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Frankreich nimmt weiteren schwimmenden Offshore-Windpark in Betrieb – Ocean Winds startet EFGL

© Ocean Winds© Ocean WindsPort-La Nouvelle - Frankreich setzt auf das industrielle Zukunftsfeld der schwimmenden Offshore-Windenergie und baut diesen Sektor weiter aus. Der Offshore-Windentwickler Ocean Winds hat nun mit der Stromproduktion seines schwimmenden Offshore-Windparks Éoliennes Flottantes du Golfe du Lion (EFGL) begonnen.

Der 30-Megawatt-Windpark EFGL ist der zweite in Frankreich in Betrieb befindliche schwimmende Offshore-Windpark nach Provence Grand Large und zugleich der zweite Floating-Offshore-Windpark von Ocean Winds. Das Projekt gilt als wichtiger Baustein für den Aufbau einer industriellen Wertschöpfungskette rund um schwimmende Offshore-Windenergie in Frankreich. Das Land treibt diesen neuen Industriesektor konsequent voran.

Frankreich: Schwimmender Offshore-Wind als Zukunftstechnologie
Mit dem Projekt wird die Entwicklung schwimmender Offshore-Windkraft in Frankreich weiter vorangetrieben. Ein erheblicher Teil der weltweit geeigneten Offshore-Windressourcen liegt in größeren Wassertiefen (rd. 80 Prozent), in denen klassische Fundamentlösungen technisch oder wirtschaftlich an Grenzen stoßen. Schwimmende Systeme gelten daher als zentrale Technologie für den künftigen Ausbau der Offshore-Windenergie.

Der Windpark besteht aus drei jeweils 10-Megawatt-Turbinen des Herstellers Vestas (V164-10.0 MW) auf schwimmenden Fundamenten und befindet sich rund 16 Kilometer vor der Küste. Entwickelt wurde das Projekt in Partnerschaft mit Banque des Territoires. Ziel ist es, die technische und wirtschaftliche Machbarkeit von Floating-Offshore-Wind im Mittelmeerraum unter realen Bedingungen zu demonstrieren.

Der erzeugte Strom wird bereits in das französische Stromnetz eingespeist und versorgt Haushalte und Unternehmen in Südfrankreich.

Stärkung der regionalen Wertschöpfung und der französisch-europäischen Lieferkette
Laut den Projektpartnern wurde eine weitgehend europäische und regionale Lieferkette aufgebaut. Rund 85 Prozent der direkten Zulieferer stammen aus Frankreich oder haben dort ihren Sitz, mehr als 99 Prozent aus Europa. Etwa 60 Prozent der beteiligten Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen.

Während der Bau- und Installationsphase im Hafen von Port-La Nouvelle war die industrielle Zusammenarbeit besonders sichtbar. Im laufenden Betrieb sollen mehr als 20 Arbeitsplätze für die Überwachung und Wartung der Anlage entstehen und zur lokalen Wertschöpfung beitragen.

Der Windpark wird voraussichtlich rund 110 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen und damit rechnerisch etwa 50.000 Menschen versorgen.

Frankreich-Direktor Marc Hirt hob insbesondere die Bedeutung für die Energieversorgung und die industrielle Zusammenarbeit hervor. Das Projekt verdeutliche die Fähigkeit, europäische Industrieakteure und kleine Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette einzubinden und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende und regionalen Wirtschaftsentwicklung zu leisten.

Floating Offshore: EFGL als Pilotprojekt für künftige Großprojekte
EFGL gilt als Pilotprojekt für größere Offshore-Entwicklungen, darunter das 250-Megawatt-Projekt Éoliennes Flottantes d’Occitanie (EFLO), das 2024 an Ocean Winds und Banque des Territoires vergeben wurde.

Ocean-Winds-CEO Craig Windram bezeichnete die erste Stromproduktion als Beleg für die technologische Reife schwimmender Offshore-Windenergie und die industrielle Umsetzungskompetenz des Unternehmens. Das Projekt zeige, dass auch komplexe Offshore-Technologien zuverlässig umgesetzt und künftig skaliert werden könnten.

Darüber hinaus ist EFGL nach Angaben des Unternehmens der weltweit erste schwimmende Offshore-Windpark mit naturintegriertem Design. Künstliche Meereslebensräume wurden installiert, um die Biodiversität zu fördern. Die Verbindung aus Technologie, regionaler Wertschöpfung und Umweltintegration soll neue Standards für die Offshore-Windentwicklung setzen.

Über die Offshore-Windenergie in Frankreich
In Frankreich sind bereits mehrere Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von rund 2.000 Megawatt in Betrieb oder im fortgeschrittenen Ausbau. Dazu zählen die ersten großskaligen Projekte Saint-Nazaire (480 MW), Saint-Brieuc (496 MW) und Fécamp (497 MW), die zu den ersten kommerziellen Offshore-Windparks des Landes gehören.

Ein weiteres bedeutendes Projekt ist der Offshore-Windpark Îles d’Yeu et de Noirmoutier (ca. 496 MW). Dort wurde im April 2026 die Installation der Turbinen abgeschlossen. Der Windpark befindet sich derzeit in der finalen Phase der Netzanbindung und soll in Kürze vollständig in Betrieb gehen.

Mit dem schwimmenden Offshore-Windpark Provence Grand Large (25 MW) wurde 2025 der erste Floating-Offshore-Windpark Frankreichs und des Mittelmeerraums in Betrieb genommen. Installiert sind drei Windturbinen des Typs Siemens Gamesa (SG 8.0-167 DD). Betreiberin ist Parc Eolien Offshore de Provence Grand Large, Tochtergesellschaft von EDF Renouvelables. Das Offshore-Projekt gilt als wichtiger technologischer Demonstrator für schwimmende Offshore-Fundamente unter realen Betriebsbedingungen.

© IWR, 2026


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