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Studie: Politik gefährdet Wertschöpfung in der Offshore-Windbranche

© Fotolia© FotoliaStuttgart - Der nationale Ausbau der Offshore-Windenergie sorgt auch fernab der Standorte der Offshore-Windparks im Süden und in der Mitte Deutschlands für Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Die bereits seit langem erkennbare Ausbaulücke in Deutschland gefährdet die Branche nachhaltig. Das zeigt auch eine neue Studie von Windresearch.

Die meisten Beschäftigten in der Offshore-Windenergiebranche gibt es im küstenfern gelegenen Baden-Württemberg. Das zeigt eine aktuelle Studie der Marktforscher von Windresearch. Die aktuelle Ausbaudelle bei der Offshore-Windenergie bedroht die weitere Entwicklung der Branche. Der WAB e.V. fordert die umgehende Realisierung des von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag angekündigten Sonderbeitrags und eine Anhebung der Offshore-Ausbauziele bis 2035.

Offshore-Windenergie sorgt für Jobs in Baden-Württemberg
Vom Ausbau der Offshore-Windenergie profitiert nicht nur die Wertschöpfung der küstennahen Bundesländer, vielmehr ist die Wertschöpfungskette über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Dabei arbeiten mit 4.455 Arbeitsplätzen in keinem Bundesland mehr Menschen in der Offshore-Windenergie als in Baden-Württemberg. Die Beschäftigten in Baden-Württemberg sind vor allem im Engineering sowie in der Forschung und Entwicklung tätig. In diesem Segment machen Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Südwesten mit Offshore-Windenergie einen Umsatz von rd. einer Milliarde Euro (1,01 Mrd.). Hier liegt Baden-Württemberg auf Rang vier unter den deutschen Bundesländern, hinter Niedersachsen (2,53 Mrd.), Hamburg (1,79 Mrd.) und Nordrhein-Westfalen (1,13 Mrd.). Auch bei der Zahl der Marktteilnehmer liegt Baden-Württemberg im Bundesländervergleich vorne. Die 86 im Südwesten aktiven Marktteilnehmer werden nur von Niedersachsen (126) und Nordrhein-Westfalen (98) übertroffen.

Laut der Studie hängt die Zahl der Beschäftigten in der Offshore-Wind-Branche in Deutschland (derzeit 24.350) stark von den Ausbauzielen der Bundesregierung ab. Die deutsche Offshore-Wind Zulieferindustrie zählte früh zu den globalen Technologieführern und ist international anerkannt. Sie kann bei einer entsprechenden Unterstützung auch dabei helfen, die in den kommenden Jahren zu erwartenden Arbeitsplatzverluste der fossilen Industrien auszugleichen.

Längerfristig benötige die Branche ambitionierte und verlässliche Ausbauziele. Den positiven Effekt der Ausbauziele zeigen auch die Szenarien der Studie. Aufgrund der Auftragsflaute im deutschen Markt sei voraussichtlich bis 2022/23 mit sinkenden Beschäftigtenzahlen und Umsätzen zu rechnen. Danach hänge der Zuwachs oder die weitere Abnahme der Beschäftigung von den Ausbauzielen bis 2035 ab. Im pessimistischen Fall droht der Verlust von mehr als 8.000 Arbeitsplätzen - im optimistischen Fall kommen rund 10.000 neu hinzu.

WAB und VDMA Power Systems fordern von der Bundesregierung zuverlässige Rahmenbedingungen
Vor allem innovative kleine und mittelständische Unternehmen, die Beschäftigung und Wertschöpfung schaffen und einen großen Teil zur Umsetzung der Energiewende beitragen, leiden unter der Pause im deutschen Offshore-Wind-Ausbau in den kommenden Jahren. Die Ausbaulücke bedroht Arbeitsplätze in Deutschland und kann dazu führen, dass Unternehmen ins Ausland abwandern, so der die Windenergiebranche vertretende Verein WAB e.V. Um die Wahrnehmung der Offshore-Wind-Zulieferindustrie zu stärken, setzt die WAB seit Sommer 2019 die „WAB-Inn2Power German Inland Campaign“ um. Die durch das EU-Projekt Inn2POWER unterstützte German Inland Campaign mache deutlich, dass diese Unternehmen einen starken Heimatmarkt benötigen, um ihr Exportpotenzial zu erschließen und langfristig weitere Arbeitsplätze zu schaffen, so die WAB.

„Die von der Bundesregierung geplanten 20 Gigawatt bis 2030 ohne eine Perspektive für die Zeit bis 2035 und danach sind nicht ausreichend. In der deutschen Nord- und Ostsee schlummert ein Potenzial von 57 Gigawatt Windkraft auf See, und das Interesse an ‚grünem‘ Wasserstoff steigt zunehmend. Deshalb fordern wir die 2 GW umgehend und 35 Gigawatt bis 2035“, so WAB e.V.-Geschäftsführerin Heike Winkler. Die Windindustrie am Standort Deutschland brauche zuverlässige politische Rahmenbedingungen, um langfristige Investitionen für den Erhalt der Technologie- und Innovationsführerschaft zu rechtfertigen, ergänzt Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems.


© IWR, 2020


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22.01.2020

 



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