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Vestas steigert Auftragseingang - Suzlon zurück in der Gewinnzone

Aarhus, Dänemark / Pune, Indien – Mit Vestas und Gamesa haben zwei international agierende Windenergieanlagen-Hersteller die aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht. Der Umsatz des dänischen Marktführers Vestas war etwa sechs Mal höher als bei Suzlon. Die Ergebnis-Margen liegen hingegen eng beieinander.

Vestas hat im zweiten Quartal 2017 einen Umsatz in Höhe von 2,2 Milliarden Euro erzielt. Suzlon kommt auf knapp 27 Mrd. Rupien, das sind gut 350 Mio. Euro. Die Ergebnismargen fallen bei beiden Windenergie-Unternehmen hingegen in etwa gleich aus. Suzlon ist noch stark vom Windenergie-Heimatmarkt Indien abhängig, doch ausgerechnet dort hat die Branche derzeit mit einigen Unsicherheiten zu tun.

Vestas mit Umsatz- und Gewinnrückgang

Beim dänischen Windenergie-Riesen Vestas ist der Umsatz im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro gesunken (Q2 2016: 2,6 Mrd. Euro). Auch die Ergebnisse sind rückläufig. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist um 24 Prozent auf 398 Mio. Euro gefallen (Q2 2016: 523 Mio. Euro) und der Periodengewinn um 33 Prozent auf 186 Mio. Euro (Q2 2016: 278 Mio. Euro). Die Ebitda-Marge beläuft sich auf 18,0 Prozent (Q2 2016: 20,5 Prozent). Die Jahresziele mit einem angepeilte Umsatz von 9,25 bis 10,25 Mrd. Euro (2016: 10,24 Mrd. Euro) und einer Ebit-Marge von 12 bis 14 Prozent (2016: 13,9 Prozent) werden bestätigt.

Vestas-CEO Anders Runevad spricht von einem weiteren soliden Quartal in einem sich wandelenden Markt und hebt unter anderem den gestiegenen Auftragseingang hervor. Dieser hat sich um 38 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro kräftig verbessert (Q2 2016: 1,6 Mrd. Euro). Dahinter stecken bestellte Anlagen mit einer Leistung von 2.667 Megawatt (MW). Zudem hat Vestas ein weiteres Aktienrückkaufprogramm initiiert mit einem Umfang von 600 Mio. Euro. Die Vestas-Aktie fällt jedoch im Xetra-Handel am Donnerstagvormittag bislang kräftig um rund acht Prozent auf 77,24 Euro zurück.

Suzlon erzielt wieder einen Periodengewinn

Der indische Mitbewerber Suzlon hatte die Zahlen bereits Ende der letzten Woche veröffentlicht. Das Unternehmen hat im ersten Quartal des von April 2017 bis März 2018 laufenden Geschäftsjahres den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent auf 26,65 Mrd. indische Rupien (etwa 353 Mio. Euro) kräftig verbessert. Das Ebitda ist um 168 Prozent auf 4,75 Mrd. Rupien (etwa 63 Mio. Euro) steil angestiegen. Die sich daraus ergebende Ebitda-Marge liegt mit 18 Prozent auf dem Niveau von Vestas. Zudem hat Suzlon wieder einen Nettogewinn in Höhe von 900 Mio. Rupien erzielt (etwa 12 Mio. Euro). Dem steht ein Verlust von umgerechnet 27 Mio. Euro im ersten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres gegenüber. CEO J P Chalasani verwies auf diesen Erfolg sowie auf die Einführung einer neuen Windturbine. Die Zukunft der Windenergie sei heller als zuvor. Die Suzlon-Aktie notiert aktuell bei 0,70 Euro (Stand 12:02 Uhr, Börse Stuttgart).

Suzlon vom indischen Markt abhängig - Vestas globaler aufgestellt

Suzlon-CFO Kirti Vagadia sprach auch vorübergehende Unsicherheiten im indischen Windenergiemarkt an, mit denen man zurechtkommen müsse. Auf diese Probleme hatte auch bereits der Konkurrent Siemens Gamesa hingewiesen. Suzlon habe dazu das Riskiomanagement gestärkt, um die Margen zu sichern. Der indische Anlagenhersteller hat das Ziel ausgegeben, im Heimatmarkt Indien wieder einen Marktanteil von 50 Prozent zu erlangen. Von den bislang im Konzern insgesamt installierten rund 17.000 MW Windleistung hat Suzlon etwa 11.000 MW in Indien errichtet, also etwa 65 Prozent. Vestas hingegen ist auf den Märkten weltweit tätig. So haben die Dänen im abgelaufenen zweiten Quartal 2017 in sechs verschiedenen Ländermärkten jeweils über 100 MW der insgesamt gut 1.800 MW installiert. Die größten Anteile entfallen auf die USA (712 MW) Deutschland (rund 261 MW) und Brasilien (180 MW).

© IWR, 2017

17.08.2017

 




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