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Ausschreibungen Kraft-Wärme-Kopplung: Hohe Nachfrage in letzter KWK-Ausschreibung 2025 - Innovative Systeme unterzeichnet - Verband mahnt Reformen an

© Adobe Stock© Adobe StockBonn - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Zuschläge der jüngsten Ausschreibungen für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) und für innovative KWK-Systeme (iKWK) veröffentlicht. Während die Nachfrage das Angebot im KWK-Segment deutlich überschritten hat, blieb die iKWK-Ausschreibung unterzeichnet. Die KWK-Branche übt deutliche Kritik.

Bei der Ausschreibung mit Gebotstermin 01. Dezember 2025 in den Segmenten KWK und iKWK handelt es sich um die letzten Ausschreibungen nach der aktuell geltenden Rechtslage. Für die Zeit ab 2026 liegt bislang keine Regelung vor. Aus Sicht des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK) spiegeln die Ausschreibungsergebnisse die Verunsicherung der Branche wider. Der Verband mahnt dringende Reformen an der Ausschreibungsverordnung an.

KWK-Ausschreibungsvolumen bei starkem Wettbewerb ausgeschöpft -innovative KWK deutlich unterzeichnet
Im Segment KWK-Anlagen war die erstmals digital durchgeführte Ausschreibung deutlich überzeichnet: Auf die ausgeschriebene Menge von 107,964 Megawatt (MW) entfielen 41 Gebote mit insgesamt 135,668 MW. Von diesen waren 38 Gebote zulässig (118,968 MW), drei nicht zulässig (16,700 MW). Bezuschlagt wurden 33 Gebote mit 108,658 MW, womit das Ausschreibungsvolumen vollständig ausgeschöpft wurde. Im Vergleich zur vorherigen Ausschreibung stieg die Zuschlagsmenge von 88,012 MW auf 108,658 MW. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert sank von 5,73 ct/kWh auf 5,02 ct/kWh.

Das Segment der innovativen KWK-Systeme blieb dagegen unterzeichnet. Bei einer Ausschreibungsmenge von 34,261 MW wurden sechs zulässige Gebote mit 27,599 MW eingereicht und bezuschlagt. Die Gebotszahl und -menge fiel damit deutlich geringer aus als bei der letzten Ausschreibung (24 Gebote, 74,445 MW), während die Zuschlagsmenge leicht auf 27,599 MW stieg (vorher 25,340 MW). Der durchschnittliche Zuschlagswert fiel von 7,15 ct/kWh auf 6,67 ct/kWh.

Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur hat „der Bieterwettbewerb“ in beiden Segmenten zu sinkenden Preisen geführt.

BKWK: Ausschreibungsergebnisse zeigen Verunsicherung der Branche
Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK) kommentiert das Ergebnis kritisch. Im KWK-Segment zeigt die deutliche Überzeichnung laut BKWK, dass noch viele Projekte sowohl im Bereich von Modernisierung als auch Neubau geplant sind, aber der langfristige, verlässliche Rahmen fehlt. Das bedeutet, dass viele Investoren wie beispielsweise die Stadtwerke, versucht haben, die Ausschreibungsrunde zu nutzen, um ihre Projekte noch in die Realisierung zu bringen. Dafür wurde zum Teil an die äußerste Grenze ihrer Wirtschaftlichkeit gegangen, so der Verband.

Bei der iKWK lassen laut BKWK sowohl die niedrigen Preise als auch die Unterzeichnung des Segments auf die fehlende Planungssicherheit schließen. Auch hier spiele der Wirtschaftlichkeitsfaktor eine entscheidende Rolle bei der Wahl der Förderungsmodelle, wobei der Rückgriff auf die alternative Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW-Förderung) an Attraktivität gewonnen habe.

„Die Ergebnisse der letzten Ausschreibungsrunde offenbaren die Verunsicherung in der gesamten KWK-Branche. Das verdeutlicht einmal mehr den dringenden Reformbedarf der Ausschreibungsverordnung. Die Gefahr ist groß, der bestehenden Nachfrage der Branche nach Investitionen und Erneuerung nicht adäquat nachkommen zu können“, so Barbara Minderjahn, Hauptgeschäftsführerin des BKWK.


© IWR, 2026


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