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Die Windenergie-Branche feiert nicht nur an der Börse ein Comeback

Münster – Die Börsen nehmen die zu erwartende Entwicklung eines Unternehmens stets mit den Kursen vorweg, heißt es. Wenn es danach geht, dann haben die einst arg gebeutelten Windkraftanlagenhersteller Nordex, Vestas und Gamesa eine große Zukunft vor sich - und mit ihnen die gesamte Branche.

Bei Nordex herrscht momentan Zuversicht. Schon der Jahresabschluss 2012 ließ erahnen, dass die lange Flaute endlich ein Ende hat. Operativ wurde die schwarze Null im ersten Quartal nur knapp verfehlt. Auch die defizitären Aktivitäten in den USA und China gehören der Vergangenheit an. Für das laufende Jahr hat Nordex-Chef Jürgen Zetschky den Breakeven in Aussicht gestellt – und die in den letzten Wochen gemeldeten Auftragseingänge stimmen für die am Donnerstag anstehenden Quartalszahlen optimistisch. Dieser Optimismus lässt sich auch an dem Kurs der Nordex-Aktie ablesen: Das Papier war mit einem Kurs bei drei Euro in dieses Jahr gestartet – jetzt liegt er knapp unter 7,50 Euro.

Ganze Branche im Aufwind
Aber Nordex ist kein Einzelfall. Der spanische Wettbewerber Gamesa meldete vor drei Wochen den Turnaround im ersten Halbjahr und wies einen Gewinn in Höhe von 22 Mio. Euro aus. Die Aktie stand Anfang Februar noch bei 1,60 Euro, jetzt notiert sie über sechs Euro. Die dänische Vestas startete innerhalb des halben letzten Jahres auf dem Kurstableau von 4,43 Euro auf jetzt knapp 15 Euro durch. Quartalszahlen gibt es in der kommenden Woche.

Aber ist der Optimismus auch begründet? Die britische Investmentbank HSBC sorgte kürzlich mit einer Studie für Aufsehen: Die Analysten gehen von einer Erholung auf dem Markt aus – als global aufgestellter Produzent könne Vestas am stärksten von dieser Entwicklung profitieren. Auch das Global Wind Energy Council (GWEC) sieht die Windkraft im Aufwind: Für das laufende Jahr rechnet der internationale Branchenverband mit einem Zubau von 39,6 Gigawatt (GW) auf insgesamt 322,4 GW. In den Folgejahren soll das Wachstum richtig Tempo aufnehmen. 2017 werde die global installierte Kapazität 536,13 GW erreichen, der Zubau allein in diesem Jahr 61,2 GW betragen.

Keine Chance für Chinesen
Neben Deutschland, wo manche mit einem Rekordzuwachs in 2013 rechnen, rücken zunehmend Auslandsmärkte in den Fokus. Gamesa machte die Hälfte des Absatzes in Lateinamerika. Skandinavien, die Türkei und Großbritannien werden häufig als interessante Märkte genannt. China als weltweit größter Markt hingegen ist abgeschottet, hier haben die Produzenten mit Überkapazitäten zu kämpfen.

Ähnlich wie bei der Solarenergie können die Chinesen bei der Windenergie aber nicht verfahren und einfach im großen Stil und zu Niedrigpreisen nach Europa exportieren. Angesichts der Transportkosten fallen die 20 bis 30 Prozent Produktionskostenvorteil, den die Unternehmensberatung Roland Berger im Reich der Mitte verortet, weniger stark ins Gewicht. Noch wichtiger: Die europäischen Anbieter, unter ihnen auch Enercon und Siemens, haben einen technologischen Vorsprung und sind globaler aufgestellt als die hiesige Photovoltaik-Branche.

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