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Studie: EE-Stromanteil in Deutschland verfehlt 65 Prozent-Ziel für 2030 voraussichtlich

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaKöln - In Deutschland soll der Anteil erneuerbarer Energien (EE) am Bruttostromverbrauch laut Bundesregierung im Jahr 2030 bei 65 Prozent liegen. Dieses Ziel wird voraussichtlich nicht erreicht.

In seiner Untersuchung „Auswirkungen des EEG 2021 auf den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromnachfrage 2030“ hat das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln die Entwicklung des Bruttostromverbrauchs für das Jahr 2030 geschätzt und ins Verhältnis zur geplanten EE-Stromerzeugung gemäß EEG gesetzt. Dabei zeigte sich, dass mit Blick auf das 65 Prozent-Ziel der geplante Ausbau der EE-Stromerzeugung auf aufgrund eines stärkeren Anstiegs des Bruttostromerbrauches nicht ausreichend ist und ein Delta von etwa 70 TWh resultiert.

Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und Wasserstoff steigern den Stromverbrauch
Bei der Stromnachfrage geht die Bundesregierung gemäß EEG 2021 bis 2030 von einem Bruttostromverbrauch von 580 TWh pro Jahr aus. Aus der Analyse des EWI ergibt sich im Jahr 2030 jedoch ein deutlich höherer Bruttostromverbrauch von rund 685 TWh. Die Grundlage für die Berechnung der Stromnachfrage bilden nach Angaben des Kölner Instituts die „dena-Leitstudie - Integrierte Energiewende“ sowie zentrale Ziele aus dem Klimaschutzprogramm 2030, der Nationalen Wasserstoffstrategie und dem Netzentwicklungsplan Strom 2035. Zentrale Treiber der vom EWI ermittelten höheren Nachfrage sind die steigende Zahl von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen sowie die nationale Erzeugung von grünem Wasserstoff, wie sie laut Nationaler Wasserstoffstrategie (NWS) geplant ist.

„Die Nationale Wasserstoffstrategie geht von einer Nachfrage zwischen 90 und 110 TWhth im Jahr 2030 aus. Dabei wird eine vergleichsweise niedrige nationale Erzeugung von 14 TWhth angenommen, und der Großteil würde importiert werden“, so EWI-Analyst Tobias Sprenger. „Ohne diese Importe wäre der deutsche Bruttostromverbrauch im Jahr 2030 nochmal höher.“

Anstieg der EE-Stromerzeugung bis 2030 zu gering
Der zweite wichtige Faktor für die Erreichung des 65-Prozent-Ziels ist die Größenordnung des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien. Gemäß EEG 2021 werden für das Jahr 2030 eine installierte EE-Leistung von 205.000 Megawatt (MW, 205 GW) und eine Erzeugung von 377 TWh aus erneuerbaren Energien angestrebt. Ausgehend von einer EE-Erzeugungskapazität von 125.000 Megawatt (MW, 125 GW) im Jahr 2019 plant die Bundesregierung gemäß EEG ab 2020 einen durchschnittlichen Bruttozubau von 9.700 MW pro Jahr, um das 2030-Ziel zu erreichen. Die Erzeugung erneuerbaren Stroms würde gemäß den Annahmen dadurch von 243 TWh im Jahr 2019 auf 377 TWh im Jahr 2030 steigen.

EE-Erzeugung müsste 2030 um 68 TWh höher ausfallen
Mit Blick auf das 65 Prozent Ziel der Bundesregierung ist der Anstieg auf 377 TWh bei einem steigenden Brutrostromverbrauch auf 685 TWh allerdings nicht ausreichend, erforderlich ist stattdessen eine EE-Strommenge von rd. 445 TWh. „Unsere Abschätzung zeigt: Um das 65-Prozent-Ziel zu erreichen, müsste die Erzeugung aus Erneuerbaren im Jahr 2030 im Vergleich zum EEG 2021 um 68 TWh höher liegen“, so EWI-Manager Max Gierkink, der die Analyse gemeinsam mit Tobias Sprenger verfasst hat, mit Blick auf die fehlenden EE-Strommengen.

© IWR, 2021


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