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Netzbetreiber heben 2020 Netzentgelte an

© Fotolia© FotoliaMünster - Die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet, 50Hertz, Transnet BW und Amprion haben Angaben über ihre vorläufigen Netzentgelte für das Jahr 2020 veröffentlicht. Ein eindeutiger Preistrend ist nicht zu erkennen.

Die vier deutschen ÜNB haben zum 01. Oktober 2019 Informationen über die vorläufigen Netzentgelte für das Jahr 2020 vorgelegt. Neben dem Netzausbau, den Kosten für Redispatch-Maßnahmen und die Abregelung von EE-Anlagen spiegelt sich darin auch die vom Gesetzgeber bis 2023 vorgesehen Angleichung der Netzentgelte wider, mit unterschiedlichen Auswirkungen. Die endgültigen Netzentgelte für das Jahr 2020 werden von den ÜNB spätestens am 31. Dezember 2019 veröffentlicht.

Tennet-Netzentgelte für die meisten Stromverbraucher stabil
Für die Mehrheit der Stromverbraucher im Versorgungsgebiet von Tennet bleiben die Netzentgelte 2020 auf dem Niveau des Jahres 2019. Nach Angaben des ÜNB liegen die Netzentgelt-Kosten für einen durchschnittlichen Haushalt im Netzgebiet von Tennet mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden künftig wie bislang bei rd. 75 Euro/Jahr. Für die wenigen großen Kunden, die direkt an das Tennet-Netz angeschlossen sind, werden die Netzentgelte steigen, so Tennet. Die Entwicklung der Netzentgelte zeige, dass der Netzausbau voran gehe: So erhöht sich der Anteil der Netzausbau-Investitionen an der Kostenbasis, anhand derer die Tennet-Netzentgelte berechnet werden, im Vergleich zum Vorjahr leicht. Dennoch prägen nach wie vor hohe Kosten für netzstabilisierende Maßnahmen die Netzentgelte, so Tennet. Die Kosten für Redispatch (Verlagerung von konventioneller Erzeugung) und vor allem für Windabregelungen, haben nach Angaben des ÜNB einen Anteil von ca. 60 Prozent an der Kostenbasis.

50Hertz: Netzentgelte steigen um 7 Prozent
Bei 50Hertz werden die Netzentgelte 2020 im Vergleich zu 2019 um voraussichtlich 7 Prozent steigen. Die Hauptgründe liegen u.a. in Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Vorhaltung von Reserveleistung (Kapazitätsreserve und Sicherheitsbereitschaft von Braunkohlekraftwerken) sowie hohe Investitionen in den Netzausbau, so 50Hertz. Zugleich führten diese Investitionen aber auch zu signifikanten Einsparungen bei den Kosten für das Engpassmanagement. So erwartet 50Hertz bei Redispatchmaßnahmen und dem Einspeisemanagement von EE-Anlagen sinkende Kosten von geschätzt rd. 100 Millionen Euro, was kostendämpfend auf die Netzentgelte wirkt. Die Steigerung der Netzentgelte wirkt sich nach Tennet-Berechnungen bei einem privaten Haushaltskunden mit 3 Euro/Jahr nur gering aus. Für einen ans Höchstspannungsnetz angeschlossenen Industriekunden mit jährlich rund 4.000 Benutzungsstunden und einer Leistung von 100 Megawatt läge die Mehrbelastung im Jahr 2020 bei ca. 600.000 Euro, so 50Hertz.

Transnet BW hebt Netzentgelte um voraussichtlich rd. 15 Prozent an
Am stärksten steigen die Netzentgelte nach aktuellem Stand 2020 bei Transnet BW. Der ÜNB geht davon aus, dass Netzentgelte 2020 voraussichtlich um rd. 15 Prozent für einen durchschnittlichen Kunden ansteigen. Dabei führt u.a. die bundesweite Angleichung der Netzentgelte zu einer Mehrbelastung. Ohne Einbeziehung der zweiten Stufe zur bundesweiten Harmonisierung der Netzentgelte hätte die Steigerung bei 8 Prozent gelegen. Kostensteigernd wirkten darüber hinaus die Beschaffung von Systemdienstleistungen, finanzielle Beiträge für die Stilllegung von Braukohlekraftwerken gemäß Energiewirtschaftsgesetz sowie Investitionen in den Netzausbau aus.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion kündigt auf seiner Webseite an, zum 1. Januar 2020 eine Anpassung der Erlösobergrenze vorzunehmen, die zu einer Neukalkulation der Netzentgelte führe.

© IWR, 2019


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02.10.2019

 



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