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Studie: Vögel können Rotorblättern von Windturbinen gut ausweichen

© Vattenfall / Henrik Haaning Nielsen© Vattenfall / Henrik Haaning NielsenStockholm, Schweden – Bei vielen Windenergieprojekten bremsen der Natur- und Artenschutz die Umsetzung. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Gefährdung von Vögeln im Umfeld eines Windparks lassen ein größeres Potenzial für die Koexistenz von Natur und Windparks erwarten.

Bei der Planung und Errichtung von Windenergieanlagen hat die Berücksichtigung des Vogelschutzes eine hohe Bedeutung. Aktuelle Ergebnisse einer Untersuchung von Vattenfall an einem Windpark in Dänemark in der Nähe eines internationalen Vogelschutzgebietes zeigen, dass einzelne Vogelarten eine ausgeprägte Ausweichreaktion gegenüber den sich drehenden Rotoren aufweisen.

Geringes Kollisionsrisiko sollte bei Planung neuer Windparks berücksichtigt werden
Eine neue avifaunistische Studie im Windpark „Klim Wind Farm“ in Nordjütland in Dänemark in unmittelbarer Nähe des internationalen Natura-2000-Vogelschutzgebietes „Vejlerne“ im Auftrag von Vattenfall zeigt, dass die im Rahmen der Untersuchung beobachteten Vögel sehr viel besser den Rotorblättern der Windturbinen ausweichen können, als zuvor angenommen. Für Kurzschnabelgänse und Kraniche wurde in den Untersuchungen auf der Grundlage einer Population von 20.000 bis 30.000 Gänsen und mehreren Hundert Kranichen eine Ausweichreaktion von 99,9 Prozent berechnet. Weder Kurzschnabelgänse noch Kraniche wurden an Stellen gefunden, wo mit Sicherheit hätte festgestellt werden können, dass sie infolge einer Kollision mit den Windturbinen gestorben waren. Um auf der sicheren Seite zu sein, wurde für alle Vögel oder Überreste von Vögeln, die unter den Windturbinen gefunden wurden, eine Kollision mit einer Windenergieanlagen als Ursache angenommen. Durch den Vergleich der Anzahl der potenziell kollidierten Vögel mit den in dem Gebiet registrierten Vögeln wurde mithilfe des international anerkannten Bandmodells die „Ausweichreaktion“ berechnet.

„Die Ergebnisse bestätigen, dass Vögel erstaunlich gut darin sind, um die Windturbinen herum oder darüber hinweg zu fliegen. Das ist positiv, nicht nur, weil fast keine Vögel bei Kollisionen sterben, sondern auch, weil es bedeutet, dass die Errichtung von Windturbinen nicht in direktem Konflikt mit Naturschutzgebieten stehen muss. Dieses Wissen sollte in Verbindung mit der Planung neuer Windparks berücksichtigt werden“, so Jesper Kyed Larsen, Bioscience Lead bei Vattenfall Environment & Sustainability.

Über die Studie
Die Studie im Bereich der „Klim Wind Farm“ und in dem Natura-2000-Naturreservat „Vejlerne“ hat die Anzahl der potenziellen Kollisionen von Vögeln dokumentiert, indem die Umgebung der Windturbinen regelmäßig nach toten Vögeln, Federn oder andere Überreste von Vögeln abgesucht. Dabei wurde berücksichtigt, dass ein Teil von Kollisionsopfern durch Füchse und ähnliche Tiere verschleppt wurden. Die Anzahl der Vögel im Untersuchungsgebiet wurde ebenfalls mit Laserferngläsern, Teleskopen und Radar kartiert, wodurch es möglich wurde, systematisch Entfernungen und Flughöhen zu messen und anschließend eine 3D-Flugbahn jedes Vogels zu erstellen.

Die Untersuchung wurde jeweils ein Jahr bzw. drei Jahre nach der Errichtung des Windparks im Jahr 2015 durchgeführt und ist Dänemarks bisher umfassendste Studie zu der Frage, wie Gänse und Kraniche auf die sich drehenden Rotoren von Windenergieanlagen reagieren. Der Fokus der Untersuchungen lag darin, sowohl zu berechnen, wie viele Vögel mit Windenergieanlagen kollidieren, als auch zu bestimmen, wie viele Vögel überhaupt in dem Bereich fliegen.

Die Studie wurde für Vattenfall von drei anerkannten Beratungsfirmen durchgeführt, einschließlich lokaler professioneller Ornithologen. Das Ergebnis der Studie wird in „DOF BirdLife“, der wissenschaftlichen Zeitschrift Dänemarks, zusammen mit einer „Peer Review“ zur fachlichen Vertiefung veröffentlicht.


© IWR, 2020


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21.10.2020

 



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