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Konjunkturelle Entwicklung stützt Beschäftigung im Wind-Sektor

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Berlin - Im Zuge der guten konjunkturellen Lage auf dem Windenergiesektor im Jahr 2016 ist in Deutschland auch die Beschäftigung in der Windindustrie gewachsen. Sorgen bereitet allerdings die weitere Entwicklung.

Der Windenergieausbau in Deutschland an Land und auf See und die internationale Marktentwicklung haben dazu geführt, dass die Windindustrie zu einem ein Beschäftigungstreiber der Energiewirtschaft geworden ist. Innerhalb der Regenerativen Energiewirtschaft entfallen etwa die Hälfte der Jobs auf den Windenergiesektor.

Windenergie sichert knapp die Hälfte der EE-Beschäftigung

Das Bundeswirtschaftsministerium hat aktuelle Zahlen zur Beschäftigung im Bereich der Erneuerbaren Energien veröffentlicht. Demnach waren 2016 knapp 340.000 Personen in der Regenerativen Energiewirtschaft beschäftigt - 10.000 mehr als 2015. Mit 162.000 Beschäftigten sichert die Windenergie 2016 etwa die Hälfte der Jobs innerhalb des EE-Sektors. Im Vergleich zum Vorjahr 2015 sind damit etwa 8 Prozent mehr Menschen auf dem Windenergiesektor beschäftigt (2015: 149.700). Der Großteil der Arbeitsplätze in der Windindustrie entfällt 2016 mit 133.000 Jobs auf die Onshore-Windenergie (2015: 127.100 Beschäftigte). Auf dem Offshore-Windenergie waren 2016 rd. rd. 27.000 Menschen tätig (2015: 22.600 Beschäftigte).

Sorge vor Beschäftigungsrückgang

Das Beschäftigungswachstum in der Windindustrie korrespondiert mit der guten nationalen und internationalen Entwicklung des Windenergiemarktes. Angesichts der aktuell erkennbaren Eintrübung des nationalen Marktes im Zuge des Systemwechsels auf ein Ausschreibungsmodell könnte auch bei der Beschäftigung eine negative Trendumkehr einsetzen. Das befürchtet unter anderem der Bundesverband Windenergie (BWE).

BWE fordert Korrektur des Ausschreibungsdesigns

Damit sich der Positivtrend bei der Beschäftigungsentwicklung verstetige und die Transformation des Energiesystems auf dem Weg zur Dekarbonisierung bis 2050 absichere, müsse die Bundesregierung durch solide gesetzliche Arbeit die Energiewende flankieren, so der Präsident des Bundesverbandes Windenergie Hermann Albers. „In diesem Zusammenhang ist es erforderlich, jetzt das im Koalitionsvertrag definierte 2030-Ziel in Angriff zu nehmen und durch höhere Zubaukorridore zu unterlegen“, so Albers weiter.

Um die positive Entwicklung fortzuführen, fordert der Bundesverband WindEnergie daher eine schnelle Korrektur des Ausschreibungsdesigns und das im Koalitionsvertrag für 2019 und 2020 festgeschriebene zusätzliche Ausschreibungsvolumen.

Beschäftigungseinbruch auf dem Solarsektor

Wie schnell es zu einem Einbruch der Beschäftigung kommen kann, zeigt sich am Beispiel des Solarenergie. Mit etwa 114.000 Beschäftigten lag der Beitrag der Solarenergie (PV, Solarthermie und Solarthermische Kraftwerk) zur Arbeitsplatzsicherung 2012 in etwa auf dem Niveau der Windenergie (2012: rd. 121.800 Beschäftigte). Seitdem ist der Solarenergiesektor infolge geänderter Rahmenbedingungen, einer Konjuntureintrübung und dem Einbruch in der deutschen PV-Industrie auf etwa 45.000 Beschäftigte im Jahr 2016 zurückgegangen.

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16.03.2018