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Erdgas-Kraftwerke produzieren deutlich mehr Strom

Bonn – Die Wettbewerbshüter in Deutschland schauen im Rahmen der Monitoringberichte regelmäßig auf die Energiemärkte. Im Jahr 2016 zeigen sich die zuständigen Behörden zufrieden mit den Entwicklungen. Zudem hat die Produktion von Strom aus Gaskraftwerken wieder stark zugelegt.

Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt haben den gemeinsamen jährlichen Monitoringbericht über die Entwicklungen auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten veröffentlicht. Auf dem Strommarkt sinken die Preise sowie die Marktkonzentration.

Stromerzeugung aus Gaskraftwerken steigt 2016 um 37 Prozent

Die Nettostromerzeugung in Deutschland ist im Jahr 2016 um rund ein Prozent auf 600,3 Mrd. Kilowattstunden (kWh) angestiegen (2015: 594,2 Mrd. kWh). Auffällig ist dabei der Anstieg der Stromerzeugung aus Gaskraftwerken um rund 37 Prozent auf 66,9 Mrd. kWh (2015: 48,6 Mrd. kWh). Es ist der höchste Wert seit dem Jahr 2011. Die regenerativen Energien kommen auf 180,3 Mrd. kWh und damit wie im Vorjahr auf einen Anteil von rund 30 Prozent. „Das Jahr 2016 zeigt erneut, dass die Stromerzeugung in Deutschland ständigen Veränderungen unterliegt“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „2016 war ein windarmes Jahr, deswegen stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nur leicht an. Dagegen wurde erstmals seit Jahren wieder mehr Strom aus Erdgas produziert – die Menge stieg um rund 37 Prozent“, führt Homann weiter aus.

Strom-Erzeugungskapazität steigt 2016 auf 212.000 MW

Die in Deutschland installierte Erzeugungskapazität stieg 2016 auf 212.000 Megawatt (MW) an (2015: 205.000 MW, 2014: 196.000 MW). Mit 104.500 MW entfiel knapp die Hälfte dieser Kapazitäten auf die erneuerbaren Energien. Die neu eingeführten Ausschreibungen für den Zubau erneuerbarer Kapazitäten werden in Zukunft die Kapazitätsentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien determinieren, so die Feststellung im neuen Monitoringbericht. Insgesamt wurden bislang 13 Ausschreibungsrunden durchgeführt. Alle Ausschreibungen weisen einen erheblichen Kostensenkungstrend auf. Entscheidend sei nun, wie viele der bezuschlagten Anlagen auch tatsächlich realisiert werden. Die ersten Erfahrungen seien positiv. In den ersten beiden Photovoltaik-Ausschreibungsrunden aus dem Jahr 2015 konnten hohe Realisierungsquoten von über 90 Prozent verbucht werden.

Zunehmender Wettbewerb auf den Strommärkten – Preise sinken

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, betont den zunehmenden Wettbewerb auf den Strommärkten: „Bei der konventionellen Stromerzeugung hat die Marktkonzentration auf der Anbieterseite weiterhin merklich abgenommen. Daneben ist die Liquidität der Stromgroßhandelsmärkte auf das höchste Niveau seit Erfassung gestiegen. Die Großhandelspreise sind im Jahr 2016 im Durchschnitt weiter deutlich gesunken.“

Der Wettbewerb wirkt sich insbesondere auf die Haushaltskundenpreise positiv aus, die weitestgehend stabil geblieben sind. Der Durchschnittspreis für Haushaltkunden lag zum 1. April 2017 bei 29,86 Eurocent/kWh und damit um 0,2 Prozent über dem Vorjahreswert von 29,80 ct/kWh. Es wird erwartet, dass sich durch das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) ab 2018 auch bei dem Preisbestandteil Netzentgelte Kostendämpfungen einstellen. Auch im Gasbereich zeigt der aktuelle Monitoringbericht eine kontinuierliche Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen.

© IWR, 2017

20.11.2017