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Verbände kritisieren Politik wegen Windenergie-Markteinbruch

© Fotolia© FotoliaBerlin - Der Bundesverband Windenergie (BWE) und der VDMA Power Systems haben die Errichtungszahlen für den Ausbau der Windenergienutzung an Land für 2019 veröffentlicht. Der Windenergie-Zubau an Land ist wie erwartet auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gefallen.

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland an Land Windenergieanlagen mit einer Leistung von knapp 1.100 Megawatt (MW) neu errichtet. Damit lag der Brutto-Zubau noch deutlich unter der Prognose der Verbände von 1.500 MW. Der Nettozubau, d.h. inkl. des Rückbaus von 82 Altanlagen mit 97 MW Leistung, beträgt 243 Anlagen mit 981 MW Leistung. Die Verbände fordern eine schnelle Gegenreaktion von Bund und Ländern.

Windenergie-Ausbau an Land 2019 um 55 Prozent geringer als im Vorjahr 2018
Mit 325 Windenergieanlagen (WEA) und einer neu installierten Leistung von 1.078 Megawatt (MW) hat der Bruttozubau von Windenergieanlagen an Land 2019 nach den von der Deutschen WindGuard ermittelten Zahlen den niedrigsten Stand seit über 20 Jahren erreicht. Insgesamt liegt der Bruttozubau um etwa 55 Prozent unter dem Zubau des Vorjahres 2018 (rd. 2.400 MW) und etwa 80 Prozent unter dem des Rekordjahres 2017 (rd. 5.330 MW). Mit etwa 240 MW des Bruttozubaus (rd. 22 Prozent) liegt das Bundesland Brandenburg 2019 in der regionalen Differenzierung nach Bundesländern auf dem ersten Platz, vor Niedersachsen auf dem zweiten Rang (170 MW, 16 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (151 MW, 14 Prozent) auf Platz drei. Darauf folgen Mecklenburg-Vorpommern (126 MW, rd. 12 Prozent) und Rheinland-Pfalz (114 MW, rd. 11 Prozent). Für das Jahr 2020 erwarten die Verbände einen Zubau von 1.400-1.800 MW.

BWE und VDMA fordern politische Sofortmaßnahmen – weiterer Verlust heimischer Arbeitsplätze droht
Mit Blick auf eine Trendwende beim Ausbau der Windenergie an Land fordern BWE und VDMA Power Systems Bund und Länder auf, von einer pauschalen Abstandsregelung abzusehen. Stattdessen müssten die anderen 17 Punkte der Aufgabenliste des Bundeswirtschaftsministeriums zur Stärkung der Windenergie umgesetzt werden: „Die Auswirkungen der Zubauflaute auf Beschäftigung und Wertschöpfung in der Windindustrie müssen jetzt dringend überwunden werden, um die Substanz in Deutschland zu halten. Die Windindustrie musste bereits mit drastischen Beschäftigungsrückgängen auf die abnehmende Produktion für den Heimatmarkt reagieren“, so Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Sollte der Markt auf dem aktuellen Niveau stagnieren, drohten allein durch den Wegfall der Nachfrage aus Deutschland weitere 25 Prozent der Beschäftigten wegzubrechen. Eine Produktionsverlagerung in Exportmärkte sei dabei noch gar nicht berücksichtigt. Ohne Heimatmarkt könne Deutschland die Technologieführerschaft in der Windindustrie nicht aufrechterhalten, so Zelinger weiter.

BWE-Präsident Hermann Albers fordert für eine Wiederbelebung der Ausschreibrungen und die Erreichung der Ausbau- und Klimaschutzziele, eine schnellstmögliche Beseitigung der bekannten Genehmigungshemmnisse und die Ausweisung von mehr Flächen für Windenergieanlagen. Hierfür braucht es noch im Frühjahr eine Übereinkunft zwischen Bund und Ländern. Neue Hürden wie pauschale Abstandsregeln würden die Lage verschärfen und zu einem Verlust von ca. 40 Prozent der potenziellen Windflächen in Deutschland führen, so Albers weiter.

Über die Daten zum Ausbau der Windenergie-Nutzung in Deutschland
Die von der Deutschen WindGuard für die Verbände erfassten Daten zum Ausbau der Windenergienutzung an Land basieren auf dem Datum der Anlagenerrichtung. Die vom IWR kontinuierlich ausgewerteten Daten des BNetzA-Marktstammdatenregisters basieren dagegen auf dem Datum der Inbetriebnahme der Anlagen. Insofern ergeben sich aufgrund der Unterschiede im Betrachtungszeitpunkt auch Abweichungen in den jeweils veröffentlichten Daten. Statistische Änderungen (auch rückwirkend) sind wegen einzelner Nachmeldungen von Anlagen oder Korrekturen zum Anlagenregister durch die BNetzA dabei jederzeit möglich. Diese Unschärfen führen allerdings nicht zu Änderungen an den Trendaussagen.

© IWR, 2020


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29.01.2020

 



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