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EnBW und Bosch gründen Stromspeicher-Firma

Stuttgart/Heilbronn – Bosch als Stromspeicher-Spezialist und EnBW als bedeutender Energieversorger wollen am Kraftwerksstandort Heilbronn ein größeres Batteriespeicher-Projekt realisieren. Das Projekt soll dabei nur der Anfang einer tiefergehenden Kooperation sein.

Am Neckar in Heilbronn betreibt EnBW ein mit Steinkohle befeuertes Heizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 1.050 Megawatt (MW) sowie einer thermischen Leistung von rund 390 MW. EnBW und Bosch planen eine gemeinsame Projektgesellschaft, die eine umfangreiche Lithium-Ionen-Batterie projektieren, bauen und betreiben soll. Und das ist nur der erste Schritt.

Batterielösungen für den Energiemarkt
Die beiden Partner wollen zukünftig auch über das Heilbronn-Projekt eng bei Batterielösungen für den Energiemarkt zusammenarbeiten. Mit Hilfe der Stromspeicher soll sogenannte Primärregelenergie bereitgestellt werden, so dass kurzfristige Schwankungen im Netz ausgeglichen werden können. Hintergrund ist, dass im Rahmen der Energiewende und der damit verbundenen zunehmenden wetterabhängigen Stromeinspeisung natürliche Schwankungen ausgeglichen werden müssen. Der Startschuss für das neue Vorhaben von EnBW und Bosch fiel Ende 2016, die Gründung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Cordelia Thielitz, Geschäftsführerin Bosch Energy Storage Solutions, sagte: „Die Zusammenarbeit mit EnBW ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die Speichertechnologie im Energiemarkt zu etablieren und so die Energiewende erfolgreich zu gestalten.“

768 Lithium-Ionen-Batteriemodule reagieren innerhalb von Sekunden

Der Stromspeicher in Heilbronn besteht aus 768 Lithium-Ionen-Batteriemodulen und verfügt über eine maximale Leistungsabgabe von rund fünf MW mit einer installierten Speicherkapazität von 5.000 Kilowattstunden (kWh). Lithium-Ionen-Batterien können sehr kurzfristig Energie zur Verfügung stellen und sind daher aus Sicht der neuen Partner „bestens“ geeignet, Primärregelleistung zu erbringen. Der Speicher leistet knapp ein Fünftel der Regelleistung eines großen Kraftwerks und kann diese innerhalb von Sekunden und exakt dosiert aufnehmen oder abgeben. Die Strommenge, die der Speicher dabei pro Jahr aufnimmt und abgibt, entspricht etwa dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 400 Zwei-Personen-Haushalten. Bosch ist für die Planung und Realisierung des Batteriesystems zuständig, EnBW für Bauleistungen und den Netzanschluss am Standort. Nach einer Testphase soll der Speicher am Regelenergiemarkt eingesetzt werden.

© IWR, 2017

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