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Windenergie und Fluginsekten: BWE sieht methodische Schwächen bei DLR Studie

© BWE / Sánchez-Bayoa / Wyckhuys© BWE / Sánchez-Bayoa / Wyckhuys

Jülich, Berlin - Aktuell sorgt eine Studie zu den möglichen Wechselwirkungen zwischen Fluginsekten und Windenergieanlagen für Diskussionen. Die als Metauntersuchung angelegte Studie wurde vom DLR Institut für Technische Thermodynamik in Kooperation mit weiteren Instituten durchgeführt. Grundlage ist eine Literaturrecherche inkl. Modellanalysen.

Im Ergebnis kommen die Autoren zu dem Schluss, dass sich die windenergiebedingten Kollisions-Verluste von Insekten in Deutschland seit 2003 jährlich auf etwa 1.200 Tonnen belaufen. Die Windenergie stellt daher neben anderen menschlichen Aktivitäten wie der Ausbringung von Pestiziden, der intensiven Landwirtschaft, Verkehr- und Urbanisierung sowie Klimawandel stellt die Windenergie einen Faktor dar, der sich auf die Insektenpopulationen auswirkt.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) kritisiert die Ergebnisse des DLR und weist auf methodische Schwächen der Veröffentlichung hin. Als größter Faktor des Insektensterbens in Deutschland gilt der flächendeckende und intensive Einsatz von Pestiziden und Herbiziden in der Land- und Forstwirtschaft, so der BWE. Daneben werden auch Stickstoffemissionen aus dem Straßenverkehr, die zunehmende Urbanisierung und Zersiedlung sowie erste lebensraumveränderte Folgeeffekte des Klimawandels als sich untereinander verstärkende Einflussfaktoren genannt.

Mindestens seit den frühen 1980er Jahren werde in der Folge auf das Phänomen des Insektensterbens hingewiesen, lange bevor Windenergieanlagen in Deutschland in größerem Umfang zum Einsatz kamen. Zudem erfolgt der Rückgang der Insektenpopulationen weltweit, also auch in Ländern, die keine Windenergie nutzen, so der BWE weiter.

Die veröffentlichten Feststellungen beruhten in ganz wesentlichen Teilen auf Hochrechnungen, denen keine empirisch gesicherte Basis zugrunde liege. Die Untersuchung ziele einseitig auf die Windenergie ab und vernachlässige den Einfluss der tatsächlich für den Rückgang der Insektenbestände ursächlichen Faktoren. Dies bedinge, dass sich die Aussagen der Veröffentlichung nicht für die wissenschaftliche Debatte eigneten, so BWE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm.

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19.03.2019