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Erste Turbine im RWE-Windpark Kaskasi in der deutschen Nordsee in Betrieb genommen

© RWE© RWEZamudio, Spanien / Essen- In der Nordsee laufen die Errichtungsarbeiten für den Offshore-Windpark Kaskasi auf Hochtouren. RWE setzt bei dem Projekt das weltweit erste recyclebare Rotorblatt von Siemens Gamesa ein. Damit ebnen RWE und Siemens Gamesa den Weg für die vollständige Recyclingfähigkeit von Windturbinen.

Der Energiekonzern RWE errichtet derzeit in der deutschen Nordsee den Offshore-Windpark Kaskasi. Bei dem Projekt kommen verschiedene Innovationen zum Einsatz. Einige Turbinen werden mit den ersten recycelbaren Rotorblättern ausgestattet. Eine dieser Turbinen wurde jetzt in Betrieb genommen. Der Meilenstein ist ein wichtiger Beitrag zum Ziel von Siemens Gamesa, bis 2040 vollständig recycelbare Turbinen zu bauen. Damit soll das Offshore-Windkraftprojekt Kaskasi zum Vorreiter in Sachen Kreislaufwirtschaft werden.

Erste kommerzielle Installation von vollständig recycelbaren Offshore-Rotorblättern
Die weltweit erste Windturbine, die mit den Recyclable-Blades von Siemens Gamesa ausgestattet ist, wurde in Betrieb genommen und speist nun Ökostrom ins Netz ein. Die Anlage steht in dem Offshore-Windpark Kaskasi, der sich derzeit im Bau befindet. Das Projekt markiert aus Sicht von RWE einen Wendepunkt für die langfristige Nachhaltigkeit der Offshore-Windenergie.

„Wir haben von der Markteinführung im September 2021 bis zur ersten Installation nur zehn Monate gebraucht. Wir schreiten damit in einer Geschwindigkeit voran, in der wir uns alle bewegen müssten, um genügend erneuerbare Stromerzeugungskapazitäten zur Bekämpfung der globalen Klimakrise bereitzustellen“, so Marc Becker, CEO der Siemens Gamesa Offshore Business Unit.

Rotorblätter bestehen aus einer Kombination von Materialien, die in Harz eingebettet sind und eine starke, steife Struktur bilden. Die Verwendung der Recyclable-Blade-Technologie von Siemens Gamesa ermöglicht die vollständige Rückgewinnung der Bestandteile des Rotorblattes am Ende seiner Lebensdauer. Mit einer milden Säurelösung können nach Angaben des Windturbinen-Herstellers unter anderem Harz, Glasfaser und Holz voneinander getrennt und dann zu neuen Produkten wie beispielsweise Koffern oder Flachbildschirmgehäusen verarbeitet werden, ohne dass dafür weitere Rohstoffe benötigt werden.

Bei dem Projekt Kaskasi werden neun handgefertigte Siemens Gamesa B81 Recyclable-Blades mit einer Länge von jeweils 81 Metern installiert. Die Recyclable-Blade-Technologie ist auch für die 108 Meter langen B108-Blätter der Offshore-Windenergieanlage SG 14-222 DD sowie die noch größeren 115 Meter langen B115-Blätter der SG 14-222 DD erhältlich.

Facts zum Offshore-Windpark Kaskasi
Der Standort des Offshore-Windparks Kaskasi befindet sich 35 km nördlich der Insel Helgoland in der deutschen Nordsee. Insgesamt werden 38 Windturbinen des Typs SG 8.0-167 DD mit einer Leistung von jeweils knapp 9 MW errichtet. Derzeit laufen die Bauarbeiten an dem 342 MW Projekt. Neun Turbinen sind bereits installiert. Kaskasi ist der 6. Windpark von RWE vor der deutschen Küste. Nach Inbetriebnahme kann mit dem Windpark rechnerisch ausreichend Strom erzeugt werden, um bis zu 400.000 deutsche Haushalte zu versorgen. Dies entspricht der Größe einer Stadt wie Frankfurt am Main. Die Inbetriebnahme des Offshore-Windparks ist Ende 2022 geplant.

Neben dem Einsatz von recycelbaren Rotorblättern setzt RWE bei dem Projekt auf eine innovative Technologie für die Offshore-Fundamente. Dabei wurden zum ersten Mal um drei Monopile-Fundamente am Meeresboden spezielle Stahlkragen gelegt. Der sogenannte "Collared Monopile" wurde auf Grundlage eines von RWE entwickelten Patents entworfen. Die neue Technologie bietet nach Angaben von RWE nicht nur zusätzliche Unterstützung bei seitlicher Belastung, sondern erhöht insgesamt auch die Tragfähigkeit der Monopile-Fundamente. Damit verbessert sich die Standsicherheit des gesamten Fundaments.

Zudem verwendet RWE bei Kaskasi eine innovative Vibrationsrammtechnik für die Gründung. Im Rahmen des Forschungsvorhabens "VISSKA" erforscht RWE gemeinsam mit weiteren Projektpartnern die Methode. Dabei stehen auch umfangreiche ökologische Begleituntersuchungen über das Verhalten von Schweinswalen als Reaktion auf das schallarme Installationsverfahren auf der Agenda.


© IWR, 2022


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01.08.2022

 



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