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Global-Data erwartet Versechsfachung der weltweiten Batteriespeicherkapazität bis 2030 – 4-Stunden-Speicher auf dem Vormarsch

© Adobe Stock© Adobe StockLondon – Der weltweite Ausbau von Batteriespeichern beschleunigt sich deutlich. Treiber sind der steigende Strombedarf durch Elektrifizierung, Industrie und KI-Rechenzentren sowie die Notwendigkeit, Schwankungen aus der zunehmenden Wind- und Solarstromerzeugung auszugleichen. Das zeigt eine aktuelle Marktanalyse des Datenanalyse- und Beratungsunternehmens Global-Data.

Ein wachsender Anteil variabler erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung erhöht die Anforderungen an den Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch im Netz. Parallel zu dieser Entwicklung sind die Kosten für Lithium-Ionen-Batterien stark gesunken, die Lieferketten haben sich stabilisiert, und zahlreiche Regierungen unterstützen den Speicherausbau mit eigenen Programmen. Vor diesem Hintergrund rücken Batteriespeicher zunehmend in den Mittelpunkt der internationalen und nationalen Energiewende. Nachfolgend ein Überblick über zentrale Entwicklungen des internationalen Speichermarktes.

Wachstum von 42 Prozent pro Jahr
Im aktuellen Report „Strategic Intelligence: Batteries in Power (2026)" prognostiziert Global-Data einen versechsfachten Anstieg der weltweit installierten Batteriespeicherkapazität zwischen 2025 und 2030. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 42 Prozent. China und die USA bleiben laut Global-Data die dominierenden Märkte: Beide Länder kamen Ende 2025 zusammen auf einen Anteil von 74,6 Prozent an der weltweit installierten Speicherkapazität, gestützt durch Faktoren wie regulatorische Rahmenbedingungen oder große Beschaffungsprogramme der Versorger.

Trend zu vier Stunden Speicherdauer
„Der globale Stromsektor standardisiert sich zunehmend auf Batteriespeichersysteme mit 4-Stunden-Entladedauer statt auf 2-Stunden-Systeme", erklärt Global-Data-Analyst Rehaan Shiledar. Laut Global-Data vergrößert ein wachsender Solar- und Windanteil die tägliche Lücke zwischen Erzeugung und Nachfrage, wodurch mehrstündiges Verschieben von Energie – etwa von Solarstrom aus der Mittagszeit in die Abendspitze – wirtschaftlich attraktiver wird, Abregelung vermeiden hilft und verlässliche Kapazität bei steilen Lastanstiegen bereitstellt. Das schlägt sich zunehmend in den Beschaffungsprogrammen von Versorgern und Regulierungsbehörden nieder, die vier Stunden häufig als Mindestdauer für Kapazitätskredite und Versorgungssicherheit ansetzen.

Als Beispiele nennt Global-Data die Programme der California Public Utilities Commission (CPUC), unter denen die meisten neu gebauten Speicherprojekte bereits eine vierstündige Entladedauer aufweisen, sowie australische Ausschreibungen der Bundesstaaten Victoria und New South Wales, die mehrstündige Speicherdauern zur Stabilisierung der Erneuerbaren-Einspeisung vorschreiben. Auch in Großbritannien verschiebt sich der Fokus laut Global-Data zunehmend von kurzfristiger Frequenzregelung hin zu Energie- und Kapazitätserlösen, während im Nahen Osten mehrstündige Solar-Speicher-Kombinationen für abrufbare Stromerzeugung in den Abendstunden kontrahiert werden.

Beispiel Deutschland: Neue 4-Stunden-Projekte
Der Trend zu höheren Speicherdauern ist auch in Deutschland zu beobachten. Das belegen mehrere Projekte, über die IWR in den vergangenen Wochen berichtet hat: In Niedersachsen steigt der britische Speicherentwickler Eku Energy mit dem Projekt „Dion" in Lamspringe in den deutschen Markt ein. Der geplante Speicher soll eine Leistung von 400 Megawatt und eine Kapazität von 1.600 Megawattstunden erreichen; die Inbetriebnahme ist für Ende 2029 vorgesehen. Ähnliche 4-Stunden-Projekte treibt auch das schwedische Unternehmen Flower Infrastructure Technologies in Hamburg-Bergedorf (100 MW/400 MWh) und im sachsen-anhaltischen Döllnitz (63 MW/257 MWh) voran. Parallel wächst auch die Leistungsgröße einzelner Projekte: BW ESS beispielsweise baut im sachsen-anhaltischen Klostermansfeld einen Speicher mit 1.000 Megawatt und bis zu 5.700 Megawattstunden Kapazität.

Solar-Speicher-Hybridprojekte als Standard
Neben der Speicherdauer verändert sich laut Global-Data auch die Anlagenkonfiguration: Kombinierte Solar-Speicher-Anlagen an einem gemeinsamen Standort mit gemeinsamem Netzanschluss senken Kosten und Zeitrisiken gegenüber getrennten Projekten. Der Speicher generiert zusätzliche Erlöse, indem er beispielsweise abgeregelten Solarstrom aufnimmt und in Stunden mit höheren Preisen wieder abgibt. Solche Hybridmodelle ermöglichten zudem überdimensionierte Solaranlagen an netzseitig begrenzten Anschlüssen, deren Überschussstrom gespeichert und später ohne Überschreitung des Anschlusslimits eingespeist werde. Global-Data verweist auf Kalifornien als Beispielmarkt, in dem solche Modelle zur Versorgungssicherheit in Spitzenlastzeiten beitragen.

Batterien als Rückgrat für Rechenzentren
Batteriespeicher entwickeln sich laut Global-Data zudem vom reinen Kurzzeit-Backup über unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) hinaus zu einem zentralen Instrument für Rechenzentren. Sie können Spannungs- oder Frequenzprobleme innerhalb von Millisekunden ausgleichen, im Störungsfall eine sofortige Absicherung bieten sowie Lastspitzen kappen und Anschlussgrenzen einhalten – was Rechenzentren ein schnelleres Wachstum auch an netztechnisch begrenzten Standorten ermöglicht.

Texas: Preisvolatilität als Geschäftsmodell
Als weiteres Anwendungsfeld nennt Global-Data die Monetarisierung von Preisvolatilität am Beispiel des US-Bundesstaats Texas, wo die Strompreise je nach Standort und Uhrzeit stark schwanken. Batteriespeicher könnten diese Volatilität monetarisieren, indem sie in Phasen niedriger Preise laden und bei Preisspitzen ins Netz einspeisen – und so gleichzeitig zur Systemstabilität beitragen.

Nach Einschätzung von Global-Data bleibt das Verschieben von Energie über den Rest des Jahrzehnts der wichtigste Wachstumstreiber für Batteriespeicher, begünstigt durch weiter sinkende Kosten, eine bessere Monetarisierung mehrerer Erlösquellen sowie staatliche Unterstützungsprogramme.

© IWR, 2026


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