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Niedersachsen und Baden-Württemberg passen Rahmen für Wind-Ausbau an

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaHannover, Stuttgart, Münster - Vor dem Hintergrund der verschärften Klimaschutzziele und Pläne zum Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft hat ein schneller Ausbau der Windenergie höchste Priorität. Um den Windenergieausbau zu beschleunigen, setzten Niedersachsen und Baden-Württemberg auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen.

Der Windenergieausbau in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2021 nur auf niedrigem Niveau vorangekommen. Während der Ausbau der Windenergie an Land zwar wieder angezogen hat, liegt der Ausbau der Offshore-Windenergie angesichts der Ausbaulücke brach. Mit Blick auf die r Onshore-Windenergie versuchen Niedersachsen und Baden-Württemberg den Windenergieausbau über einen neuen Erlass bzw. eine Vermarktungsoffensive für geeignete Flächen im Staatswald wieder auf Kurs zu bringen.

Schub für Windenergieausbau und Energiewende in Niedersachsen erwartet
Mit einem neuen Windenergieerlass will Niedersachsen den Windenergieausbau wieder in Schwung bringen und ein deutliches Signal für die Energiewende setzen. Mit dem neuen Erlass, der am 20.07.2021 vom Kabinett zur Kenntnis genommen wurde, sollen allen an der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen beteiligten Akteursgruppen Instrumente an die Hand gegeben werden, um mehr Flächen für den Windenergieausbau zur Verfügung zu stellen, Planungssicherheit zu erreichen, mehr Repowering zu ermöglichen, die behutsame Öffnung des Waldes für Windenergie zu begleiten, Nutzungs- und Schutzinteressen klarzustellen und die Rechtssicherheit für Windenergievorhaben zu verbessern.

„Der neue Windenergieerlass stellt klar, dass genügend Fläche für den Ausbau der Windenergie zur Verfügung stehen muss. Hierzu tragen das Flächenziel der Landesregierung von 2,1 Prozent ab 2030 und die behutsame Öffnung des Waldes für die Windenergie bei“, so Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Olaf Lies. Die Windenergie sei in Niedersachsen etabliert und überall sichtbar. Es sei daher folgerichtig, dass die 2,1-Prozent-Marke für Windräder bei der regionalen Planung geprüft werden müsse. Zudem sei die Windkraft auch eine Chance für gute Arbeit und bessere öffentliche Finanzen vor Ort, betont Lies die industriewirtschaftlichen Aspekte der Windenergie.

Windenergie-Ausbau entscheidender Baustein für klimaneutrales Baden-Württemberg
Auch Baden-Württemberg verstärkt seine Anstrengungen, um den Ausbau der Windenergie zu beschleunigen. Dazu hat das Kabinett in dieser Woche (26.07.2021) grünes Licht für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Vergabeoffensive für den Ausbau der Windenergie auf Flächen im Staatswald gegeben und einem Vorschlag von Forstminister Peter Hauk zur Verpachtung von landeseigenen Flächen im Wald durch ForstBW zugestimmt. Auf Bitte von Ministerpräsident Kretschmann hat Hauk zugesagt, bis spätestens Ende des Jahres eine Zusammenstellung von allen Staatswaldflächen vorzulegen, die für die Windkraftnutzung geeignet sind.

Im Rahmen der Vermarktungsoffensive soll ForstBW neue, für die Windenergienutzung geeignete Flächen identifizieren, diese interessierten Projektierern anbieten und nach einem eigens ausgearbeiteten Bewertungssystem verpachten. Wo Waldflächen für die Errichtung von Windkraftanlagen in Anspruch genommen werden, soll dies durch entsprechende Maßnahmen ausgeglichen werden. Insgesamt hielten sich die Belastungen für den Wald aber in absolut vertretbaren Grenzen, so Hauk.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann betont, dass es neben der Bereitstellung geeigneter Flächen als wichtigster Voraussetzung für den Ausbau der Windenergie auch auf zügige Genehmigungsverfahren ankomme. „Innerhalb der Landesregierung besteht Einigkeit, das wir weitere rechtssichere Vereinfachungen und Beschleunigungen für Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen in allen windkraftrelevanten Rechtsbereichen brauchen. Dies betrifft auch den Bereich des Artenschutzes“, kündigt Kretschmann Verschlankungen beim Thema Genehmigungen an.

Windenergie-Ausbau in Deutschland stottert im ersten Halbjahr 2021 - Niedersachsen führend
Insgesamt wurden von Januar bis Juni 2021 nach einer aktuellen IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur (BNetzA) (Stand: 26.07.2021) in Deutschland 245 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 970 MW neu in Betrieb genommen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das in Bezug auf die Leistung einem Wachstum von etwa 20 Prozent (1 HJ 2020: 223 WEA, 809 MW). Zu berücksichtigen ist, dass 2021 alle Neuinbetriebnahmen in Deutschland auf die Windenergie an Land entfallen. Der essentiell wichtige Ausbau der Offshore Windenergie liegt wegen der Ausbaulücke, in die die Branche geraten ist, in diesem Jahr dagegen brach. Die regionale Differenzierung nach Bundesländern zeigt, dass Niedersachsen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 (211 MW) führend bei den Neuinbetriebnahmen ist, vor Brandenburg (164 MW), Nordrhein-Westfalen (154 MW), Schleswig-Holstein (153 MW) und Baden-Württemberg (85 MW). Keine einzige Neuinbetriebnahme von Windkraftanlagen unter den Flächenstaaten weisen das Saarland und Sachsen auf.


© IWR, 2021


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30.07.2021

 



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