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Windenergie an Land Ausschreibung immer noch unterzeichnet

© IWR / Schlusemann© IWR / SchlusemannBonn - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Zuschläge der Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land zum 1. August 2023 veröffentlicht. Die Ausschreibung ist weiterhin unterzeichnet.

Das Interesse zur Teilnahme an den Ausschreibungen der BNetzA bleibt in der dritten Windenergie an Land-Ausschreibung 2023 weiter unterdurchschnittlich, weist gegenüber dem Vorjahr aber weiter eine anziehende Tendenz auf.

Ausschreibungsvolumen im Vorfeld bereits deutlich reduziert
Die Bundesnetzagentur hatte das Ausschreibungsvolumen zum Gebotstermin 01. August 2023 von 3.192 Megawatt (MW) auf 1.667 MW reduziert, weil zu erwarten war, dass die ausgeschriebene Menge höher als die eingereichte Gebotsmenge sein wird. Insgesamt wurden in der aktuellen Ausschreibungsrunde 142 Gebote mit einer Gebotsmenge von 1.436 MW eingereicht. Davon musste die BNetzA ein Gebot wegen eines Formfehlers vom Verfahren ausschließen. Somit haben 141 eingereichte Gebote mit einem Volumen von 1.433 MW einen Zuschlag erhalten.

In der Summe liegt die Zuschlagsmenge damit nach drei von vier Ausschreibungsrunden in diesem Jahr bereits bei rund 4.400 MW. Das sind schon jetzt 35 Prozent mehr als im Gesamtjahr 2022 mit in Summe 3.200 MW Zuschlagsvolumen.

Die Werte der bezuschlagten Gebote liegen in der Bandbreite zwischen 6,00 ct/kWh und dem zulässigen Höchstwert von 7,35 ct/kWh. Mit 7,32 ct/kWh liegt der durchschnittliche, mengengewichtete Gebotswert nur ganz knapp unter dem Höchstwert.

Ähnlichkeiten zur vorangegangenen Ausschreibungsrunde bestehen bei der regionalen Verteilung der Zuschlagsmengen. So entfielen die beiden größten Zuschlagsmengen wieder auf Gebote für Standorte in Nordrhein-Westfalen (457 MW, 51 Zuschläge) und Niedersachsen (343 MW, 31 Zuschläge). Es folgen Schleswig-Holstein (259 MW, 25 Zuschläge) und Baden-Württemberg (88 MW, 5 Zuschläge).

Die nächste Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land findet am 1. November 2023 statt.

BWE: Höchstwert für Ausschreibungen 2024 mindestens auf dem Niveau von 2023 belassen
Der Bundesverband Windenergie (BWE) begrüßt die anziehende Tendenz der Ausschreibungen, sieht jedoch ein Problem in der regionalen Fokussierung auf wenige Bundesländern. „Dass bereits nach acht Monaten schon 4.400 MW bezuschlagt werden konnten, ist ein starkes Zeichen für den Aufwärtstrend, in dem sich die Branche befindet. Bereits jetzt liegt die bezuschlagte Menge mehr als ein Drittel über der Gesamtmenge 2022“, so BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek.

Die ungleiche regionale Verteilung auf wenige Bundesländer verschärft aus BWE-Sicht allerdings die Tendenz, dass einzelne Regionen bei der Produktion von grünem Strom ins Hintertreffen geraten. „Da Erneuerbare Energien zunehmend zu einem wichtigen Standortfaktor für Investitionsentscheidungen werden, müssen alle Bundesländer jetzt handeln und den Ausbau vorantreiben“, fordert Heidebrock.

Gründe für die Unterzeichnung der Ausschreibungsrunde sieht die BWE-Präsidentin vor allem in starren Vorschriften und unklaren Investitionsbedingungen für die Zukunft: „Wir erleben, dass die Lieferketten weiter unter Stress stehen. Komponenten, wie beispielsweise Transformatoren, haben mittlerweile Regellieferzeiten von zwei Jahren. Dies führt zu Unsicherheiten, ob Fristen gehalten werden können, weshalb Projekte verzögert in Ausschreibungen gehen“, so Heidebrock. Hier könne der Gesetzgeber Pönale- und Umsetzungsfristen flexibilisieren. Gleichzeitig gelte es, Umsetzungssicherheit für Projekte auch mit Blick in die Zukunft zu sichern.

Der BWE appelliert daher an die BNetzA, den Höchstwert für die Ausschreibungen im kommenden Jahr mindestens auf dem Niveau von 2023 zu belassen, vor allem aber den Höchstwert frühzeitig zu kommunizieren.


© IWR, 2023


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