Windbranche.de

Das Branchenportal rund um die Windenergie

IWR Reuters News Center RTL 103 0347 1280 256

Norwegen löst Russland als wichtigstes Gasversorgungsland ab

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaBonn - Gestützt durch die zahlreichen Maßnahmen seitens der Politik und durch die milde Witterung hat sich die Gasversorgung in Deutschland deutlich stabilisiert. Im Zuge des russischen Angriffskrieges und der Gaskrise hat sich Norwegen zum wichtigsten Gaslieferanten für Deutschland entwickelt.

Die Lage auf dem Gasmarkt in Deutschland und Europa hat sich in den letzten Wochen deutlich entspannt. Gab es vor dem Winter noch Bedenken im Hinblick auf die Versorgungssicherheit, so schließt der Präsident der Bundesnetzagentur (BNetzA) Klaus Müller eine Gasmangellage für diesen Winter aus. Neben der Verschiebung der Importströme, bei denen Norwegen als Importland eine wichtige Rolle einnimmt, und Einsparungen beim Gasverbrauch trägt dazu auch der Fortschritt beim Bau der Terminals für Flüssigerdgas (LNG) bei. Auch beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft wird ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Gasverbrauch in Deutschland sinkt 2022 deutlich
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2022 nach Angaben der Bundesnetzagentur (BNetzA) 1.449 TWh Erdgas nach Deutschland importiert (2021: 1.652 TWh). Die im Jahresverlauf im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sukzessive zurückgegangenen Gaslieferungen aus Russland konnte Deutschland durch zusätzliche Importe, unter anderem über Norwegen, die Niederlande und Belgien kompensieren.

Dabei hat Norwegen mit einem Anteil von 33 Prozent Russland mit nunmehr 22 Prozent als wichtigstes Lieferland für Erdgas abgelöst, im Jahr 2021 stammten noch 52 Prozent der importierten Gasmengen aus Russland.

Zudem ist der Gasverbrauch insgesamt in Deutschland stark gesunken. Im Vergleich zum Durchschnittsverbrauch in den vergangenen vier Jahren ist der Erdgasverbrauch 2022 um 14 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang des Verbrauchs in der Industrie gegenüber den Vorjahren betrug 15 Prozent. Private Haushalte und Gewerbebetriebe sparten 12 Prozent ein.

Einen großen Einfluss auf den Gasverbrauch hatten die milden Temperaturen. Im Vergleich zu den Jahren 2018 bis 2021 wirkten sie insgesamt verbrauchsmindernd. Im Jahr 2022 lagen die Temperaturen im Mittel 1,1 Grad über dem Durchschnitt der letzten vier Jahre.

Energiepartnerschaft mit Norwegen wird um Wasserstoff erweitert
Norwegen ist für Deutschland nicht erst seit dem Lieferstopp für russisches Erdgas ein wichtiger Energiepartner. So hat der Transport von norwegischem Erdgas nach Deutschland über die drei Gaspipelines Norpipe (seit 1977) sowie Europipe 1 (seit 1995) und Europipe 2 (seit 1999) bereits eine lange Tradition. Mit dem Lieferstopp für russisches Erdgas im vergangenen Jahr 2022 haben die norwegischen Pipelines dabei weiter an Bedeutung gewonnen.
Seit März 2021 ist neben den Gaspipelines die Strom-Seekabelverbindung NordLink zwischen Norwegen und Deutschland in Betrieb. Das grüne Stromkabel hat eine Kapazität von 1.400 MW und dient auch dem Stromaustausch zwischen deutscher Windenergie und norwegischer Wasserkraft.
Zusätzlich zu den Kooperationen bei den Themen Gas und Strom stand in der vergangenen Woche in den Gesprächen zwischen dem Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck und Vertretern der norwegischen Regierung der Aufbau einer großflächigen Versorgung mit Wasserstoff inklusive der dafür notwendigen Infrastruktur von Norwegen nach Deutschland auf der Agenda. Konkret geht es dabei um eine Wasserstoff-Pipeline zwischen den Ländern, die so geführt wird, das große Offshore-Windparks, die gebaut werden, grünen Wasserstoff einspeisen können.

Bau der LNG-Terminals schreitet voran - Gasspeicher mit hohem Füllstand
Mit Blick auf die Sicherung der Gasversorgung hat die Bundesregierung insgesamt fünf staatliche Flüssigerdgasterminals (LNG) gechartert. Das erste Terminal, das von Uniper betriebene LNG-Terminal in Wilhelmshaven, wurde am 17. Dezember 2022 eröffnet. Über die Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) Höegh Esperanza können pro Jahr rund fünf Milliarden Kubikmeter Erdgas in Deutschland angelandet werden. Nach Wilhelmshaven soll am 14. Januar 2023 das private LNG Terminal in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) des Unternehmens Deutsche Regas starten, der LNG-Standort in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) soll am 20. Januar 2023 den Betrieb aufnehmen.

Derweil füllen sich in Deutschland die Gasspeicher mittlerweile den 18. Tag in Folge, der aktuelle Füllstand beträgt nun wieder 91,1 Prozent (Datenstand: 07.01.2022). Gleichzeit sind die Gaspreise weiter rückläufig. Am TTF-Hub mussten für den nächsten Monat (Febr. 2023) heute 69,2 Euro/MWh bezahlt werden (09.01.2022).


© IWR, 2023


Mehr Nachrichten und Infos aus der Regenerativen Energiewirtschaft
Noch Testbetrieb: Erstes LNG-Schiff erreicht Wilhelmshaven
Seapeak Hispania eingetroffen: Erstes Flüssiggas für LNG-Terminal in Lubmin steht bereit
Flüssiggas: RWE Supply & Trading und Sempra Infrastructure unterzeichnen Liefervertrag
Habeck in Norwegen: Energiepartnerschaft wird um Wasserstoff-Pipeline erweitert
Thüga Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG sucht Projektmanager Windenergie Deutschland in Vollzeit (w/m/d)
Firmen Profil und Kontakt: UKA Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH & Co. KG
I17-Wind GmbH & Co. KG (Husum) stellt ein: Junior Experte (m/w/d) Windenergie – Site Assessment / Standorteignung
Original PM: Digitalisierung der Energiewende mit neuen Produkten

09.01.2023

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen