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PNE Wind ändert Strategie

Cuxhaven/Frankfurt - Die deutsche Windpark-Projektierer PNE Wind richtet das operative Geschäft strategisch neu aus. Das Unternehmen will nun zum Anbieter von Lösungen für saubere Energie werden.

Die PNE Wind AG mit Hauptsitz Cuxhaven und rund 360 Mitarbeitern will die Aktivitäten national und international auf eine "deutlich breitere Basis" stellen. So soll die Volatilität der Erträge verringert und neue Margenpotentiale erschlossen werden. Projektentwicklung bleibt aber das Kerngeschäft bei PNE Wind.

Auslöser: Märkte und Rahmenbedingungen für erneuerbaren Energien im Wandel

Markus Lesser, Vorstandsvorsitzender der PNE Wind AG, erklärt die Pläne des börsennotierten Unternehmens: „Wir werden uns vom Spezialisten für Projektierung, Bau und Betrieb von Windparks zum Anbieter von Lösungen für saubere Energie weiterentwickeln. Als „Clean Energy Solution Provider“ wollen wir unser Service-Angebot ausweiten und werden neue Märkte und Technologien besetzen.“ PNE Wind reagiert damit auf Veränderungen in den Märkten und bei den Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Während erneuerbare Energien weltweit in den kommenden Jahren dynamisch wachsen werden, sind in einzelnen, etablierten Märkten aber auch gegenläufige Entwicklungen zu beobachten, teilt der bisherige Windenergie-Spezialist mit. Förderungen für Windenergie würden gekürzt und Vergütungssysteme auf Ausschreibungen oder andere Marktmechanismen umgestellt. Der Zubau der Windenergie werde in manchen Ländern begrenzt und der dies verschärfe den Wettbewerbsdruck. Die Optimierung der Kosten rund um ein Projekt gewinnt daher immer mehr an Bedeutung, so PNE Wind.

Gesamte Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien belegen

Diesen Entwicklungen trägt die PNE Wind AG mit einer Ausweitung des operativen Geschäfts Rechnung und wird als Clean Energy Solution Provider die enormen Chancen aus der Wandlung der Märkte nutzen. Lesser: „Unsere strategische Neuausrichtung umfasst künftig nahezu die gesamte Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien. Aus unserer jetzigen Position der Stärke heraus wollen wir Projekte und Lösungen zur Planung, Errichtung und zum Betrieb von Erneuerbare Energien Kraftwerken entwickeln und realisieren.“

Projektentwicklung soll auch zukünftig das Kerngeschäft bei PNE Wind bleiben. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung von Qualitätsprojekten, der Aufbau eines neuen europäischen Windpark-Portfolios mit rund 200 Megawatt (MW) bis 2020 sowie technologieübergreifende Projekte sowie weitere Servicedienstleistungen.

Neue Technologien im Bereich erneuerbare Energien – neue Märkte in Schwellenländern

Neben der Windenergie sollen künftig auch Photovoltaik, Speicherung und Power-to-Gas wesentliche Bausteine der Unternehmensstrategie sein. Neu wird die Entwicklung von Power-to-Gas-Projekten mit einem Schwerpunkt bei der Erzeugung von Wasserstoff sein. Damit werde der Einstieg in die Segmente Mobilität und Wärme aus erneuerbaren Energien geplant. In der Verbindung von Windparks, Photovoltaikanlagen und Speichern will PNE Wind künftig auch erneuerbare Energien Kraftwerke und Insellösungen entwickeln.

Neben den etablierten Märkten für Windenergie wie Deutschland, Frankreich oder USA rücken für die PNE Wind AG künftig auch Schwellenländer etwa in Lateinamerika, im mittleren und fernen Osten sowie in Afrika, die aus Sicht der Norddeutschen ein großes Potential für die Entwicklung von erneuerbaren Energien haben, in den Fokus. Diese Märkte zeichnen sich durch hohen Energiebedarf aus. Kooperationen mit erfahrenen Partnern gewährleisten sichere Investments in diesen Ländern.

Zusätzliche Dienstleistungen im Fokus – Ebit soll ansteigen

PNE Wind erwägt auch zusätzliche Dienstleistungen etwa beim Betriebsmanagement und weitere Finanzierungslösungen für Projekte. Auch anorganisches Wachstum durch Kooperationen, Beteiligungen oder Übernahmen von Unternehmen aus der Photovoltaik-, der Batterie- und Speicherbranche sei möglich. Zusätzlich soll die Stromerzeugung aus eigenen Kapazitäten durch Stromhandel und eigene Vermarktung von Strom und Gas aufgewertet werden. Eine Veredelung des Stroms will das Unternehmen erreichen, in dem die weitere Wertschöpfung mit betrachtet wird.

Um die erweiterte Strategie intensiv vorzubereiten wurde in Hamburg eine Gruppe von spezialisierten Mitarbeitern zusammengestellt, die Geschäftsmöglichkeiten mit neuen Produkten sowie in neuen Märkten entwickeln und umsetzen sollen. Markus Lesser: „Wir nennen das Smart Development. Hier arbeiten wir an den Grundlagen für die weitere Entwicklung der PNE-Wind-Gruppe.“ Mit dieser neuen Strategie wolle man Marktrisiken minimieren, so Lesser weiter. Neue Potenziale und Märkte und sollen mittelfristig vor allem die bisher sehr volatilen Ergebnisse verstetigen. Der Übergang braucht Zeit. Lesser: „Nach einer Übergangsphase, in der mit Investitionen die Weichen zur Umsetzung der Strategie gestellt werden, soll dies bis 2023 zu einem Anstieg des durchschnittlichen operativen Ergebnisses (Ebit) führen.“

© IWR, 2017

16.11.2017