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Baden-Württemberg nach Windenergie-Ausschreibung enttäuscht

Stuttgart – Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen) zeigt sich mit Blick auf den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland besorgt. Auch das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde für die Windenergie an Land gefällt dem Minister nicht.

Untersteller hat angekündigt, das das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde für die Windenergie an Land genauer zu betrachten. In Baden-Württemberg war bei dieser Runde keine einzige Anlage zum Zuge gekommen. Auf dem 9. Windbranchentag in Stuttgart forderte Untersteller einen stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Ausbauziele und Klimaschutzziele müssten angeglichen werden.

Bundesregierung muss Ausbauziele korrigieren

Wenn die jetzige Geschwindigkeit beibehalten werde, seien die Klimaschutzziele nicht zu erreichen, äußerte sich Untersteller auf der Konferenz in Stuttgart. „Wir müssen die Ausbaupfade für die erneuerbaren Energien so korrigieren, dass sie zu den Klimaverpflichtungen passen“, so Untersteller „Das ist Aufgabe einer neuen Bundesregierung.“

Ausschreibungs-Nullrunde soll sich für BW nicht wiederholen
Vom Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg zeichnete Untersteller ein grundsätzlich positives Bild. Es sei gelungen im vergangenen Jahr 2016 mit 120 neu gebauten Anlagen der Windkraft einen spürbaren Schub zu verleihen. Jetzt gehe es darum, dieses Jahresergebnis möglichst noch zu übertreffen und die Entwicklung zu verstetigen. „Neben der Solarenergie ist die Windenergie unsere wichtigste Ausbauoption im Stromsektor“, bekräftigte Untersteller.

Insgesamt sind im vergangenen Jahr 200 Anlagen genehmigt worden, weitere 150 Anlagen befinden sich aktuell im Genehmigungsverfahren, so der Minister. Das Land blicke daher mit großer Zuversicht in die Zukunft, auch wenn es in der ersten Ausschreibungsrunde der Onshore-Windenergie leer ausgegangen ist. „Wir haben das Potenzial für einen weiteren Ausbau, und es gibt zahlreiche Investoren und Projektierer, die bei uns Windkraftanlagen errichten wollen“, so Untersteller. Das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde müsse man sich jedoch genau ansehen und analysieren, warum Baden-Württemberg dieses Mal nicht zum Zug gekommen ist. „Wiederholen sollte sich eine Nullrunde möglichst nicht.“

Hoher Bürgerenergie-Anteil führt zu mehr Unwägbarkeiten
Auch das starke Abschneiden der Bürgerenergie bei den Ausschreibungen begrüßt der Umweltminister. Was dieser Erfolg für die Dynamik des Windenergieausbaus bedeute, bleibe allerdings abzuwarten. Denn die Umsetzung der Bürger-Projekte habe wegen der noch ausstehenden Genehmigungsprozesse und längeren Realisierungsfristen einen Vorlauf von mehreren Jahren. „Das ist sehr lange und bedeutet eine Reihe von Unwägbarkeiten. Ich hätte mir insgesamt eine größere Bandbreite bei den bezuschlagten Projekten gewünscht“, so Untersteller.

© IWR, 2017

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