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Kältewelle: Frankreich auf Stromimporte aus Deutschland angewiesen - Strompreise klettern

© Fotolia/Adobe© Fotolia/AdobeMünster - Die aktuelle Kältewelle in Deutschland schwappt weiter nach Frankreich und sorgt auch dort für eine steigende Stromnachfrage. In Folge der niedrigen Temperaturen klettern die Preise an der europäischen Strombörse auf breiter Front. Es gibt aber auch Profiteure.

In Frankreich wird vielfach mit Strom geheizt und bei einer Kältewelle steigt die Stromnachfrage mitunter so stark, dass die französischen Kraftwerke an ihre Grenzen kommen. Die aktuell hohe Nachfrage treibt zudem die Strompreise an den Börsen, wirkt sich in Deutschland aber gleichzeitig u.a. positiv auf das EEG-Konto aus.

Frankreich trotz Atomkraftwerke auf Stromimporte angewiesen - Deutschland exportiert
Frankreich hat die meisten Atomkraftwerke in Europa und ist aktuell trotzdem auf Stromimporte angewiesen. Laut dem französischen Netzbetreiber RTE steigt der Leistungsbedarf heute in der Spitze auf über 80.000 MW. Damit ist Frankreich noch weit von der Rekord-Stromnachfrage aus dem Jahr 2012 mit 102.000 MW entfernt. Trotzdem muss Frankreich fast den ganzen Tag über Strom importieren. In der Spitze (08.00 Uhr) wurde bisher Strom mit einer Leistung von rd. 8.000 MW importiert, davon 4.900 MW aus Belgien / Deutschland, aus Spanien 2.000 MW sowie aus der Schweiz 1.100 MW. Zwar exportierte Frankreich zeitgleich Strom mit einer Gesamtleistung von 3.500 MW nach Großbritannien und Italien, per Saldo musste Frankreich Strom mit einer bisherigen Maximalleistung von über 4.000 MW aus dem Ausland importieren.

Frankreichs Atomkraftwerke nicht vollständig am Netz
Obwohl Frankreich prinzipiell auf 56 Atomkraftwerke mit einer Leistung von 61.370 MW (Stand: 01.01.2021) zurückgreifen kann, stehen diese offenbar aus unterschiedlichen Gründen nicht vollständig zur Verfügung bzw. können nicht eingesetzt werden. Nach den aktuellen Kraftwerks-Leistungsdaten sind derzeit französische Atomkraftwerke mit einer Leistung von gerade einmal 47.000 MW am Netz, das ist eine Auslastung von nur 76,6 Prozent, bezogen auf die gesamte Atomkraftwerkskapazität in Frankreich.

Steigende Strompreise an der Börse sorgen in Deutschland für Entlastung auf dem EEG-Konto
Der Kälteeinbruch in Westeuropa führt zu stark steigenden Preisen an der Strombörse. So wird die Kilowattstunde Strom im Day-Ahead Handel (Lieferung: 09.02.2021) für das Marktgebiet Deutschland / Luxemburg mit 6,4 ct/kWh (Baseload) festgesetzt, in der Spitze morgen zwischen 09:00 und 10:00 Uhr sogar für 8,1 ct/kWh. Die hohen Stromverkaufspreise wirken sich positiv auf die Stromerzeuger und Kraftwerksbetreiber aus, die ihre Margen verbessern können. Auch das EEG-Konto wird entlastet, denn die höheren Verkaufserlöse für den EEG-Ökostrom führen hier zu steigenden Einnahmen.

© IWR, 2021


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08.02.2021

 



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