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Kohleausstieg: Erneuerbare können Strukturwandel auffangen

Hamburg/Münster – Der Kohleausstieg führt zu einem Strukturwandel in den betroffenen Regionen. Doch der Ausbau der erneuerbaren Energien könnte die wegfallenden Arbeitsplätze vollständig auffangen, so eine aktuelle Studie. Grünen-Chefin Simone Peter fordert im IWR-Interview einen konkreten Ausstiegsplan.

Deutschland muss den Kohleausstieg bis zum Jahr 2030 bewältigt haben, um die Klimaziele erreichen zu können. Dabei bietet der Ausbau erneuerbarer Energien ausreichend Potenzial, um die Braunkohlearbeitsplätze in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen vollständig zu ersetzen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag des Energieversorgers Greenpeace Energy.

Erneuerbare Energien können Jobverluste im Kohlesektor auffangen
Wie das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) aus Berlin berechnet, verleiben im Kohlesektor im Jahr 2030 noch etwa 3.900 Braunkohlearbeitsplätze im Lausitzer Revier (Brandenburg und Sachsen) sowie 4.500 Jobs im Rheinischen Revier. Diese Arbeitsplätze können in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen alleine durch den Ausbau der Wind- und der Solarenergie vollständig ersetzt werden, so die Berliner Forscher um Professor Bernd Hirschl. Die notwendigen Potenziale dafür seien vorhanden.

Zudem hat das Institut in der Studie „Mehrwert einer regionalen Energiewende im Lausitzer und im Rheinischen Revier“ untersucht, wie hoch die Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzeffekte durch den Ausbau von Wind- und Solarenergie direkt in den Tagebaurevieren ausfallen. Demnach können durch den Ausbau der Wind- und Sonnenenergie viele Arbeitsplätze vor Ort entstehen, wenn der Ausbau durch regional verwurzelte Akteure und im Rahmen der Bürgerenergie vorangetrieben wird, fasst Hirschl ein zentrales Studienergebnis zusammen. „Es macht einen großen Unterschied, wie man diesen Ausbau angeht“, so Hirschl.

Greenpeace Energy Vorstand: Kohleausstieg muss jetzt beginnen
„Deutschland muss bis spätestens 2030 vollständig aus der Braunkohle aussteigen, sonst sind unsere Klimaziele nicht zu erreichen. Die Bundesregierung und die Landesregierungen packen den längst überfälligen Strukturwandel in den Tagebauregionen aber nicht an“, kritisiert Nils Müller, Vorstand von Greenpeace Energy. „Wir haben 13 Jahre für den Ausstieg. Er muss also jetzt beginnen.“ Der Ökostromversorger bietet dazu einen neuen Stromtarif Solarstrom Plus an, der durch einen Förderbetrag den Bau von Photovoltaik-Anlagen in den Kohleregionen unterstützt.

Grünen Chefin Simone Peter will konkreten Ausstiegsplan und Strukturwandelfonds
Die Bundesregierung will für das Thema Kohleausstieg eine Kommission einberufen, jedoch erst im Jahr 2018. Dass die Bundesregierung den Prozess verschleppe, bezeichnet Dr. Simone Peter, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Interview im IWR Monatsreport Regenerative Energiewirtschaft (04/2017) als Armutszeugnis. „Damit verlieren wir wertvolle Zeit beim Klimaschutz und beim sozial-ökologischen Umbau unserer Energiewirtschaft“, so Peter.

Peter fordert weiter, dass die Vereinbarungen zum Kohleausstieg neben einem konkreten Ausstiegsfahrplan auch Strukturwandelfonds für die betroffenen Regionen enthalten müssen. So wollen Wirtschaft, Kommunen und Beschäftigte der Kohleindustrie begleitet und unterstützt werden. Simone Peter: „Je früher ein konkreter Ausstiegsfahrplan beschlossen wird, desto eher kann mit der aktiven Gestaltung des Strukturwandels begonnen werden.“

© IWR, 2017

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