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Offshore-Windpark Kaskasi von RWE nimmt Regelbetrieb auf - Habeck gibt Ausblick auf weitere Offshore-Entwicklung

© RWE© RWEBerlin, Essen - Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck hat zusammen mit Vertretern von RWE und Siemens Gamesa offiziell den Offshore-Windpark Kaskasi in der Nordsee in Betrieb genommen. Die Einweihung soll einen Wendepunkt markieren, die Bundesregierung will den Ausbau der Offshore-Windenergie nun zügig und koordiniert vorantreiben, betonte Habeck.

Rund 35 Kilometer nördlich der Insel Helgoland hat gestern (23.03.2023) der RWE-Windpark Kaskasi seinen offiziellen Regelbetrieb aufgenommen. Mit einer installierten Kapazität von 342 Megawatt (MW) kann Kaskasi rechnerisch über 400.000 Haushalte pro Jahr mit grünem Strom versorgen. Kaskasi war 2022 der einzige neue Windpark auf See.

Habeck: Offshore-Ausbau zieht an
Bei der offiziellen Einweihung von Kaskasi zusammen mit Vertretern von RWE und Siemens Gamesa hob Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck auch die Erfolge bei der technologischen Entwicklung der Offshore-Windenergie hervor und gab einen Ausblick auf die weitere Entwicklung auf der Grundlage der Offshore-Politik der Bundesregierung.

Während vor 10 Jahre noch Anlagen mit einer Leistung von 3 MW Stand der Technik waren, produzieren im neuen Offshore-Windpark Kaskasi bereits Turbinen mit einer Leistung von 9 MW Windstrom. Das sei eine Verdreifachung der Leistung, so Habeck. Auf der Grundlage der mittlerweile bei neuen Offshore-Windparks zum Einsatz kommenden 15 MW-Turbinen soll die Leistung der Offshore-Windparks in Deutschland bis 2030 von derzeit rund 8.000 MW (8 GW) auf mindestens 30.000 MW (30 GW) gesteigert werden, d.h. rund 22.000 MW (22 GW) sollen zugebaut werden. Das sei zwar eine enorme Geschwindigkeit, die aber aufgrund der Leistungsfähigkeit der heutigen Turbinengeneration auch möglich sei, so Habeck.

Neben der Beschleunigung des Ausbaus der Offshore-Windenergie betonte Habeck auch die Notwendigkeit für mehr Tempo beim Netzausbau. Des Weiteren äußerte sich Habeck vor dem Hintergrund der Offshore-Ziele der Bundesregierung (2030: mind. 30 GW, 2040: mind. 70 GW) und der Nordsee-Anrainerländer auch zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.

Die Offshorekapazitäten sollen nicht alle nur für die Stromerzeugung genutzt werden. In den Zeiten, in denen der Wind stark weht, soll auch grüner Wasserstoff erzeugt werden. „Dieser Wasserstoff wird gespeichert und in Wasserstoff-Kraftwerken genutzt, die wir ebenfalls 2030 am Start haben wollen. Diese werden dann in Zeiten, wo der Wind nicht so stark weht oder die Sonne nicht scheint, den Wasserstoff verwenden, um die Grundlastfähigkeit herzustellen", so Habeck. Insofern gehe das System auf. Zwar sei es eine große Aufgabe, aber man könne sehen, dass es los gehe, so Habeck weiter.

Weltweit erste recycelbare Rotorblätter bei Kaskasi im Praxistest
Insgesamt wurden im Offshore-Windparks Kaskasi an dem Standort rund 35 km nördlich der Insel Helgoland in der deutschen Nordsee 38 Windturbinen des Typs SG 8.0-167 DD von Siemens Gamesa mit einer Leistung von 9 MW errichtet. Kaskasi ist der 6. Windpark von RWE vor der deutschen Küste. Bei der Realisierung des Projektes hatte RWE auch Innovationen im Bereich Recycling und Fundamente im Fokus.

So drehen sich im Windpark Kaskasi an drei Turbinen die weltweit ersten Rotorblätter, die sich am Ende ihres Lebenszyklus recyceln lassen. Das Besondere: Beim Recyclable Blade von Siemens Gamesa können dank eines neuartigen Harzes mit spezieller chemischer Struktur erstmals die eingesetzten Materialien wieder voneinander getrennt und wiederverwertet werden.

„Etwa 90 Prozent einer Windturbine sind heutzutage schon recycelbar, Rotorblätter konnte man bislang aber nicht wiederverwerten. Wir gehen jetzt den entscheidenden Schritt, um die Nachhaltigkeit von Windkraftanlagen auf die nächste Stufe zu heben und bis spätestens 2040 die gesamte Turbine recyceln zu können“, so Marc Becker, der CEO Business Unit Offshore bei Siemens Gamesa.

Neben dem Einsatz von recycelbaren Rotorblättern setzt RWE bei dem Projekt auf eine innovative Technologie für die Offshore-Fundamente. Dabei wurden zum ersten Mal um drei Monopile-Fundamente am Meeresboden spezielle Stahlkragen gelegt. Der sogenannte "Collared Monopile" wurde auf Grundlage eines von RWE entwickelten Patents entworfen. Die neue Technologie bietet nach Angaben von RWE nicht nur zusätzliche Unterstützung bei seitlicher Belastung, sondern erhöht insgesamt auch die Tragfähigkeit der Monopile-Fundamente und verbessert damit die Standsicherheit des gesamten Fundaments.


© IWR, 2023


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24.03.2023

 



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