 20 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Energieimporte verwendet. Das stark wachsende Land mit etwa 7,6 Mio. Einwohnern setzt für die Zukunft daher auf erneuerbare Energien.

Jordanien ist zu 97 Prozent auf Energieimporte angewiesen

Jordanien muss wegen eines steigenden Energiebedarfs und schwankender Rohstoffpreise bislang gut 20 Prozent seines BIP für Energieimporte aufbringen, wie die Renewable Academy (renac) mitteilt. Bis 2030 soll sich der Strombedarf nochmals mehr als verdoppeln. Jordanien will daher den Energieverbrauch senken und den Anteil der erneuerbaren Energien steigern. Durch eine Diversifizierung des Energiemixes und verstärkte Energieeffizienzmaßnahmen soll die Abhängigkeit von Primärenergieimporten von 97 Prozent auf 65 Prozent reduziert werden.

Ausbau der Wind- und Sonnenenergie geplant

Die nationale Energiestrategie sieht vor, dass der Kraftwerksmix bis 2020 zu zehn Prozent durch Erneuerbare Energien abgedeckt wird. 2011 waren es zwei Prozent. Dazu wird die Solarenergie auf 600 MW und die Windenergie auf 1.200 MW ausgebaut. Seit 2012 hat Jordanien ein Erneuerbare-Energien-Gesetz, in dem die vorrangige Stromeinspeisung von grünem Strom in das jordanische Netz sowie technologiespezifische Einspeisetarife festgelegt werden. Auf Projektausschreibungen können sich internationale und lokale Firmen zu gleichen Konditionen bewerben. Die Renac organisiert dazu im Mai 2017 eine Geschäftsreise nach Jordanien: „Photovoltaik kombiniert mit Energieeffizienz in Gebäuden“.

Passivhaus-Standards für Wohngebäude

Zudem soll der Energieverbrauch im Gebäudesektor deutlich sinken, da Jordanien in den kommenden Jahren ein Bauboom erwartet. Im Gebäudesektor Jordaniens werden mehr als 60 Prozent des gesamten Strombedarfs des Landes verbraucht. Der seit 2008 bestehende jordanische „Energy Efficiency Buildings Code“ wurde daher überarbeitet und führt nun einige Passivhaus-Standards und bindende Werte für den maximalen Energieverbrauch von Heiz- und Klimatechnik im Neubau ein.

© IWR, 2017

13.04.2017