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Was von der Weltklimakonferenz bleibt

Bonn/Berlin – Die 23. Auflage der Weltklimakonferenz in Bonn ist zu Ende gegangen. Große Erwartungen waren im Vorfeld nicht an diese Mammutveranstaltung gerichtet worden, dennoch spricht die Bundesregierung von "wichtigen Fortschritten bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens".

Auf der COP23, der diesjährigen Weltklimakonferenz mit insgesamt 22.000 Teilnehmern und gut 4.500 Herlfern, war Deutschland technischer Gastgeber, während die Präsidentschaft beim Pazifik-Inselstaat Fidschi lag. Ein derart bedeutendes Abkommen wie Ende 2015 in Paris stand nicht zur Debatte, sondern lediglich wichtige Details für die Umsetzung des Pariser Klimavertrags. Allerdings wurde während der Veranstaltung in Bonn auch bekannt, dass die globalen CO2-Emissionen trotz aller Bemühungen in 2017 wohl weiter ansteigen werden.

Aufgabe: Ambitionsmechanismus für höhere Klimaschutzziele in Gang setzen

Das Bundesumweltministerium stellte zum Ende der Bonner Konferenz fest, dass die 197 Vertragsparteien wichtige Fortschritte bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht hätten. Der sogenannte Talanoa-Dialog solle im Laufe des nächsten Jahres die Staatengemeinschaft zu ambitioniertem Handeln ermutigen, um die globale Klimaschutzlücke zu schließen. Talanoa ist ein fidschianischer Begriff für einen Austausch mit allen Beteiligten. Hintergrund: Weil die aktuellen Klimaziele unter dem Pariser Abkommen in der Summe noch nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, soll die Staatengemeinschaft mit der Zeit immer ehrgeiziger werden, von einem Ambitionsmechanismus ist die Rede, der nun Talanoa Dialog geprobt werde. Unter Führung von Fidschi und Polen soll er im Laufe des nächsten Jahres Beiträge aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenfassen.

Wie sollen Treibhausgas-Emissionen gemessen werden?

Konkreter, wenn auch nicht beschlossen, sondern nur vorbereitet, wurde das sogenannte Regelbuch. Darin sind die Ausführungsbestimmungen für das Pariser Abkommen enthalten. Dabei geht es zum Beispiel um die wichtige Frage, wie die Staaten ihre Treibhausgasemissionen messen und darüber berichten. In Bonn wurden zu allen Fragen Texte entwickelt, die bis zur Weltklimakonferenz in Kattowitz 2018 schlussverhandelt werden können.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Wir haben in Bonn große Fortschritte gemacht, und zwar beim Verhandeln und beim Handeln. Damit hat die Konferenz die Erwartungen voll erfüllt. Uns ist ein wichtiger Zwischenschritt gelungen auf dem Weg zur Konferenz in Kattowitz in einem Jahr, wo die Umsetzungsregeln von Paris beschlossen werden sollen.“

Kohleausstiegs-Allianz und Experteneinschätzungen

Neben den Bemühungen um ambitioniertere Klimaschutzziele und den Formulierungen für das Regelwerk hat eine neu vorgestellte Kohleausstiegs-Allianz für Aufsehen gesorgt. Knapp 20 eigenständige Staaten sowie weitere Regionen haben sich unter Führung von UK und Kanada dazu entschlossen, auf Kohle zur Energiegewinnung zu verzichten. Die Zahl der Unterstützer soll zügig auf 50 wachsen. Deutschland ist nicht dabei.

Insgesamt geben Experten eher zuückhaltende Bewertungen zur COP23 ab. Prof. Niklas Höhne vom Newclimate Institute in Köln erklärte gegenüber dem Deutschlandfunk: "Ein bisschen ist passiert, aber leider noch viel zu wenig." Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), spricht von einer starken Symbolik. Damit es aber nicht bei bloßer Symbolpolitik bleibe, müsse Deutschland jetzt auch wirklich seine CO2-Emissionen schnell und stark senken, forderte Schellnhuber.

© IWR, 2017

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