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Bulgarischer Windverband kritisiert illegale Kürzung der Einspeisetarife

Sofia, Bulgarien – In Bulgarien werden die Einspeisetarife für Strom aus erneuerbaren Energien massiv gekürzt. Wie der bulgarische Windenergieverband BGWEA mitteilt, habe sich die Regulierungsbehörde SWERC in einer geheimen Sitzung dazu entschieden, die Vergütungen entgegen der bisherigen Gesetzeslage rückwirkend zu kürzen. Bisher seien die Vergütungen für regenerativ erzeugten Strom über 12-20 Jahre garantiert gewesen, den aktuellen Plänen zufolge sollen dagegen Windenergieprojekte eine um 10 Prozent verminderte Vergütung erhalten, während der Strom aus Solarenergie um 20 Prozent geringer vergütet wird. Bei Solaranlagen, die in der ersten Jahreshälfte 2012 errichtet wurden seien Kürzungen um rd. 39 Prozent vorgesehen. Nach Angaben des Verbandes wurde die Regelung am letzten Freitag beschlossen und soll bereits am Donnerstag in Kraft treten.

Verband: Kürzungen sind illegal
Nach Ansicht des BGWEA würden die Kürzungen dazu führen, dass viele Betreiber insolvent gehen, da sie ohne die bisherigen Vergütungen, mit denen kalkuliert worden sei, nicht mehr in der Lage seien, ihre Kredite zurückzuzahlen. Über Nacht würden so mehrere Milliarden Leva an in- und ausländischen Investitionen sowie hunderte von Jobs vernichtet. Darüber hinaus rechnet der Verband mit massiven Folgen für die bulgarischen Banken, die dann viele faule Kreditverträge in ihrem Portfolio hätten. Zudem würde die Entscheidung der Regierung das Vertrauen in Bulgarien als Investitionsstandort untergraben. „Die Botschaft ist für jede Art von Investor ist klar: egal, was dir das Gesetz heute zusichert, es kann morgen völlig anders sein. Investieren in Bulgarien findet so nicht mehr länger in einem stabilen europäischen Markt statt, sondern in einem chaotischen Umfeld, in dem jeder Investor von der Gnade der Regierung abhängig ist“, sagte Sebastian Noethlichs, Geschäftsführer des BGWEA. Der Verband hält die angekündigte Neuregelung der Vergütungen für illegal und hat angekündigt alle rechtlichen Mittel dagegen auszuschöpfen.

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18.09.2012