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Europäische Offshore Windenergie steigt auf neuen Jahresrekord

© Ben Barden - Vattenfall© Ben Barden - VattenfallBrüssel - Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Europa hat 2017 ein neues Rekordniveau erreicht. Mittelfristig sieht die Branche dem weiteren Ausbau optimistisch entgegen, unklar ist die weitere Entwicklung ab 2020.

In Europa sind 2017 Offshore-Windenergieanlagen (Offshore-WEA) mit einer Leistung von über 3.100 Megawatt (MW) neu ans Netz gegangen. Das ist in etwa doppelt so viel neue Offshore-Kapazität wie 2016. Der Ausbau fokussiert sich dabei auf zwei Märkte.

Offshore-Zubau verdoppelt sich
Im Jahr 2017 wurden in Europa etwa 570 Offshore-WEA mit einer Gesamtkapazität von etwa 3.150 MW neu ans Netz angeschlossen. Das ist etwa doppelt so viel neue Offshore-Leistung wie im Vorjahr (2016: rd. 1.550 MW) und etwa 4 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015 (rd. 3.000 MW). Das geht aus den aktuellen Daten des Fachverbandes WindEurope hervor. Die ans Netz angeschlossene Offshore-Gesamtleistung in Europa erreicht damit etwa 15.800 MW. 13 Offshore-Windparks konnten 2017 komplett fertiggestellt werden, darunter auch der erste schwimmende Offshore-Windpark Hywind Scotland in UK.

Regional betrachtet liegen die absoluten Kernmärkte in Europa im Jahr 2017 in UK mit einer neuen Kapazität von rd. 1.680 MW und in Deutschland mit einer Leistung von etwa 1.250 MW. Darauf folgen Belgien (165 MW) und Finnland (60 MW). Neu im Kreis der Länder mit Offshore-Kapazitäten ist Frankreich, hier wurde die erste Anlage mit einer Leistung von 2 MW ans Netz angeschlossen.

Ausbau in 2018 und 2019 weiter auf hohem Niveau
In den nächsten zwei Jahren ist nach Einschätzung von WindEurope von einem soliden Offshore-Ausbau in Europa auszugehen. Weitere 11 Offshore-Windparks befinden sich derzeit noch im Bau und werden 2.900 MW an neuer Offshore-Leistung bringen. Zudem sind 2017 die finalen Investitionsentscheidungen (FID) für Offshore-Windparks mit weiteren 2.500 MW und einem Gesamtvolumen von 7,5 Mrd. Euro getroffen worden. Gegenüber 2016 mit FIDs von 18,2 Mrd. Euro ist das ein deutlicher Rückgang, der das gesunkene Kostenniveau der Offshore-Windenergie widerspiegelt, so WindEurope. Dazu Giles Dickson, CEO von WindEurope: "Die Investitionen in Offshore-Wind sind heute nicht höher als bei der konventionellen Stromerzeugung“. Das zeige, dass Europa bereit ist, bis 2030 ein höheres Ziel für erneuerbare Energien zu realisieren. 35 Prozent seien leicht zu erreichen, so Dickson weiter.

Ausbaupfad nach 2020 ungewiss
Unklar sind derzeit die Aussichten für die weitere Offshore-Windenergie nach 2020. Bislang haben erst wenige europäische Länder in ihren nationalen Energie- und Klimaplänen (NECP) Ausbauziele für 2030 definiert. Die von den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten vorzulegenden NECPs dürften Aufschluss über die weitere Entwicklung geben.

© IWR, 2018


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