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Erneuerbare Energien überholen Kohlestrom in den USA

© Fotolia© FotoliaWashington, USA – Während viele Länder zunehmend auf erneuerbare Energien setzen, wird US-Präsident Donald Trump nicht müde, sich für eine Renaissance der Kohle einzusetzen. Aber auch in den USA gewinnen die erneuerbaren Energien (EE) immer mehr an Bedeutung.

In den USA hat die Stromerzeugung aus regenerativen Energien in den letzten Jahren deutlich zugelegt. Im April 2019 wurde ein neuer Monatsrekord bei der EE-Stromerzeugung erreicht, erstmals haben erneuerbare Energien die Stromproduktion aus Kohle überholt.

EE-Stromerzeugung steigt in den USA im April auf 23 Prozent
In den USA wurde im April 2019 erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als aus Kohle. Das geht aus den monatlichen Daten der amerikanischen Energiestatistik-Behörde (EIA) hervor. Erneuerbare Energien lieferten demnach 23 Prozent der gesamten Stromerzeugung, 20 Prozent entfielen auf die Stromerzeugung aus Kohle.

In dem Ergebnis spiegeln sich sowohl die Langfristtrends zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zum Rückgang der Kraftwerkskapazitäten auf Basis von Kohle wider. Hinzu kommen saisonale Faktoren. Dazu zählt einerseits eine Rekordstromproduktion von Wind- und Solaranlagen in diesem Frühjahr. Zudem ist in den USA der Stromverbrauch in den Frühjahr- und Herbstmonaten häufig am niedrigsten, da die Temperaturen moderater sind, der Strombedarf für Heizung und Klimaanlagen relativ niedrig ist und konventionelle Kraftwerke daher bevorzugt gewartet werden und teileweise vom Netz gehen.

Die Windstromerzeugung erreichte im April 2019 mit 30,2 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) ein Rekordmonatshoch. Die Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermische Kraftwerke) lag im April 2019 bei 7 Mrd. kWh. Das bisherige Monatshoch der Solarstromerzeugung fällt mit 7,8 Mrd. kWh auf den Juni 2018. Angesichts des Ausbaus der Solarkapazitäten dürfte dieses Niveau im Sommer 2019 aber übertroffen werden. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft, die in den meisten Monaten eines Jahres in den USA nach wie vor die größte regenerative Stromquelle ist, erreichte im April rd. 25 Mrd. kWh.

Regenerative Stromerzeugung in den USA seit 2009 um 70 Prozent gewachsen
Die regenerative Stromerzeugung in den USA hat seit 2009 um etwa 70 Prozent auf eine Gesamtstrommenge von rd. 713 Mrd. kWh im Jahr 2018 zugelegt. Wichtigste regenerative Stromquelle ist die Wasserkraft, die seit 2009 jährlich in einer Bandbreite zwischen 250 bis 310 Mrd. kWh pendelt. Stark aufgeholt hat in den letzten Jahren die Stromerzeugung aus Windenergie, die 2018 mit 275 Mrd. kWh nur noch knapp hinter der Wasserkraft (292 Mrd. kWh) auf Rang zwei liegt. PV-Anlagen und Solarthermische Kraftwerke kommen 2018 auf etwa 67 Mrd. kWh. Die Stromproduktion aus Bioenergie auf Basis von Holzenergieträgern sowie biogenem Müll erreicht 2018 eine Größenordnung von 51 Mrd. kWh. Mit etwa 17 Mrd. kWh liegt die geothermische Stromerzeugung auf Rang vier, vor der Stromerzeugung aus Deponiegas (rd. 11 Mrd. kWh).

Seit Trumps Amtsantritt bereits 50 Kohlekraftwerke zur Stilllegung angekündigt
Während der Ausbau der regenerativen Energien in den USA vorangeht - allein im Jahr 2018 sind rd. 15.000 MW Wind- und Solarenergieleistung neu ans Netz gegangen - sind die Kraftwerkskapazitäten auf Kohlebasis stark rückläufig. Seit der Amtsübernahme der Regierungsgeschäfte durch US-Präsident Donald Trump im Jahr 2017 wurden nach Angaben der US-Umweltorganisation Sierra Club bereits 50 Kohlekraftwerke zur Stilllegung angekündigt.

Seit Anfang 2015 sind in den USA Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von etwa 47.000 MW in den Ruhestand gegangen, und praktisch keine neuen Kohlekraftwerke sind neu in Betrieb gegangen. Basierend auf den gemeldeten Stilllegungsplänen geht die EIA davon aus, dass 2019 weitere 4.100 MW Kohlekapazität stillgelegt werden. Dies entspricht mehr als der Hälfte aller erwarteten Stilllegungen von Kraftwerken für das Jahr 2019.

"Das Schicksal der Kohle ist besiegelt, der Markt hat gesprochen", zitiert der britische Guardinan Michael Webber, Energieexperte an der University of Texas vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in den USA. "Der Trend ist jetzt irreversibel, der Rückgang der Kohle ist trotz Donald Trumps Rhetorik nicht aufzuhalten“, so Webber weiter. Trump hat mit Blick auf die Wählerschaft in den Bergbauregionen in Staaten wie West Virginia wiederholt versprochen, den Steinkohlenbergbau wiederzubeleben, indem verschiedene Vorschriften für saubere Luft und Klima aufgehoben werden.


© IWR, 2019


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27.06.2019

 



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