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Siemens Energy: Positive Ergebnisse werden allein vom schwierigen Windgeschäft geschreddert – keine Boni und Dividenden

© Siemens Energy AG© Siemens Energy AGMünchen – Die Siemens Energy AG hat die mit Spannung erwarteten Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2023 vorgelegt, das Ende September endet. Das schwache Windgeschäft der Tochter Siemens Gamesa verhagelt dem Unternehmen erneut die Bilanz, erst 2026 soll der Break-even in diesem Sektor erreicht werden.

Bei Siemens Energy wachsen nach Vorlage der Zahlen zwei Drittel der Geschäfte mit profitabler Dynamik, so die Gas Services (GS), Grid Technologies (GT) und Transformation of Industry (TI). Lediglich die Windsparte Siemens Gamesa kämpft mit Schwierigkeiten beim Offshore-Hochlauf und mit Qualitätsproblemen in der Onshore-Sparte. Die erteilten Bürgschaften des Bundes zur Finanzierung des Wachstums und Umsetzung des hohen Auftragsbestandes führen dazu, dass Aktionäre auf Dividenden und der Vorstand auf Bonizahlungen verzichten müssen.

Q4-Ergebnis 2023 im erwarteten Bereich – Auftragsbestand in Höhe von 112 Mrd. Euro
Die starke Entwicklung in den für Siemens Energy relevanten Märkten hielt trotz einer insgesamt verhaltenen konjunkturellen Dynamik an, teilte Siemens Energy mit. Nach mehreren Quartalen mit starkem Wachstum ging der Auftragseingang im vierten Quartal auf 10,6 Mrd. Euro zurück, das sind 7,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Am Ende des Geschäftsjahres erreicht der Auftragseingang 112 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Sondereffekten von Siemens Energy lag mit minus 487 Mio. Euro (Q4 2022: plus 564 Mio. Euro) im erwarteten Bereich. Das negative Ergebnis ist im Wesentlichen bedingt durch den Verlust bei Siemens Gamesa. Die Sondereffekte verringerten sich auf minus 64 Mio. Euro (Q4 2022: minus 105 Mio. Euro). Das Ergebnis von Siemens Energy in Q4 2023 lag bei minus 551 Mio. Euro (Q4 2022: plus 459 Mio. Euro). Nach Steuern weist Siemens Energy einen Verlust in Höhe von 870 Mio. Euro aus (Q4 2022: plus 354 Mio. Euro).

Windsektor: Erkennbare Fortschritte bei Siemens Gamesa
Bei der Entwicklung von Siemens Gamesa zeichnen sich erste Fortschritte ab. So ist die technische Analyse der Qualitätsprobleme bei den Onshore-Plattformen 4.X und 5.X nahezu abgeschlossen und die bisherigen Ergebnisse bestätigen die Aussagen von August 2023. Seit dem 3. Quartal wurden keine weiteren Rückstellungen in diesem Bereich gebildet. Weitere Verfahren zur Schadensbegrenzung und -korrektur werden entwickelt. Der Vertrieb der 5.X-Plattform bleibt weiterhin ausgesetzt, es werden ein Zeitplan und ein Ansatz mit entsprechenden Korrekturmaßnahmen zum Design entwickelt. Im Offshore-Sektor konzentriert sich Siemens Gamesa auf das Hochfahren der Fabriken sowie auf die Abarbeitung des Auftragsbestands. Die Produktion konnte im Vergleich zum Vorjahr schon deutlich gesteigert werden.

Geschäftsjahr 2023: Profitabilität durch Siemens Gamesa belastet
Im Geschäftsjahr 2023 stieg der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 9,9 Prozent auf 31,1 Mrd. Euro, bis auf Siemens Gamesa haben alle Geschäftseinheiten zu diesem Wachstum beigetragen. Die Profitabilität von Siemens Energy wurde durch den hohen Verlust bei Siemens Gamesa stark beeinträchtigt. Das Ergebnis vor Sondereffekten sank auf minus 2,8 Mrd. Euro. Gas Services, Grid Technologies und Transformation of Industry erzielten ein Ergebnis vor Sondereffekten, das im Einklang mit der Prognose steht. Der Verlust nach Steuern von Siemens Energy betrug 4,6 Mrd. Euro.

Bundes-Bürgschaften: Siemens Energy zahlt Gebühr – keine Dividenden und keine Bonizahlungen
Der aktuelle Auftragsbestand bei Siemens Energy beträgt satte 112 Mrd. Euro. Bei den langen Projektlaufzeiten im Energiesektor sind Garantien für Abschlagszahlungen, Erfüllungs- oder Gewährleistungsgarantien ein Standardinstrument der Branche. Um die Realisierung der Projekte zu beschleunigen geben Banken und die Bundesregierung Garantien. So hat sich der Bund bereit erklärt, Garantien von insgesamt 7,5 der insgesamt 12 Mrd. Euro durch Rückgarantien abzusichern. Im Gegenzug erhält der Bund von Siemens Energy nach Angaben des Unternehmens eine entsprechende, marktübliche Gebühr. Zudem verhindern die staatlichen Garantien laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz während der Laufzeit Bonizahlungen an den Vorstand und Dividendenausschüttungen.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2024 – Milliardengewinne durch Veräußerungen
Der Vorstand erwartet für Siemens Energy im Geschäftsjahr 2024 ein vergleichbares Wachstum und einen Gewinn nach Steuern von bis zu 1 Mrd. Euro (2023: Verlust nach Steuern von 4,6 Mrd. Euro). Die Mittelzuflüsse stammen aus den erwarteten Veräußerungen im Zuge von M&A-Transaktionen und dem beschleunigten Portfolioumbau in einer Bandbreite von plus 2,5 bis 3,0 Mrd. Euro.

© IWR, 2023


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16.11.2023

 



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