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Siemens: Bolivien-Auftrag betrifft fossile Kraftwerke und auch Erneuerbare

Erlangen – Beim Staatsbesuch des bolivianischen Präsidenten Evo Morales in Deutschland in dieser Woche erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass ein neues Kapitel bilateraler Beziehungen eröffnet werde. Merkel betonte, es seien Kooperationen bei den erneuerbaren Energien verabredet worden. Nun kündigt Siemens ein Milliardengeschäft in Bolivien an, doch dabei geht es in erster Linie wohl um thermische Kraftwerke.

Siemens hat mit dem bolivianischen Energieministerium eine weitreichende Vereinbarung über eine Kooperation im Energiebereich sowie eine Zusammenarbeit bei Produkten und Dienstleistungen für die Öl- und Gasindustrie unterzeichnet. Das Volumen liege bei über einer Milliarde Euro. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf erneuerbaren Energien sowie der Stromübertragung und –verteilung, heißt es weiter.

Siemens kann zum Schwerpunkt erneuerbare Energien noch nichts genaues sagen
Während es bei den fossilen, thermischen Kraftwerken um konkrete Erweiterungen geht, bleibt Siemens im Bereich regenerativen Energien vage. Auf Anfrage konnte auch ein Siemens-Sprecher gegenüber IWR Online zu den möglichen Projekten im Bereich erneuerbare Energien nichts genaues sagen. Er verwies allgemein darauf, dass der Einsatz von erneuerbaren Energien in Bolivien, wo etwa 50 Prozent der Bevölkerung noch keinen Zugang zur Stromversorgung hätten, in ländlichen Gebieten sinnvoll sei.
Die Absichtserklärung wurde in Anwesenheit von Morales, der seit 2006 im Amt und der erste indigene Staatspräsident Boliviens ist, unterzeichnet. Im Rahmen der exklusiven Vereinbarung beabsichtigt Siemens, Ausrüstung für Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Anlagen für eine deutliche Erweiterung von drei bestehenden thermischen Kraftwerken des staatlichen Energieversorgers Ende Andina in Bolivien zu liefern. Die Kraftwerke werden im Zuge der "Patriotic Agenda 2025" der bolivianischen Regierung ausgebaut. Das langfristige Volumen der Vereinbarung liegt bei über eine Milliarde Euro.

Siemens will auch Zugang zu elektrischer Energie verbessern
Der Energieversorger Ende betreibt drei thermische Kraftwerke mit einer installierten Gesamtleistung von rund 460 Megawatt (MW): Entre Rios, Thermoelectrica del Sur und Thermoelectrica de Warnes. Alle drei Anlagen sind bereits mit Siemens-Gasturbinen ausgestattet. Nach dem Abkommen wird jedes dieser drei Kraftwerke deutlich erweitert.
"Mit diesem wichtigen Abkommen stärken wir die Partnerschaft zwischen Bolivien und Siemens im Energiebereich weiter", sagte Willi Meixner, CEO der Division Power and Gas bei Siemens. "Mit unseren Produkten und Lösungen werden wir unserem Partner Ende helfen, die Effizienz der Stromerzeugung deutlich zu erhöhen. Gleichzeitig unterstützen wir damit Pläne, künftig Strom zu exportieren. Durch unsere Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien, der Stromübertragung und -verteilung unterstützen wir die anhaltenden Anstrengungen des Landes, den Zugang zu elektrischer Energie für seine Bevölkerung zu verbessern", ergänzte Meixner.

Merkel und Morales betonen Windenergie – 50 MW bislang installiert

Beim Treffen mit Morales am Mittwoch hatte Merkel auch die Zusammenarbeit im Energiesektor angesprochen. Diese soll künftig intensiviert werden. Merkel sagte: "Bolivien möchte im Bereich der Windenergie sehr stark investieren, hat auch schon begonnen, die Rahmenbedingungen dafür zu setzen." Deshalb werde "gerade mit Unternehmen, die Windenergieanlagen produzieren, eine engere Kooperation stattfinden", sagte sie.
Auch Präsident Morales begrüßte die deutsch-bolivianischen Kooperationen bei der Windenergie: "Die deutsche Technologie in diesem Bereich wird weltweit anerkannt", sagte er. Auch mit deutscher Technologie seien bislang in Bolivien rund 50 Megawatt Windenergie-Leistung installiert worden, und diese Kooperation solle nun fortgesetzt werden. Inwiefern Windenergie nun auch für die konkrete Kooperation mit Siemens beinhaltet, bleibt allerdings vorerst offen.

© IWR, 2015

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