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Siemens Gamesa: Neue Windenergie-Projekte onshore und offshore

Husum / Zamudio, Spanien - Siemens Gamesa hat in der vergangenen Woche auf der Husum Wind fleißig Verträge unterzeichnet. Zu Beginn dieser Woche legt das Unternehmen nach. Die Aktie des Windenergiekonzerns kennt jedoch seit Monaten nur eine Richtung: abwärts.

Auf der Husum Wind hat der spanisch-deutsche Windenergieanlagen-Hersteller Siemens Gamesa gleich drei Rahmenverträge für Onshore-Windenergieprojekte im deutschsprachigen Raum geschlossen. Zu Beginn dieser Woche folgten ein Großauftrag aus China sowie eine wichtige Entscheidung für zwei französische Offshore-Windparks.

Windenergie an Land: Rahmenverträge auf der Husum Wind und ein Großauftrag aus China

Auf der diesjährigen Windenergie-Messe in Husum hat Siemens Gamesa gleich drei Rahmenverträge für Onshore-Projekte unterzeichnet. Für den Projektierer Abo Wind sollen sieben Onshore-Windparks in Deutschland mit bis zu 31 Windturbinen von Siemens Gamesa ausgestattet werden, darunter die Typen G132 und SWT-DD-142. Windkauf will in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den nächsten zwei Jahren 20 bis 30 getriebelose Siemens Gamesa Windkraftanlagen vermitteln und Vensol Neue Energien hatte sich bereits am letzten Dienstag (12.09.2017) in einem Rahmenvertrag bis zu 30 Turbinen gesichert. Am gestrigen Montag (18.09.2017) berichtete Siemens Gamesa zudem über einen neuen Großauftrag aus China über 300 Megawatt (MW) Leistung. Bis Ende 2018 sollen die 150 Turbinen des Typs G114-2.0 MW in der Inneren Mongolei installiert werden.

Frankreich genehmigt alternative Turbinentechnologie für Offshore-Windparks

Eine Planänderung ist bei zwei Offshore-Windprojekten in Frankreich genehmigt worden. Siemens Gamesa wird über die hundertprozentige Tochtergesellschaft Adwen France SAS zwei Offshore-Projekte mit einer Gesamtleistung von 1.000 MW realisieren. Allerdings soll nicht die ursprünglich vorgesehene Adwen-Windkraftanlage AD8 mit Getriebe zu Einsatz kommen, sondern die ebenfalls acht MW starke, getriebelose D8 Offshore-Windturbine. Siemens Gamesa will die Vertriebsanstrengungen auf nur eine 8-MW-Plattform konzentrieren. Daher werde die Herstellung der Adwen AD8 zunächst eingestellt. Über weitere Entwicklungen der Technologie soll bei der Überprüfung des gesamten Produktportfolios des Unternehmens entschieden werden. Den Technologiewechsel auf die D8-Plattform hat nun das französische Ministerium für ökologischen und sozialen Umbau nach einer behördlichen Überprüfung genehmigt. Zudem befindet sich noch ein drittes Offshore-Projekt in Frankreich in der Genehmigungsphase, das nun ebenfalls mit der D8-Offshore-Windturbine ausgestattet werden soll.

Siemens Gamesa: Aktie seit Übernahme auf Talfahrt

Im April 2017 ist die Übernahme von Gamesa durch Siemens offiziell vollzogen worden. Der deutschen Technologiekonzern Siemens hält insgesamt 59 Prozent der Anteile an der im globalen Aktienindex RENIXX World gelisteten Siemens Gamesa, weitere acht Prozent entfallen auf Iberdrola. Der Aktienkurs des Windenergieanlagen-Herstellers hat sich seit April allerdings von gut 22 Euro auf aktuell etwa elf Euro halbiert. Besonders steil ging es nach der Vorlage enttäuschender Quartalszahlen Ende Juli bergab. Dabei sprach Siemens Gamesa von einer Marktdelle im wichtigen indischen Windenergiemarkt. Immerhin verbessert sich die Aktie im Handel am heutigen Dienstag nach der Nachricht über die Offshore-Projekte in Frankreich bislang um 1,5 Prozent auf 11,30 Euro (Stand 10:50 Uhr, Börse Stuttgart).

© IWR, 2017


19.09.2017