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Ökostrom im Juli 2021 in Deutschland unter Vorjahresniveau

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaMünster - Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (EE) in Deutschland bleibt auch im Juli 2021 witterungsbedingt unter dem Vorjahreswert. Insgesamt ist die regenerative Stromerzeugung von Januar bis Juli 2021 deutlich zurückgegangen. Europa liegt leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Von Januar bis Juli 2021 ist die Ökostromerzeugung in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rd. 11 Prozent zurückgegangen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung vor allem auf eine geringere Windstrommenge. In Europa fällt der Rückgang der EE-Stromerzeugung nicht so deutlich aus. Das geht aus einer ersten IWR-Auswertung der Daten der europäischen Netzbetreiber hervor (Datenstand: 02.08.2021).

Deutschland: Solarstrom von Januar bis Juli wie im Vorjahr - weniger Windstrom
Auch im Juli bleit die Windstromerzeugung deutlich unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt wurden in Deutschland 5,9 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Windstrom in die Stromnetze eingespeist, das sind rd. 15 Prozent weniger als im Vorjahresmonat (Jul 2020: 7 Mrd. kWh). Witterungsbedingt fällt die Solarstromerzeugung mit einer Einspeisung von 6,2 Mrd. kWh etwas niedriger aus als im Vorjahresmonat (Jul 2020: 6,3 Mrd. kWh).

Insgesamt wurden von Januar bis Juli 2021 in Deutschland 64,3 Mrd. kWh Windstrom eingespeist. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang von rd. 20 Prozent (Jan - Jul 20: 80,1 Mrd. kWh). In der Differenzierung zeigt sich, dass die Onshore-Windenergie mit 51,6 Mrd. kWh um etwa 20 Prozent unter dem Vorjahreswert liegt (Jan - Jul 2020: 64,8 Mrd. kWh). Die Offshore-Windenergie erreicht 12,8 Mrd. kWh und fällt damit im Vergleich rd. 16 Prozent niedriger aus (Jan- Jul 20: 15,3 Mrd. kWh). Die Stromeinspeisung aus Solarenergie kann in den ersten 7 Monaten 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent auf 31,6 Mrd. kWh zulegen (Jan bis Jul 20: 31,4 Mrd. kWh). Mit 23,6 Mrd. kWh liegt die Stromerzeugung aus Bioenergie auf Vorjahreskurs (Jan - Jul 2020: 23,9 Mrd. kWh). Die Wasserkraft fällt von Januar bis Juli mit 9,1 Mrd. kWh knapp 2 Prozent schwächer aus. In Summe lag die Einspeisung aus EE-Strom energieträgerübergreifend von Januar bis Juli 2021 bei rd. 129 Mrd. kWh und damit um gut 11 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum (Jan - Jul 2020: rd. 145 Md. kWh).

Im Gegensatz zur EE-Stromerzeugung nimmt die konventionelle Stromerzeugung in den ersten 7 Monaten 2021 in Deutschland deutlich zu. Zurückzuführen ist das auf die niedrigere Windstromproduktion sowie die steigende Stromnachfrage aus der Wirtschaft im Zuge der Überwindung der Corona-Krise. Insbesondere die Einspeisung aus Kohle klettert deutlich (Braunkohle: +35,3 Prozent auf 54,2 Mrd. kWh, Steinkohle: + 57,9 Prozent auf 24,6 Mrd. kWh). Bei der Atomenergie zeigt sich gegenüber 2020 ein Anstieg von 10,2 Prozent auf 37,8 Mrd. kWh (Jan -Jul 2020: 34,3 Mrd. kWh).

Europa: Weniger Strom aus Windenergieanlagen, mehr aus Wasserkraft- und Solaranlagen
In den EU-Staaten (inkl. UK) fällt die Ökostromproduktion in den ersten 7 Monaten 2021 mit rd. 583 Mrd. kWh um 1,8 Prozent niedriger aus (Jan - Jul 2020: rd. 594 Mrd. kWh). Dabei zeigt sich wie in Deutschland ein relativ deutlicher Rückgang bei der Windstromeinspeisung, die mit 226,7 Mrd. kWh um rd. 10 Prozent niedriger ist als im Vergleichszeitraum (Jan - Jul 2020: 251,4 Mrd. kWh). Darauf folgt die Wasserkraft mit rd. 209 Mrd. kWh (+6 Prozent, Jan - Jul 2020: rd. 197 Mrd. kWh). Die Solarstromerzeugung liegt mit einem Plus von gut 4 Prozent bei rd. 90 Mrd. kWh (Jan – Jul 2020: rd. 86 Mrd. kWh). Die Stromerzeugung aus Bioenergie erreicht 55,1 Mrd. kWh und liegt damit rd. 2 Prozent unter Vorjahreswert. Bei der konventionellen Stromerzeugung nehmen Atom-, Braun- und Steinkohle-Strom sowie Strom aus Gaskraftwerken um gut 4 Prozent auf etwa 936 Mrd. kWh zu. Dabei stammt der größte Beitrag aus Atomkraftwerken (416,5 Mrd. kWh, +2,8 Prozent), vor Gaskraftwerken (284,4 Mrd. kWh, -4 Prozent). Wie in Deutschland zeigt sich bei der Braunkohle (113,2 Mrd. kWh, + 19,2 Prozent) und Steinkohle (102,1 Mrd. kWh, +26,9 Prozent) ein starker Anstieg.

Über die Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E)
Die IWR-Auswertung basiert auf der Analyse aller von den nationalen Netzbetreibern zur Verfügung gestellten EU-Länderdaten. Für Deutschland liefern die vier Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO, 50 Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW Daten an den Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E). Die Übertragungsnetzbetreiber messen die Netto-Stromeinspeisung in ihren Stromnetzen. Strommengen, die nicht eingespeist werden und für den Betrieb von Kraftwerken benötigt (Eigenverbrauch) oder selbst genutzt (Eigennutzung) werden, sind in der vorliegenden Statistik nicht abgebildet.

Die Daten zur Brutto-Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung und den amtlichen Statistiken in Deutschland (z.B. BMWi) oder in Europa (Eurostat) können daher von den hier vorliegenden zeitnahen Messungen und Hochrechnungen abweichen.

© IWR, 2021


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