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Bau von Wasserstoff-Speicherkraftwerk im Industriepark Schwarze-Pumpe beschlossen

© CEBRa, INK Cottbus© CEBRa, INK CottbusSpremberg / Dauerthal - Beim Bau des Wasserstoff-Speicherkraftwerk RefLau im Industriepark Schwarze Pumpe (Brandenburg / Sachsen) ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nach mehrjähriger Entwicklung soll im August 2021 die Projektgesellschaft gegründet werden. Die Grundsteinlegung für die Anlagen ist für das zweite Halbjahr 2022 geplant.

Das Reallabor Referenzkraftwerk Lausitz (RefLau) ist einer der Gewinner des Ideenwettbewerbs „Reallabore der Energiewende“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das Kraftwerk am Industriepark Schwarze Pumpe soll unter ausschließlicher Nutzung erneuerbarer Energien grünen Wasserstoff erzeugen und die Möglichkeiten der Sektorkopplung aufzeigen sowie neue Wertschöpfungspotenziale erschließen.

Pilotprojekt Bestandteil der Wasserstoffstrategie von Brandenburg und Sachsen sowie des Bundes
In Kooperation mit der Energiequelle GmbH und der Enertrag AG sowie der Universität Rostock will der Zweckverband Industriepark Schwarze Pumpe (ZV ISP) am Industriestandort Schwarze Pumpe das Reallabor Referenzkraftwerk Lausitz (RefLau) errichten. In dem Wasserstoff-Speicherkraftwerk soll grüner Wasserstoff für die Nutzung in den Sektoren Verkehr, Industrie und Wärme erzeugt werden. Zudem soll Nachweis erbracht werden, dass ein Kraftwerk auf der Basis von 100 Prozent erneuerbarer Energien in der Lage ist, alle Systemdienstleistungen zu gewährleisten, die derzeit von konventionellen Kraftwerken bereitgestellt werden.

Das bundeslandübergreifende Pilotprojekt ist Bestandteil der Wasserstoffstrategie von Brandenburg und Sachsen sowie des Bundes. Nach mehrjähriger Projektentwicklung steht im August 2021 die Gründung der Referenzkraftwerk Lausitz GmbH auf der Agenda, die für die Vorbereitung, Umsetzung und Inbetriebnahme des Speicherkraftwerkes verantwortlich ist. Das BMWi hat die Bereitstellung von Fördermitteln bestätigt, so dass die Projektgesellschaft in die Umsetzung des Vorhabens eintreten kann. Der Bund stellt bei einer voraussichtlichen Gesamtinvestition von 50 Mio. Euro eine Förderung von insgesamt 30 Mio. Euro in Aussicht.

Pilotprojekt als Ausgangspunkt für Konzeption von Speicherkraftwerken mit mehr als 100 MW Leistung
Der Fokus des Projekts RefLau liegt auf der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Lausitz. Langfristige Zielsetzung des Pilotprojektes mit einer Leistung von 10 Megawatt (MW) ist es, Anlagen mit einer hochskalierten Erzeugerleistung > 100 MW auch an anderen Industrie- und Kraftwerksstandorten zu realisieren.

Das Projektkonsortium hat umfangreiche wirtschaftliche Berechnungen durchgeführt und geht davon aus, dass die Anlage mit einer Leistung von rd. 10 MW in den nächsten Jahren wirtschaftlich betrieben werden kann. „Mit dem Referenzkraftwerk werden wir zeigen, dass die Erzeugung erneuerbaren Stroms verstetigt und die Lausitz Modellregion für erfolgreichen Strukturwandel werden kann“, so Enertrag-Vorstand Dr. Gunar Hering. „Wir freuen uns darauf, mit unseren Partnern starten zu können und dabei unsere Erfahrung in der Produktion von grünem Wasserstoff einzubringen.“

Projektschwerpunkt Sektorkopplung
Neben der stromseitigen Verwertung wird RefLau auch im Bereich der Sektorkopplung eingesetzt werden. Dies umfasst insbesondere die regionale und überregionale Vermarktung der CO2-freien Wärme über das Fernwärmenetz sowie Wasserstoff für den Personen- und Schwerlast-Verkehr sowie den wasserstoffbetriebenen Schienenverkehr. In der Absatz-Strategie des RefLau spielt die Versorgung der im Strukturwandel umzurüstenden Bahnstrecken auf Wasserstoffantriebe eine dominante Rolle. Abstimmungen zur Vorbereitung von Lieferverträgen mit regionalen Stadtwerken, ÖPNV-Betreibern sowie der Industrie und der Wärmeversorgung laufen bereits.

Pilotanlage soll 2024 in Betrieb gehen
Mit den Planungen für das RefLau ist ein regionales Planungsunternehmen aus Cottbus/Dresden beauftragt. Die Beratungen zu den umfangreichen Genehmigungsverfahren mit den Behörden von Brandenburg und Sachsen haben im Juli 2021 begonnen. Die Grundsteinlegung für die Anlagen ist für das zweite Halbjahr 2022 vorgesehen. Das Speicherkraftwerk soll dann 2024 in Betrieb genommen werden. Ergänzt werden wird es mit einer Wasserstofftankstelle und einer Trailer-Abfüllstation mit eigenen Trailern zur Versorgung von externen Nutzern.

Zurzeit werden darüber hinaus die ersten Vereinbarungen der Strom-Bereitstellung mit Betreibern von Photovoltaik- und Windenergieanlagen vorgenommen. Bezüglich weiterer regenerativer Erzeugungskapazitäten, die in den nächsten Jahren in der Region errichtet werden müssen, laufen Abstimmungen mit den regionalen Planungsverbänden von Brandenburg und Sachsen.


© IWR, 2021


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