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Nordex: Woran sich die Analysten stören

Münster – Die Quartalszahlen des deuzsch-spanischen Windenergieanlagen-Herstellers Nordex zeigen für die ersten neun Monate 2017 R+ückgänge bei Umsatz und Gewinn. Doch die Analysten stören sich vor allem an einer anderen Entwicklung.

Die Nordex-Aktie ist nach der Vorlage der Zahlen im Börsenhandel am Dienstag um mehr als sieben Prozent gefallen. Auch wenn das Papier noch am Vortag in ähnlichem Umfang zugelegt hatte, stehen in der Betrachtung der Kurse seit Jahresbeginn heftige Kursverluste von mehr als 60 Prozent zu Buche. Inzwischen sind die aktuellen Nordex-Zahlen auch von den Analysten bewertet worden. Die Aktie von Nordex gibt im Handel am heutigen Mittwoch bislang um weitere 0,8 Prozent auf 7,25 Euro nach (Stand 11:37 Uhr, Börse Stuttgart).

Analysten bewerten Nordex-Quartalszahlen

Nordex hatte mitgeteilt, dass der Auftragseingang im Zeitraum Juli bis September 2017 auf 203 Mio. Euro gesunken ist. Im Vergleichszeitraum 2016 lag der Auftragseingang mit 839 Mio. Euro mehr als vier Mal so hoch. Das Neugeschäft nach neun Monaten beträgt 1,11 Mrd. Euro und liegt damit ebenfalls deutlich unter dem Wert des Vorjahres (9M 2016: 2,17 Mrd. Euro). Inzwischen haben vier Analysten die Bewertung für die Nordex-Aktie angepasst und einen Kommentar zu den Zahlen abgegeben. Commerzbank, Warburg Reserach und Kepler Chevreux äußersten sich bereits am Dienstag (14.11.2017), heute folgt bislang die Einschätzung von Independent Research.

Mildes Commerzbank-Urteil: Q3 bei Nordex besser als erwartet

Am ehesten positiv klingt die Einschätzung von Commerzbank-Analyst Sebastian Growe, der die Bewertung der Nordex-Aktie mit "hold" sowie das Kursziel von neun Euro bestätigt. Für Growe sei das dritte Quartal des Windkraftanlagen-Herstellers besser als erwartet ausgefallen. Allerdings würden die Unternehmensziele die Auffassung bestätigen, dass die Konsensschätzungen der Analystenriege insgesamt zu aggressiv gewesen seien. Nordex hatte bei der Vorlage der Zahlen die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2017 auf „leicht unterhalb von 3,1 Mrd. Euro“ reduziert (zuvor: 3,1 bis 3,3 Mrd. Euro) und die angepeilte Ebitda-Marge von 7,8 bis 8,2 Prozent für 2017 bestätigt.

Warburg, Kepler Cheuvreux und Independent benennen schwachen Auftragseingang

Alle anderen Analysten haben vor allem auf die schwachen Auftragseingänge von Nordex verwiesen. Arash Roshan Zamir von Warburg Research bestätigte die Einschätzung "hold" sowie das Kursziel von zehn Euro. Der Windkraftanlagen-Hersteller habe einen „sehr schwachen Auftragseingang“ verbucht, so Arash Roshan Zamir.

Douglas Lindahl von Kepler Cheuvreux („reduce“, Kursziel 6,70 Euro) sprach von einem „schlechten“ Quartal und betonte, dass der Auftragseingang um fast die Hälfte unter der Konsensprognose liege.

Sven Diermeier von Independent Research (von "halten" auf "verkaufen", Kursziel von 10,40 auf 7,00 Euro gesenkt) stellt fest, dass der Auftragsbestand auf dem tiefsten Stand seit mehreren Jahren sei. Diermeier verwies auch darauf, dass das kommende Jahr schwierig werden solle. Nordex hatte erklärt, der Vorstand sei davon überzeugt, dass die Nachfrage in den europäischen Kernmärkten in 2018 schwach bleibe.

© IWR, 2017

15.11.2017