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Dänemark errichtet weltweit ersten Windenergie-Hub als künstliche Insel in der Nordsee

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaKopenhagen, Dänemark - In Dänemark wurde jetzt eine wegweisende Vereinbarung über den Bau des ersten künstlichen Offshore-Hubs in der Nordsee getroffen. Die Energieinsel soll einen wesentlichen Beitrag leisten, um die europäischen Klimaziele zu erreichen.

Das dänische Parlament hat den Bau eines künstlich angelegten Offshore-Hubs in der Nordsee beschlossen, der sich im Besitz einer öffentlich-privaten Partnerschaft befinden wird. Das Energiezentrum wird nach Regierungsangaben das bislang größte Bauprojekt in der dänischen Geschichte und eines der Vorzeigeprojekte für den grünen Wandel in Europa sein.

Künstlicher Offshore-Hub mit 10.000 MW Gesamtkapazität geplant
Das dänische Parlament hat den Bau des weltweit ersten künstlichen Offshore-Windenergie-Hubs in Form einer künstlichen Insel in der Nordsee beschlossen. Der geplante Standort befindet sich ca. 80 Kilometer vor der Küste Jütlands.

Über den Knotenpunkt soll der Strom von Hunderten von Offshore-Windturbinen im Umfeld gebündelt und an die Verbraucher in den Nordsee-Anrainer-Staaten verteilt werden. Die Insel wird den Planungen zufolge eine Gesamtfläche zwischen 120.000 und 460.000 Quadratmetern aufweisen, je nach angeschlossener Windenergieleistung. Der Hub wird eine anfängliche Kapazität von 3.000 Megawatt (MW) Offshore-Windenergieleistung haben, in den kommenden Jahren kann die Kapazität auf 10.000 MW skaliert werden.

Ziel ist es, grünen Strom auf der Insel zu speichern und ihn über Unterwasserkabel nach Dänemark und in die Nachbarländer zu leiten. Darüber hinaus soll der Offshore-Windstrom genutzt werden, um klimafreundliche Kraftstoffe für die Schifffahrt, die Luftfahrt, die Schwerindustrie oder Schwerlastfahrzeuge zu produzieren. Die Insel soll so konzipiert werden, dass sie über ideale Voraussetzungen für die Weiterentwicklung verfügt, zum Beispiel durch den Bau eines Hafens und Einrichtungen zur Speicherung und Umwandlung von grünem Strom aus den umliegenden Offshore-Windparks.

In der ersten Phase sollen rechnerisch rund 3 Millionen europäische Haushalte mit grüner Energie versorgt werden können. Bei vollständiger Umsetzung des Hubs soll dieser den Verbrauch von 10 Millionen europäischen Haushalten abdecken können.

Die EU will bis 2050 Klimaneutralität erreichen, und die Kommission hat ein Ziel von 300 GW (300.000 MW) Offshore-Windenergie festgelegt, um dieses Ziel zu erreichen. Durch den Bau des weltweit ersten Energie-Hubs mit einer potenziellen Kapazität von 10 GW (10.000 MW) trage Dänemark maßgeblich zu diesem ehrgeizigen Ziel bei. Nicht nur durch den drastischen Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion, sondern auch durch die Versorgung der europäischen Nachbarn mit erneuerbarer Energie im Überfluss, so der dänische Klimaminister Dan Jørgensen anlässlich der Bekanntgabe des Beschlusses zum Bau der Anlage.

Weitere Energieinseln für die Nutzung der Offshore Windenergie in Planung
Neben dem jetzt beschlossenen Energie-Hub sind weitere Energieinseln in der Nord- und Ostsee in Planung. Schon 2016 hat der niederländisch-deutsche Netzbetreiber Tennet ein Drehkreuz-Konzept für eine umfangreiche Nutzung der Offshore-Windenergie in der Nordsee vorgestellt. Tennet ist Teil des Konsortiums North Sea Wind Power Hub (NSWPH), an dem sich auch das niederländische Staatsunternehmen Gasunie, der dänische Übertragungsnetzbetreiber Energinet und der Hafen von Rotterdam (strategischer Partner) beteiligen. Nach der Auswertung von Studien zu dem Drehkreuz-Konzept wird seit 2019 nicht mehr wie ursprünglich geplant auf die Aufschüttung einer zentralen Insel im Bereich der Doggerbank gesetzt. Ziel ist es jetzt vielmehr, mehrere dezentrale Energie-Inseln im Rahmen eines modularen Verteilkreuz-Konzepts zu realisieren. Nach Einschätzung des North Sea Wind Power Hubs liegt die optimale Kapazitätsgröße eines einzelnen Windenergie-Verteilkreuzes bei 10 bis 15 GW.

Relativ weit fortgeschritten sind die Pläne zur Errichtung des Offshore Hubs „Bornholm Energy Island“ in der Ostsee. Der Vorteil bei diesem Projekt ist, dass für die Umsetzung mit Bornholm bereits eine natürliche Insel vorhanden ist. 50Hertz und der dänische Netzbetreiber Energinet haben am 20.01.2021 zunächst eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das Ziel ist es, auf der Ostseeinsel Bornholm Offshore Windkraftanlagen mit zunächst 2.000 MW Windenergieleistung über den geplanten Offshore-Hub an beide Länder anzuschließen. Das neue Projekt soll zunächst Deutschland und Dänemark mit einem Interkonnektor verbinden. In diesen Übergabepunkt kann auf der Insel Bornholm Strom aus den umliegenden Offshore-Windparks eingespeist werden. In weiteren Schritten ist vorgesehen, dass nach und nach Verbindungen zu weiteren Ostsee-Anrainerstaaten und Offshore-Windparks aufgebaut werden.


© IWR, 2021


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08.02.2021

 



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