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Kriegsgewinnler Raffinerien? Ölpreise brechen ein – Heizöl bleibt trotzdem sehr teuer

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Münster – Die Ölpreise sind schon seit Anfang Juni auf Talfahrt, doch bei den Verbrauchern kommt das offenbar nicht an. Heute ist der Preis für die amerikanische Ölsorte WTI zwischenzeitlich auf unter 88 Dollar je Barrel gesunken. Das ist das Preisniveau von Ende Januar 2022, d.h. vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine.

Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent liegt aktuell bei 94 Dollar je Barrel, nach dem von Russland angezettelten Krieg mussten in der Folge bis zu knapp 130 Dollar bezahlt werden. Zunächst hatten Sorgen vor einer Öl-Verknappung die Ölpreise in die Höhe getrieben, nun geht die Sorge in die andere Richtung, nämlich das die Ölnachfrage in Folge einer globalen Rezession einbrechen könnte. Doch während der Anstieg der Ölpreise bei den Verbrauchern direkt durchgeschlagen hat, kommt der derzeitige Preisrückgang bei den Verbrauchern nicht an.

Die Heizölpreise bewegen sich weiterhin auf einem sehr hohen Preisplateau von rd. 1,50 Euro je Liter. Nach einem Rekordanstieg auf über 2 Euro liegt der Preis für Heizöl heute noch immer um 50 Prozent höher als vor dem Krieg. Legt man allein das heutige Ölpreis-Niveau zugrunde, das dem von Ende Januar 2022 und damit vor dem russischen Krieg entspricht, dann müsste der Heizölpreis auf dieser Basis etwa zwischen 0,95 – 1,00 Euro je Liter liegen. Vor allem Raffinerien dürften Kriegsgewinnler sein und derzeit von den extrem hohen Zusatzgewinnen (windfall profits) profitieren.

© IWR, 2022

05.08.2022