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Bornholm: Neue Drehscheibe für Offshore Windenergie in der Ostsee geplant

© 50Hertz, Jan Pauls© 50Hertz, Jan PaulsBerlin – Mit einem deutsch-dänischen Gemeinschaftsprojekt soll die Nutzung der Offshore Windenergie in der Ostsee ausgebaut werden. Dazu kooperieren zunächst die Netzbetreiber 50Hertz aus Deutschland und Energinet aus Dänemark.

Ein neuer Offshore Hub mit dem Namen „Bornholm Energy Island“ könnte in Zukunft die Nutzung der Offshore Windenergie durch die Ostsee-Anrainerstaaten deutlich vereinfachen. Der bilateralen Kooperation zwischen Deutschland und Dänemark können sich weiter Partnerunternehmen aus dem Ostseeraum anschließen.

Bornholm Energy Island – Start mit 2.000 MW Windkraftleistung geplant
50Hertz und der dänische Netzbetreiber Energinet haben am 20.01.2021 zunächst eine Absichtserklärung ("Letter of Intent", kurz LoI) unterzeichnet. Das Ziel ist es, auf der Ostseeinsel Bornholm Offshore Windkraftanlagen mit zunächst 2.000 MW Windenergieleistung über einen geplanten Offshore-Hub ("Bornholm Energy Island") an beide Länder anzuschließen. Das neue Projekt soll zunächst Deutschland und Dänemark mit einem Interkonnektor verbinden. In diesen Übergabepunkt kann auf der Insel Bornholm Strom aus den umliegenden Offshore-Windparks eingespeist werden. In weiteren Schritten ist vorgesehen, dass nach und nach Verbindungen zu weiteren Ostsee-Anrainerstaaten und Offshore-Windparks aufgebaut werden.

Nach den bisherigen Planungen Dänemarks sollen die Windparks in etwa 20 km südlicher und südwestlicher Entfernung von Bornholm im Meer errichtet und via Seekabel mit dem Offshore-Hub auf der Insel verbunden werden. Dafür hat das dänische Parlament einen Zeitrahmen bis 2030 vorgegeben.

Zukunft: transnationale Projekte bei der Nutzung der Offshore Windenergie
Stefan Kapferer, 50 Hertz-CEO, und Thomas Egebo, CEO von Energinet, betonen die europäische Zukunft der Energiewirtschaft. Man müsse „die Gangart wechseln vom nationalen Ausbau mit einzelnen Windparks hin zu Energieinseln, die nur als transnationale Projekte zu realisieren sind", so Egebo. Kapferer betont, dass gemeinsam mit der Politik und der Offshore-Windindustrie neue Wege zur länderübergreifenden Nutzung und Vergütung des erzeugten Stroms gefunden werden müssten.

Der jetzigen Unterzeichnung kommt nicht von ungefähr. So haben im September 2020 die Ostsee-Anrainerstaaten eine gemeinsame Erklärung zur Kooperation bei Offshore-Windkraftprojekten unterzeichnet. Auf dieser Basis haben sieben Übertragungsnetzbetreiber - darunter Energinet und 50Hertz - im Dezember 2020 die "Baltic Offshore Grid Initiative" gegründet, um dabei mitzuwirken, das Windenergie-Erzeugungspotenzial in der Ostsee von rund 93 GW und einer möglichen jährlichen Erzeugungsmenge von über 300 TWh/Jahr (300 Mrd. kWh pro Jahr) zu erschließen. Auch hatten die Regierungen Deutschlands und Dänemarks im Dezember vereinbart, beim Ausbau der Offshore-Windenergie noch intensiver zu kooperieren.

Energieinseln für die Nutzung der Offshore Windenergie in der Nordsee geplant
Auch in der Nordsee rücken die Anrainerstaaten bei der Nutzung der Offshore Windenergie enger zusammen. Schon im Jahr 2016 hat der niederländisch-deutsche Netzbetreiber Tennet ein Drehkreuz-Konzept für eine umfangreiche Nutzung der Offshore-Windenergie in der Nordsee vorgestellt. Tennet ist Teil des Konsortiums North Sea Wind Power Hub (NSWPH), an dem sich auch das niederländische Staatsunternehmen Gasunie, der dänische Übertragungsnetzbetreiber Energinet und der Hafen von Rotterdam (strategischer Partner) beteiligen. Während in der Nordsee noch unklar ist, wie die Energie-Inseln aussehen sollen, ist der Vorteil beim Ostsee-Hub „Bornholm Energy Island“, dass bei der Umsetzung dieses Projekts bereits eine natürliche Insel (Bornholm) vorhanden ist.

© IWR, 2021


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25.01.2021

 



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