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Offshore-Windenergie: Fundament für 700 Meter Wassertiefe im Test

Freiberg - Freiberger und Dresdner Ingenieure wollen vor der niederländischen Küste ein neuentwickeltes Fundament für Offshore-Windenergieanlagen testen. Das Consulting- und Engineeringunternehmen GICON und die TU Bergakademie Freiberg planen noch im Juni 2013 den Testlauf eines schwimmendes Offshore-Fundaments (SOF) für Windenergieanlagen in Wageningen (Niederlande). Das neu entwickelte Fundament soll den Einsatz von Windrädern zur Energiegewinnung in Gewässertiefen von bis zu 700 Metern ermöglichen. Am Maritime Research Institute Netherlands (MARIN) wollen die Dresdner und Freiberger Ingenieure das Betriebsverhalten des SOF bei starkem Wind- und Wellengang testen.

Fundament funktioniert nach Tension-Leg-Prinzip
Die neue schwimmende Plattform, die auf dem Tension-Leg-Prinzip (TLP) beruht, könne komplett an Land gebaut und anschließend zum endgültigen Standort transportiert werden. Vertikale und diagonale Verspannungen bringen bei dieser Methode die Schwimmkörper, also die Plattform, auf der das Windrad steht, in Position. Von den Auftriebskörpern, die die Plattform über Wasser halten, reichen straffe Seile vertikal bis auf den Meeresgrund, an dem sie über Verankerungen festgespannt werden. Von dort führen weitere Seile diagonal zurück zum Schwimmkörper. Die Plattform soll so leicht unter Wasser gezogen und stabilisiert werden. Das TLP-Prinzip verwandele das schwimmende Offshore-Fundament somit in ein starres System, wodurch die Anlage wie ein Windrad auf einer festen Gründung reagiert. Nach Angaben der Entwickler soll sie nicht schaukeln und auch keine zusätzlichen Anforderungen an die Turbinen stellen.

Testlauf im Juni – Pilotanlage im Jahr 2014
Nach eigenen Angaben ist den Forschern anhand von Modellversuchen im Maßstab 1:25 bereits im Jahr 2012 an der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt der Nachweis der Funktionalität, Gebrauchstauglichkeit sowie Tragfähigkeit des schwimmenden Fundaments geglückt. Im kommenden Jahr soll zudem die erste Pilotanlage vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns errichtet werden. Zuvor sind vom 17. bis zum 26. Juni 2013 jedoch die Tests über das Betriebsverhalten durch kombinierte Wind- und Wellenversuche vorgesehen. Bestandteil dieser Versuchsserie ist zudem eine Demonstrationsvorführung, bei der der aktuelle Planungs- und Entwicklungsstand vorgestellt werden soll.

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