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EE-Stromerzeugung in den ersten 7 Monaten 2020 auf Kurs

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaMünster - Die Solaranlagen in Deutschland haben angesichts der sonnenreichen Witterung im Juli 2020 eine hohe Stromproduktion erzielt. Die Windstromerzeugung zieht gegenüber dem Vormonat Juni wieder an. Von Januar bis Juli 2020 verzeichnen Sonne, Wind und Co. gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein deutliches Wachstum.

Wettermäßig ist der Juli 2020 zwar nicht so hochsommerlich ausgefallen wie der Juli 2019. Allerdings ergibt sich insgesamt ein warmer, auf Deutschland bezogen zu trockener und sonnenreicher Monat. Das sorgt für eine hohe Stromerzeugung aus Solarenergie. Die On- und Offshore-Windenergieanlagen haben im Juli 2020 mehr Strom erzeugt als im vergleichbaren Vorjahresmonat.

Einspeisung aus Solaranlagen verfehlt im Juli neuen Rekord
Mit insgesamt 230 Sonnenstunden war der Juli 2020 sonniger als der Vormonat Juni (215 Stunden) und fast so sonnig wie der Vorjahresmonat Juli 2019 (235 Stunden). Damit fällt auch die Einspeisung der Solaranlagen in Deutschland nach den aktuell vorliegenden Daten der Netzbetreiber im Juli 2020 rd. 6,3 Milliarden (Mrd.) Kilowattstunden (kWh) Solarstrom höher aus als im Vormonat (Juni: rd. 5,7 Mrd. kWh). Im Solarstromproduktions-Ranking der Monate mit der höchsten Solareinspeisung liegt der Juli 2020 auf dem dritten Rang hinter dem Juni 2019 (6,5 Mrd. kWh) und quasi gleichauf mit dem April 2020 (rd. 6,3 Mrd. kWh).

Die Windstromanlagen in Deutschland haben im Juli 2020 rd. 7 Mrd. kWh Windstrom eingespeist. Das sind knapp 7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat Juli 2019 (rd. 6,6 Mrd. kWh). Die Windenergieanlagen in der deutschen Nord- und Ostsee haben im Juli 2020 rd. 1,6 Mrd. kWh Windstrom erzeugt, was gegenüber dem Vorjahresmonat einem Minus von rd. 6 Prozent entspricht (Juli 2019: rd. 1,7 Mrd. kWh Offshore-Windstrom).

Deutschland: Wind- und PV-Anlagen produzieren in den ersten 7 Monaten mehr Strom als im Vorjahreszeitraum
In den ersten 7 Monaten des Jahres 2020 wurden in Deutschland bereits etwa 144 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Ökostrom produziert und in die Netze eingespeist. Das ist ein Anstieg um rd. 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Jan – Jul 2019: 134,1 Mrd. kWh). Der Zuwachs entfällt vor allem auf die höhere Einspeisung von Wind- und Solarstrom. Der größte Beitrag zum regenerativen Stromaufkommen entfällt auf die Windenergie, die mit rd. 80 Mrd. kWh um etwa 11 Prozent gestiegen ist (Jan-Jul 2019: 72 Mrd. kWh). Darauf folgt die Solarenergie mit 31,3 Mrd. kWh, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum ebenfalls einem Wachstum von rd. 11 Prozent entspricht. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft und Bioenergie fällt dagegen etwas niedriger aus. Bei der konventionellen Stromerzeugung ist ein deutlicher Rückgang um rd. 22 Prozent zu verzeichnen. Beim Atomstrom spiegelt sich in dem Rückgang von 15 Prozent auf 33 Mrd. kWh die Abschaltung des Atomkraftwerks Philippsburg Ende 2019 wider. Bei der Stromerzeugung aus Braunkohle (rd. 40 Mrd. kWh, -35 Prozent) und Steinkohle (rd. 15 Mrd. kWh, - 46 Prozent) verfestigt sich der überproportional starke Rückgang. Auch der Trend zu mehr Strom aus Gas hält an, insgesamt ist die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken von Januar bis Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Deutschland um rd. 26 Prozent auf rd. 30 Mrd. kWh gestiegen.

Ausblick 2020: Sinkende konventionelle Stromerzeugung und globale Corona-Krise lassen CO2-Emissionen sinken
Für das Jahr 2020 ist nach IWR-Einschätzung mit einem erheblichen Rückgang der globalen CO2-Emissionen zu rechnen, der den Rückgang in der Finanzkrise im Jahr 2008 / 2009 (- 1,3 Prozent) deutlich übertreffen dürfte. Gründe sind neben den weltweit hohen Temperaturen zu Beginn des Jahres 2020 der Rückgang der Strom- und Treibstoffnachfrage in den Industrieländern in Folge der globalen Ausbreitung der Covid-19 Pandemie.

Über die Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E)
Die IWR-Auswertung basiert auf der Analyse aller von den nationalen Netzbetreibern zur Verfügung gestellten EU-Länderdaten. Für Deutschland liefern die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet TSO, 50 Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW Daten an den Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E). Die Übertragungsnetzbetreiber messen die Netto-Stromeinspeisung in ihren Stromnetzen. Strommengen, die nicht eingespeist werden und für den Betrieb von Kraftwerken benötigt (Eigenverbrauch) oder selbst genutzt (Eigennutzung) werden, sind in der vorliegenden Statistik nicht abgebildet.

Die Daten zur Brutto-Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung und den amtlichen Statistiken in Deutschland (z.B. BMWi) oder in Europa (Eurostat) können daher von den hier vorliegenden zeitnahen Messungen und Hochrechnungen abweichen.


© IWR, 2020


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06.08.2020

 



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