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Windenergie-Zubau 2020 – Negativtrend verschärft sich im dritten Quartal

© IWR© IWRMünster – Seit dem bislang besten Branchenjahr 2017 ist der Zubau an neuen Windkraftanlagen in Deutschland in den Folgejahren jeweils zurückgegangen. Nach den jetzt vorliegenden Neunmonats-Zahlen wird klarer, dass sich dieser Trend auch 2020 weiter fortsetzt.

Mit dem Wechsel auf ein staatlich gesteuertes Ausschreibungs-Mengensystem ist es auf dem Windmarkt zu einem starken Einbruch gekommen. Nach einem bereits schwachen Jahr 2019 ist im Jahr 2020 mit einem weiteren Rückgang und einem neuen Tiefstwert bei der Windenergie-Zubauleistung seit vielen Jahren zu rechnen. Das bestätigen die Neunmonats-Zahlen der On- und Offshore-Neuinbetriebnahmen.

Zubau an Windkraftleistung verliert in Q3 weiter an Dynamik
Der Windenergie-Markt in Deutschland steht nach einem schwachen Jahr 2019 in Deutschland auch 2020 unter starkem Druck. Neben einem anhaltend schwachen Onshore-Sektor kommt im laufenden Jahr ein extrem schwacher Offshore-Sektor hinzu. Insbesondere im jetzt zu Ende gegangenen dritten Quartal (Juli – September) hat sich die Schwäche auf dem Offshore-Sektor mit lediglich einer im Juli neu in Betrieb genommenen Anlage mit einer Leistung von 6,3 Megawatt (MW) weiter verstärkt. An Land wurden im dritten Quartal 84 Windenergieanlagen mit rd. 287 MW neu in Betrieb genommen, so dass sich für das Quartal On- und Offshore ein Gesamtwert von 85 Anlagen mit rd. 293 MW ergibt. Damit ist das dritte Quartal das bislang schwächste im laufenden Jahr 2020 (Q1: 492,9 MW, Q2: 318,4 MW). Das geht aus einer IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur (BNetzA) hervor (Stand: 05.10.2020).

Offshore-Ausbau bricht in den ersten neun Monaten ein
In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 sind bisher 306 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.104 MW neu in Betrieb gegangen. Auf die Windenergie an Land entfallen davon zwischen Januar und September 2020 insgesamt 274 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 885,2 MW. Im Offshore-Sektor sind in den ersten neun Monaten 2020 lediglich 32 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 218,9 MW ans Netz gegangen sind, im ganzen Jahr 2019 waren es noch 1.111 MW.

Bezogen auf den Windenergie-Zubau an Land in den ersten 9 Monaten des Jahres 2020 steht derzeit das Bundesland Brandenburg mit 133,1 MW an der Spitze auf Rang 1, vor Niedersachsen mit 130,7 MW und Nordrhein-Westfalen mit 130,2 MW, darauf folgen Mecklenburg-Vorpommern (89,8 MW) auf Platz 4 und Sachsen-Anhalt (85,1 MW) auf Rang 5. Von den Flächen-Bundesländern liegt das Saarland mit lediglich 9 MW auf dem letzten Platz, vor Sachsen (10,1 MW) und Bayern (27,5 MW).

Im Herstellerranking nimmt nach den ersten neun Monaten Vestas mit einer Leistung von rd. 292 MW die Spitzenposition ein, vor Enercon mit rd. 286 MW auf Platz zwei. Auf Rang drei folgt Nordex (rd. 176 MW), vor Siemens Gamesa (rd. 127 MW) und dem mittlerweile insolventen Hersteller Senvion (101 MW).

Trend: Schwacher Offshore Windmarkt verhagelt Windenergie-Gesamtbilanz 2020
Bei einer angenommenen Fortsetzung der bisherigen monatlichen Installationszahlen bei der Windenergie an Land im vierten Quartal bestätigt sich die bisherige IWR Prognose von 1.200 MW neuer Onshore-Windenergieleistung (brutto, d.h. ohne Rückbau von Altanlagen) für das Gesamtjahr 2020 (Vorjahr 2019: 1.078 MW). Das ist zwar etwas mehr als im Vorjahr 2019, allerdings reicht der leichte Zuwachs nicht aus, um den Rückgang bei der Offshore Windenergie zu kompensieren. In der Summe ist daher zu erwarten, dass der Gesamtzubau an neuer Windkraftleistung im laufenden Jahr noch einmal deutlich schwächer ausfallen wird, als im ohnehin schwachen Vorjahr 2019.

Über die Windenergie-Daten des BNetzA-Marktstammdatenregisters
Die durchgeführte IWR-Auswertung von Daten des BNetzA-Marktstammdatenregisters mit Stand vom 05.10.2020 stellt eine Momentaufnahme dar. Kriterium ist das Datum der Inbetriebnahme. Statistische Änderungen (auch rückwirkend) sind wegen einzelner Nachmeldungen von Anlagen oder Korrekturen zum Anlagenregister durch die BNetzA jederzeit möglich. Diese Unschärfen führen allerdings nicht zu Änderungen an den Trendaussagen.

© IWR, 2020


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06.10.2020

 



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