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Aktuelle Studie: Auch im dichtbesiedelten NRW stehen genügend Windenergie-Flächen zur Verfügung

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Düsseldorf - Eine neue Studie zeigt, dass Nordrhein-Westfalen grundsätzlich genügend Flächen für den Ausbau der Windenergie hat.

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern vor diesem Hintergrund ein Ende der Windenergie-Blockade.

Die aktuelle, von Nefino, einem Datenanalyse-Spezialist aus Hannover, im Auftrag des LEE NRW durchgeführte Flächenstudie kommt im Kern zu dem Ergebnis, dass NRW über eine für die Windenergie nutzbare Fläche von 95.000 Hektar verfügt, was rund 2,8 Prozent der Landesfläche entspricht.

Um diese dringend benötigten Flächen zu nutzen, ist aber die Abschaffung von pauschalen Abständen zur Wohnbebauung und zu seismologischen Stationen notwendig. Zudem ist es eine Voraussetzung, Wirtschaftsforste zur Nutzung von Windenergie zu öffnen, so der LEE.

Die Studie zeigt aus LEE Sicht klar, dass es in NRW genug Flächen gibt, die potenziell als Vorrangflächen für Windenergie in Frage kommen. „Dass die verfügbare Flächenkulisse aktuell so deutlich hinter den Zielen der Bundesregierung zurückliegt, ist also keine Frage der Verfügbarkeit - es ist eine Frage des politischen Willens auf Landesebene“, so der LEE-Vorsitzende Reiner Priggen.

Sich abzeichnende Verbesserung auf Bundesebene, wie etwa geringere Abstände zu zivil genutzten Flugsicherungsanlagen, sind genauso in die Berechnungen eingeflossen wie geringere Abstände zu seismologischen Stationen. Denn einschlägige Studien zeigten, dass ein geringer Abstand von Windenergieanlagen zu seismologischen Stationen ausreiche, so der LEE.

Aus Sicht des LEE ist es essentiell, die pauschalen 1.000-Meter-Mindestabstände zwischen Windenergieanlagen und Wohnbebauung zu streichen. Diese Abstandsregelung schränke die Flächenkulisse für Windenergie massiv ein.

Die größten Flächenpotenziale liegen in der Öffnung der Wirtschaftsforste für die Windenergie. Neben dem LEE NRW und den Waldbauern sieht auch der BUND hier dringenden Handlungsbedarf: „Es gibt keine Gründe des Naturschutzes, Windenergieanlagen in Forsten grundsätzlich auszuschließen. Waldökosysteme müssen tabu bleiben. Aber gerade auch die Kalamitätsflächen bieten Raum für die Windenergienutzung bei zeitgleicher ökologischer Aufwertung durch eine natürliche Wiederbewaldung. So können wir mit einer geeigneten Kompensationsregelung mehr Waldökosysteme für die Zukunft ermöglichen“, so Dirk Jansen, NRW-Geschäftsleiter des BUND.

Wenn es die neue Landesregierung wirklich ernst meine mit dem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren, dann müsse sie schnell die dafür notwendigen Flächen zur Verfügung stellen. Dass dies auch im dichtbesiedelten Land Nordrhein-Westfalen möglich sei, belege diese Studie so Reiner Priggen und Dirk Jansen.

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30.05.2022