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EDF leidet unter alternden Atomkraftwerken

© EDF© EDFParis - Der französische Staatskonzern EDF hat in dieser Woche zunächst eine Gewinnwarnung und am Dienstag dann die Zahlen für das dritte Quartal 2017 veröffentlicht. Der Grund für Kürzung der Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2018 liegt auch in den teilweise alten Atomkraftwerken.

Am Montag (13.11.2017) hat der französische Atomkonzern erklärte, dass das ursprünglich angepeilte Ziel für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für das kommende Jahr 2018 auf nun 14,6 bis 15,3 Mrd. Euro angepasst wird. Zuvor hatte der Konzern ein Ebitda in Höhe von mindestens 15,2 Mrd. Euro prognostiziert. Die Gründe liegen unter anderem in den Atomkraftwerken.

Verfügbarkeit der Atomkraftwerke beschnitten
EDF beschäftigt weltweit rund 155.000 Mitarbeiter und betreibt insgesamt 58 Atomreaktoren an 19 Standorten. Diese Kernenergieanlagen sind teilweise schon mehrere Jahrzehnte alt. EDF, das zu rund 85 Prozent dem französischen Staat gehört, hat zu Beginn der Woche die Ebitda-Guidance für das Jahr 2018 nach unten angepasst. Dabei nennt EDF als Grund unter anderem auch eine voraussichtlich geringere Verfügbarkeit der Atomkraftwerke Anfang 2018.

Die EDF-Aktie erfuhr zu Wochenbeginn einen deutlichen Rücksetzer. Zuletzt hatte die Atomaufsicht EDF angewiesen, bestimmte Reaktoren aus Sicherheitsgründen vom Netz zu nehmen. Die ältesten noch laufenden Atomkraftwerke in Frankreich sind seit Ende der 1970er-Jahre in Betrieb. Dazu zählen auch die Blöcke in Fessenheim an der Grenz zu Baden-Württemberg.

Ausfälle bei Atomkraftwerken lassen Stromproduktion sinken
Höhere Ausfälle in den Kernkraftwerken haben auch zu einem leichten Rückgang der Umsätze von EDF in den ersten neun Monaten 2017 geführt. Der Konzern hat insgesamt rund 50 Mrd. Euro umgesetzt, das sind rund vier Prozent weniger als in den ersten neun Monaten 2016. Die Stromproduktion aus Kernkraftwerken lag mit 283 Mrd. Kilowattstunden (kWh) um 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. EDF verweist auf die höhere Ausfallrate.

Frankreichs Stromversorgung kann bei Kälte unter Druck geraten
Auch wenn Frankreich plant, den Anteil des Atomstroms zu senken, deckt das Land den größten Teil des Strombedarfs nach wie vor mit Atomkraftwerken. Doch die Kraftwerke werden immer älter, anfälliger für Reparaturen und teurer im Unterhalt. Im vergangenen Winter ist die Anfälligkeit der Stromversorgung deutlich geworden: Aus Sicherheitsgründen waren im November 2016 viele Atomkraftwerke abgeschaltet. Der französische Netzbetreiber RTE sah sich gezwungen, Notfall-Vorkehrungen zu treffen. Dazu zählte eine Warn-App für Haushalte, die eine hohe Stromnachfrage anzeigt. Auch bei der Industrie wurde nachgefragt, ob im Fall der Fälle die Stromnachfrage reduziert und Maschinen abgeschaltet werden können. Als Puffer dienen in Frankreich vor allem auch Ölkraftwerke mit einer Leistung von 8.600 Megawatt.

© IWR, 2017


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