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Vestas erzielt in Q2 2020 starkes Umsatzwachstum - außerordentliche Rückstellungen belasten

© Vestas© VestasAarhus, Dänemark - Vestas hat die Zahlen für das zweite Quartal 2020 (Q2 2020) vorgelegt. Der Windturbinenhersteller konnten den Umsatz zwar deutlich steigern, aufgrund von Garantierückstellungen ist das EBIT vor Sondereinflüssen allerdings deutlich zurückgegangen. Unterm Strich verbleibt in Q2 2020 ein geringer Verlust. Die Aktie klettert.

Der dänische Windenergieriese Vestas hat den Umsatz im zweiten Quartal 2020 auf über 3,5 Milliarden Euro (Mrd. Euro) steigern können. Der kombinierte Auftragsbestand (Anlagen und Service) erreicht ein neues Allzeithoch. Trotz der Unsicherheiten durch die Covid-19-Pandemie wagt der RENIXX-Konzern wieder eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

Umsatz in Q2 2020 klettert um fast 70 Prozent, außerordentliche Garantierückstellungen drücken aufs Ergebnis, Auftragsbücher gut gefüllt
Der dänische Windenergieriese Vestas hat in Q2 2020 einen Umsatz von 3,541 Milliarden Euro (Mrd. Euro) erzielt. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das ein satter Anstieg von 67 Prozent. Das EBIT vor Sondereinflüssen ging um 94 Millionen Euro (Mio. Euro) auf 34 Mio. Euro zurück. Dies führte zu einer EBIT-Marge vor Sondereinflüssen von 1,0 Prozent, verglichen mit 6,0 Prozent im zweiten Quartal 2019. Der Rückgang ist nach Angaben von Vestas vor allem auf die im Quartal gebildeten außerordentlichen Garantierückstellungen in Höhe von 175 Mio. Euro zurückzuführen, die eine spezifische Reparatur und Aufrüstung einer begrenzten Anzahl bereits installierter Rotorblätter abdecken. Ohne diese Rückstellungen lag die zugrunde liegende Marge bei 5,9 Prozent. Unterm Strich verbleibt somit für Vestas ein Verlust von 5 Mio. Euro.

Der vierteljährliche Eingang fester und vorbehaltloser Windturbinenaufträge erreichte in Q2 2020 4.148 Megawatt (MW). Der Gesamtwert des Auftragsbestands an Windturbinen belief sich zum 30. Juni 2020 auf 16,2 Mrd. Euro. Zusätzlich verfügte Vestas Ende Juni 2020 über Dienstleistungsverträge mit erwarteten vertraglichen zukünftigen Einnahmen in Höhe von 18,9 Mrd. Euro. Somit ergibt sich für den kombinierten Bestand an Windturbinenaufträgen und Servicevereinbarungen ein Gesamtvolumen von 35,1 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um 3,6 Mrd. Euro.

Auf der Grundlage der Ergebnisse für die erste Hälfte des Jahres 2020 wagt Vestas trotz der weiterhin vorhandenen Unsicherheiten durch die COVID-19-Pandemie wieder eine Prognose für das Gesamtjahr. Vestas geht in seiner Guidance davon aus, dass die Erlöse 2020 wie zuvor bereits angenommen unverändert bei 14-15 Mrd. Euro liegen werden. Bei der EBIT-Marge vor Sondereinflüssen geht Vestas davon aus, dass diese zwischen 5 und 7 Prozent liegen wird (vorher 7-9 Prozent), einschließlich der außerordentlichen Gewährleistungsrückstellungen in Höhe von 175 Mio. Euro.

Aktie klettert nach Zahlen deutlich
Die von Vestas vorgelegten Zahlen können die Investoren überzeugen. Die Aktie klettert im heutigen Handel deutlich. Aktuell notiert die Aktie des RENIXX-Konzerns mit einem Plus von 7,8 Prozent bei einem Kurs von 122,40 Euro (11.08.2020, 15:11 Uhr, Börse Stuttgart). Damit hat sich der Aktienkurs seit seinem Jahrestief nach dem Corona-Crash im März quasi verdoppelt. Gegenüber dem Jahreswechsel liegt die Vestas-Aktie aktuell bei einem Kursplus von 34,6 Prozent.

Vestas erster EE-Hersteller mit verifizierten, dem 1,5°C-Szenario entsprechenden Klimazielen
Immer mehr Unternehmen setzen sich ambitionierte Klimaziele und reichen diese zur offiziellen Validierung bei der Science Based Targets Initiative (SBTi) ein, so auch Vestas. Das Unternehmen hatte im Januar 2020 angekündigt, bis 2030 kohlenstoffneutral zu werden. Das sei ein Schlüsselelement im Rahmen des Ziels von Vestas, weltweit führend bei nachhaltigen Energielösungen zu werden, so Vestas CEO und Präsident Henrik Andersen. Die Science Based Targets Initiative (SBTi) hat die Ziele von Vestas zur Reduzierung der Treibhausgase validiert und jetzt bestätigt, dass sie mit den Werten übereinstimmen, die zulässig sind, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5 °C zu begrenzen. Damit ist Vestas nach eigenen Angaben der erste Hersteller im Bereich erneuerbar Energien, der seine Ziele durch die SBTI als mit dem 1,5 °C-Szenario, dem ehrgeizigeren Ziel des Pariser Abkommens, vereinbar validieren lässt. "Da mehrere Nationen und globale Unternehmen Absichten für eine grüne wirtschaftliche Erholung von COVID-19 skizziert haben, wird die Industrie für erneuerbare Energien zu einer dominanteren Ressource im globalen Energiemix werden. Als weltweit führender Anbieter von Windenergie ist Vestas dabei entschlossen, dafür zu sorgen, dass die Industrie auch weiterhin die Auswirkungen auf die Umwelt minimiert, während sie weiter wächst“, so Andersen.


© IWR, 2020


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11.08.2020

 



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