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Ultranet und A-Nord: Amprion kann wichtigen Gleichstrom-Konverter in Osterath bauen

© Fotolia/Adobe© Fotolia/AdobeDortmund – Mit dem Ausbau der Windenergie im Norden steigt gleichzeitig der Stromaustausch mit den Regionen im Süden Deutschlands deutlich an. Zu einem Schlüssel-Standort wird das nordrhein-westfälische Osterath, an dem ein wichtiger Gleichstrom-Konverter gebaut wird. Hier werden die Gleichstromverbindungen von Emden nach Osterath (A-Nord) und von Osterath mit Philippsburg im Süden (Ultranet) miteinander verknüpft.

Der Übertragungs-Netzbetreiber Amprion hat vom Rhein-Kreis Neuss die Genehmigung zum Bau des Gleichstrom-Konverters in Meerbusch-Osterath erhalten. Das zukünftige Drehkreuz verbindet die beiden großen Gleichstrom-Leitungen A-Nord und Ultranet mit den Erzeugungs- und Verbrauchszentren im Ruhrgebiet. Die energiewirtschaftliche Bedeutung des Konverters geht weit über eine normale Punkt-zu-Punkt Verknüpfung hinaus.

Drehkreuz Meerbusch-Osterath – Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom
Um den Strom, der zunächst über Gleichstromverbindungen transportiert wird, in das Wechselstromnetz einzubinden, sind an den Endpunkten Konverter notwendig. Diese sind hochflexibel und wandeln Wechselstrom in Gleichstrom, aber auch umgekehrt Gleichstrom in Wechselstrom. Die geplante Konverterstation in Osterath liegt in der Mitte und ist wie ein Bypass zwischen dem Norden und dem Süden, kann aber auch Gleichstrom auskoppeln und in das Wechselstromsystem für das Ruhrgebiet einspeisen. Kraftwerke im Ruhrgebiet können ebenfalls bei Bedarf Strom in den Süden oder in den Norden liefern.

„Mit der Genehmigung des Konverters ist ein weiterer wichtiger Schritt getan, um zukünftig Windenergie insbesondere aus dem Nordseeraum dorthin zu transportieren, wo der Bedarf ist“, sagt Dr. Hendrik Neumann, technischer Geschäftsführer bei Amprion. „Die Verbrauchsschwerpunkte liegen in Nordrhein-Westfalen und im Süden Deutschlands. Daher leisten A-Nord und Ultranet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende sowie zu einer stabilen Energieversorgung der Regionen und der dort ansässigen Wirtschaft.“
Ab Ende November 2022 baut Amprion zunächst die Zuwegung zum Baufeld. Der Baustart der Konverterstation durch den Generalunternehmer Siemens ist für April 2023 vorgesehen. Der Bau dauert drei Jahre.

Gleichstromverbindung Nord: A-Nord von Emden bis Osterath
Die Gleichstromverbindung A-Nord mit einer Länge von rd. 300 km mit rd. 2.000 MW Leistung verläuft als Erdkabel von Emden Ost im Norden weitgehend entlang der Grenze zu den Niederlanden, vorbei an Leer, Lingen, Nordhorn, Gronau über Wesel nach Osterath. Die Gesamtinbetriebnahme ist laut Bundesnetzagentur (BNetzA) für das Jahr 2027 geplant. Da die Leitung als Gleichstrom¬verbindung ausgelegt ist, kann sie nicht abschnittsweise, sondern nur als Ganzes in Betrieb gehen.

Gleichstromverbindung Süd: Ultranet von Philippsburg bis Osterath
Die 340 Kilometer lange Gleichstromverbindung zwischen Osterath und Philippsburg kann etwa 2.000 MW elektrische Leistung übertragen und umfasst insgesamt fünf Abschnitte. Vier Ultranet-Abschnitte verantwortet Amprion, der südlichste Abschnitt in Baden-Württemberg liegt in der Verantwortung von Transnet BW.

Für die Gleichstromverbindung Ultranet ist kein Neubau erforderlich, denn es werden Gleich- und Wechselstrom mit einer Spannung von 380 Kilovolt auf denselben Masten übertragen. Die Gleichstromverbindung Ultranet soll 2026 in Betrieb gehen.

© IWR, 2022


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25.11.2022

 



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