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Tennet stellt 6-Gigawatt-Verteilkreuz zur Beschleunigung des Ausbaus der Offshore-Windenergie vor

© Tennet© TennetBayreuth - Aktuell findet in Glasgow die 26. UN-Klimakonferenz statt und die ersten Berichte dämpfen die Erwartungshaltung gewaltig. Unabhängig davon dürfte der Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit weiter an Tempo zulegen. In Deutschland soll ein neues Konzept von Tennet den Ausbau der Offshore-Windenergie deutlich beschleunigen.

Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet hat ein Konzept für den Offshore-Netzausbau vorgestellt, das die ambitionierten Klimaziele Deutschlands unterstützen und den Ausbau der Offshore-Windenergie deutlich beschleunigen soll. Das Konzept wurde gemeinsam mit den Energieministern von Niedersachsen, Olaf Lies, und Schleswig-Holstein, Jan Philipp Albrecht, sowie Bremens Staatsrat Kai Stührenberg präsentiert.

Windstrom-Booster realisiert Beschleunigungspotenzial von drei Jahren
Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet hat mit dem Windstrom Booster ein technologisches Konzept vorgestellt, das den Offshore-Netzausbau in der Nordsee deutlich beschleunigen kann. Ziel ist es, durch den Aufbau einer internationalen Vernetzung von Gleichstrom-Leitungen Lösungen zur Dekarbonisierung von energieintensiven Prozessen in der Industrie und zur smarten Kopplung von Windenergie mit Wasserstoff zu verknüpfen. Zudem soll das Konzept die Effizienz und Versorgungssicherheit und neue europäische Stromhandelskapazitäten schaffen. Nach Angaben von Tennet könnten mit Umsetzung des Konzeptes Offshore-Windparks mit einer Leistung von sechs Gigawatt drei Jahre früher realisiert werden. Eine zentrale Komponente des Windstrom-Boosters ist ein Verteilkreuz, das in der deutschen Außenwirtschaftszone der Nordsee vor der deutschen Küste errichtet werden soll.

„Aufbauend auf unserer umfassenden Erfahrung mit dem Bau und Betrieb von Offshore-Netzanbindungen zeigen wir mit unserer konzeptionellen und technologischen Innovation für ein Sechs-Gigawatt-Verteilkreuz einen Weg auf, das Erreichen der ambitionierten Klimaschutzziele deutlich zu beschleunigen“, so Tennet-COO Tim Meyerjürgens. Gleichzeitig werde der Grundstein für eine zukunftsfähige Vermaschung des Gleichstromnetzes gelegt. „So erhöhen wir nachhaltig die Effizienz sowie die Versorgungssicherheit und leisten einen wichtigen Beitrag zur intelligenten Kopplung von Offshore-Wind mit erzeugungsnah zu errichtenden Elektrolyseuren und dem Gasnetz“, so Meyerjürgens weiter.

Das Konzept des Verteilerdrehkreuzes im Überblick
Das von Tennet vorgeschlagene Windstrom-Booster-Konzept besteht aus den folgenden zentralen Bausteinen:

Ein modulare LanWin-Hub, der rund 150 Kilometer vor der Küste in der Nordsee errichtet werden soll, ermöglicht den direkten Anschluss einer Offshore-Windenergieleistung von bis zu 6 GW und verbindet erstmalig drei Offshore-Netzanschlusssysteme auf See direkt miteinander. Darüber hinaus bietet der Hub die Möglichkeit zur internationalen Vernetzung, beispielsweise mit der dänischen „Energy Island“, die im Jahr 2032 fertig wird.

Bislang werden alle Gleichstromsysteme auf See und an Land als Punkt-zu-Punkt-Verbindungen geplant. Tennet schlägt nun vor, diese drei Anbindungen mit je einer Leistung von 2 GW erstmals auf See und über drei Offshore-Anbindungsleitungen an Land in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen mit weiteren Gleichstromverbindungen zu vernetzen.

Um private Verbraucher, die Industrie und geplante Elektrolyse-Projekte mit Offshore-Windenergie zu versorgen sowie eine direkte Verbindung mit weiterführenden Gleichstromleitungen an Land zu ermöglichen, landen die drei Offshore-Verbindungen küstennah in Heide, Wilhelmshaven und im Suchraum im Norden von Bremen an.

Zahlreiche Unterstützer der Tennet-Initiative
Zahlreiche Unternehmen der Industrie und Energiebranche sowie Branchenverbände, darunter z.B. ArcelorMittal, die Entwicklungsagentur Region Heide, Holcim, Hynamics, Ørsted, Raffinerie Heide, Salzgitter AG, Uniper sowie die Windenergieverbände BWO und WAB unterstützen die Initiative von Tennet zur Beschleunigung der Realisierung der Offshore-Ausbauziele in der Nordsee. Auch der Energieversorgers EWE begrüßt das Konzept: „Mit Blick auf gesteckte Klimaziele und weltweit immer deutlicher werdende Folgen des Klimawandels ist es genau der richtige Weg, hier aufs Tempo zu drücken. Auch mit Blick auf den Hochlauf einer grünen Wasserstoffwirtschaft als weiteren wichtigen Baustein für das Gelingen der Energiewende, ist neben dem Ausbau der Windenergie an Land, auf den EWE sich fokussiert, auch der Offshore-Windenergie-Ausbau essenziell“, so EWE-Technikvorstand Dr. Urban Keussen.


© IWR, 2021


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