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DIN legt erstmals Branchenstandards für Rückbau von Windturbinen fest

© Hagedorn GmbH© Hagedorn GmbHHannover / Berlin / Dresden - Mit dem Ende der 20-jährigen EEG-Vergütung stellt sich in den nächsten Jahren für viele Tausend Windenergieanlagen (WEA) die Frage, ob ein Weiterbetrieb möglich ist oder ein Rückbau erfolgen muss. Da es bislang keinen Rückbau-Standard gab, hat auf Initiative von RDRWind e.V. ein Konsortium die neue Rückbau DIN SPEC 4866 erarbeitet.

Ab 2021 erwartet die Windbranche eine Rückbauwelle von Windenergieanlagen, die nach 20 Jahren Betrieb aus der EEG-Vergütung ausscheiden. Zwischen 5.000 und 6.000 Anlagen sind alleine bereits im Jahr 2021 betroffen. Bestandsanlagen, die nicht über das Repowering ersetzt werden oder aufgrund der Betriebskosten nicht wirtschaftlich weiterbetrieben werden können, müssen zurückgebaut werden. Bislang gibt es für die Branche allerdings keine verbindlichen Rahmenbedingungen für den Abriss, Abtransport, die Weiterverwertung und Entsorgung von Windenergieanlagen. Die jetzt unter der Führung der VSB Gruppe erarbeitete DIN SPEC 4866 setzt erstmals einen Branchenstandard und stellt die Arbeit der Unternehmen auf eine sichere Basis.

DIN SPEC 4866: Branchenstandards als „best practice“ für den Rückbau etablieren
Bisher gab es weder in Deutschland noch in Europa einen Standard oder eine Norm für die Demontage und das Recycling von Windenergieanlagen. Das ändert sich mit der Veröffentlichung der DIN SPEC 4866 durch das Deutsche Institut für Normung (DIN) e.V. am heutigen Tag (17.07.2020). „Nachhaltiger Rückbau, Demontage, Recycling und Verwertung von Windenergieanlagen“ lautet der Titel des 26-seitigen Dokuments, in dem die Rahmenbedingungen für den gesamten Rückbau-Prozess festlegt werden, angefangen bei der Planung über die Durchführung bis zur Dokumentation.

So sind in der DIN SPEC 4866 z.B. Empfehlungen enthalten, wie die Baustelle gesichert werden muss und welche Qualifikationen die Arbeiter benötigen, die den Rückbau durchführen. Die DIN beschreibt, wie Rotorblätter, Turm und Gondel zerlegt werden sollten und welche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind, damit keine schädlichen Stoffe in die Umwelt gelangen. Zudem wird erläutert, welche Bestandteile der Windenergieanlage sich auf welche Art verwerten lassen, wie der Rückbau dokumentiert werden muss und welche behördlichen Genehmigungen für den Rückbau in welchem Bundesland notwendig sind.

Die Empfehlungen sollen Betreibern und spezialisierten Unternehmen dabei helfen, Rückbauprojekte zu planen und durchzuführen. Sowohl die Betreiber von Windparks als auch Abriss- und Recycling-Unternehmen können sich damit in Zukunft auf ein standardisiertes Vorgehen einigen. Darüber hinaus hilft die DIN SPEC 4866 auch Kommunen und Behörden, den Rückbau zu überwachen und zu beurteilen.

Der neue Branchenstandard ist in deutscher und englischer Sprache kostenfrei über den Beuth Verlag verfügbar und steht damit auch der europäischen Windindustrie sowie den Behörden als Vorlage für eigene Aktivitäten zur Verfügung.

VSB Gruppe im RDRWind e.V. federführend an Entwicklung des ersten Branchenstandards beteiligt
Erarbeitet wurde die DIN SPEC 4866 unter Führung der VSB Gruppe durch ein Konsortium aus 25 Unternehmen. Dazu gehörten Fachleute aus der Windenergiebranche, Recycling-Experten, Wissenschaftler sowie Mitarbeiter von Behörden wie beispielsweise dem Umweltbundesamt. Der Rückbau-Standard geht zurück auf eine Initiative der Ende 2018 in Hannover gegründeten Industrievereinigung für Repowering, Demontage und Recycling von Windenergieanlagen (RDRWind e.V.).

„Uns geht es vor allem um den nachhaltigen Rückbau. Windenergieanlagen sind umweltfreundlich und sollen es auch bleiben, wenn sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Die Recyclingquote von Windenergieanlagen ist bereits jetzt sehr hoch und liegt bei über 90 Prozent“, so der 1. Vorsitzende von RDRWind Martin Westbomke. So sieht das auch Andrea Aschemeyer von der VSB Neue Energien Deutschland GmbH, die das Konsortium zur Erarbeitung der DIN SPEC 4866 geleitet hat. „Bislang gab es kein einheitliches Vorgehen für den Rückbau von Windenergieanlagen“, so Aschemeyer. VSB und allen anderen beteiligten Partnern sei es wichtig, dass in der Öffentlichkeit sowie bei Kommunen und Behörden deutlich wird, dass die Branche professionell arbeite. „Mit der DIN-Vorgabe dokumentieren wir schwarz auf weiß, wie der Rückbau einheitlich, sicher und umweltbewusst abläuft“, so Aschemeyer weiter.


© IWR, 2020


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17.07.2020

 



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