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Studie: Netzanbindungen für Offshore-Windparks gehen schneller und günstiger

Berlin - Eine neue Studie zeigt erhebliche Beschleunigungs- und Kostensenkungspotenziale bei Netzanbindungen für Offshore-Windparks in Deutschland. Ein Abbremsen der Offshore-Netzanbindung wäre daher nicht sachgerecht, so ein Fazit der Studie im Auftrag von Verbänden und Unternehmen der Offshore-Windindustrie.

In der Untersuchung der Fichtner GmbH und der GGSC Rechtsanwälte wird auch eine verbesserte Netzauslastung zur kurzfristigen Beseitigung von Engpässen an Land vorgeschlagen. Hierbei wird vor allem für neue technische Systeme und Berechnungsverfahren plädiert.

Netzanbindungssystem NOR-3-3 muss dringend bestätigt werden
Die Auftraggeber der Studie, zu denen u.a. die Stiftung Offshore-Windenergie, der Wirtschaftsverband Windkraftwerke, die Wab sowie Unternehmen wie Adwen, Enova, wpd oder PNE Wind zählen, erklärten: "Die Offshore-Windenergie hat sich erfolgreich im Energie-Mix der Energiewende etabliert. Auch nach 2020 braucht die Offshore-Windindustrie zur Umsetzung des von der Bundesregierung versprochenen kontinuierlichen Ausbaus die jährliche Realisierung eines Netzanbindungssystems. Zuerst im Jahr 2021 die Anbindung NOR-3-3. Dies muss von Bundesrat und Bundestag im Erneuerbare-Energien-Gesetz 2016 nun dringend bestätigt werden." Ob diese Anbindung in der Nordsee im Rahmen der letzten Anhörungen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2016 und zum Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) befürwortet wird, ist derzeit noch unklar.

Planungs- und Genehmigungsphase könnte 6 bis 9 Monate schneller sein
Nach der Analyse ist für die Ausschreibungs- und Vergabephase bei Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung(HGÜ)-Netzanbindungen für die Offshore-Windenergie, sowie für die Phase der Projektrealisierung mit einem Beschleunigungspotenzial von insgesamt acht bis 14 Monaten zu rechnen. Für die Planungs- und Genehmigungsphase besteht ein Beschleunigungspotenzial von sechs bis neun Monaten. Für jede Phase kann im Ergebnis zwischen 10 bis 25 Prozent an Zeit eingespart werden. Zudem zeigt die Studie nicht zu vernachlässigende Kostensenkungspotenziale auf. Allein durch technische Innovationen bei den Anschlusskonzepten sind Kostenreduktionen bis zu 30 Prozent möglich, so die Studie. „Beschleunigungen und Kostensenkung sind nicht nur bei der Netzanbindung auf See notwendig, sondern auch bei den Netzen an Land“, so die Auftraggeber der Studie. Für die Umsetzung der Energiewende sei ein zügiger Ausbau der Stromnetze auf See wie an Land weiter von hoher Bedeutung.

Technische Möglichkeiten zur besseren Netzauslastung nutzen
Darüber hinaus sind nach Auffassung der Studie für Deutschland Netzengpässe an Land , die derzeit in kritischen Situationen auch den Abtransport von Offshore-Windstrom erschweren, unter anderem durch eine verbesserte Netzauslastung kurzfristig zu überwinden. Dazu wird das sogenannte „dynamische Echtzeitverfahren“ empfohlen, bis ausreichend Leitungskapazität vorhanden ist. Dabei geht es um eine alternative und auf Echtzeit-Daten basierende Form der Berechnung der Netzauslastung, die zusätzliche Potenziale erschließen könnte. Zudem könnte beispielsweise die verstärkte Nutzung von Hybridleitungen sinnvoll sein, also der Modifizierung bestehender Netze in Gleichstromtrassen, die ebenfalls mehr Strom transportieren können. Die heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten zur besseren Auslastung der bestehenden Netze müssten zügig im realen Netz Anwendung finden, heißt es.

© IWR, 2016

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